Ausstellung in Königswinter

Haus Metternich zeigt Fotos von Joachim Graf von Arnim

Perspektivwechsel sind Teil der Arbeit: Joachim Graf von Arnim zeigt seine Fotografien in Königswinter.

Perspektivwechsel sind Teil der Arbeit: Joachim Graf von Arnim zeigt seine Fotografien in Königswinter.

KÖNIGSWINTER. Das Atelier Haus Metternich in der Königswinterer Altstadt zeigt Arbeiten des Fotografen Joachim Graf von Arnim. Seine Bilder halten den Bruchteil eines Augenblicks fest - in der Großstadt wie in der Natur.

Es ist der Versuch, den Augenblick im Bild festzuhalten: Momentaufnahmen, „flüchtige Blicke“, präsentiert Fotograf Joachim Graf von Arnim in seiner neuesten Ausstellung „A casual glance“, die am Samstag im Atelier „Haus Metternich“ in Königswinter eröffnet wurde.

Es sind vorbeirauschende Landschaften, aufgenommen aus einem fahrenden Auto heraus; Bilder, die den Bruchteil eines Augenblicks aus dem geschäftigen Treiben in der Stadt zeigen. Mal wird durch eine gewollte, massive Unschärfe die Aufnahme nur noch auf zwei Farben reduziert, mal verursacht Langzeitbelichtung ein regelrechtes Chaos, mal werden zwei Bilder übereinandergelegt und miteinander verlochten.

Durch den gezielten Versatz von Zeit, Perspektive und Licht verleiht von Arnim alltäglichen Motiven aus der Natur und der städtischen Architektur ein besonderes, ein aufregend anderes Antlitz. Es entstehen faszinierende Eindrücke, die über ein wirklichkeitsgetreues Abbild der Realität hinausgehen. Viele Motive wiederum dürften dem Betrachter bekannt sein: der Posttower zum Beispiel, der Bertha-von-Suttner-Platz bei Nacht, der Bonner Marktplatz.

Manche Aufnahmen erschließen sich dem Betrachter allerdings erst auf den zweiten Blick – wenn überhaupt. „Ich mag es, wenn man sich erst einmal fragt: Was ist das eigentlich?“, sagt der Künstler. So erscheint die Aufnahme eines Maisfeldes, im Vorbeifahren fotografiert, nur noch wie ein einziger strohgelber Farbenrausch.

Perspektivwechsel zulassen

Von Arnim stellt den Betrachter vor die Herausforderung, den Perspektivwechsel zuzulassen und neue Ansichten zu wagen. Der großformatige Buddha ist ebenfalls so ein Bild. „Man braucht etwas Zeit, um das Bild zu verstehen“, so von Arnim. Wer unmittelbar davor steht, sieht zunächst nur Verwirrung. Erst mit genügend Abstand wird hinter den Strukturen, die eigentlich zu einem Bachlauf gehören, der Buddha-Kopf sichtbar. Für das Werk hat der Künstler zwei Bilder digital miteinander verflochten.

Seit mehr als 30 Jahren ist von Arnim mit der Kamera unterwegs. Als Fotoreporter arbeitete er über 15 Jahre bei Tageszeitungen und Magazinen im In- und Ausland. Mit seiner Kunstfotografie startete der Bonner parallel zu seiner Berufslaufbahn. Sie war für ihn stets kreativer Ausgleich zum Alltag. „Der Buddha zum Beispiel ist für mich so etwas wie ein Ruhepol“, sagt er.

Noch bis Oktober sind die insgesamt 27 Fotografien im Atelier Haus Metternich, Hauptstraße 340 in Königswinter, zu sehen. Geöffnet ist jeweils dienstags bis sonntags in der Zeit von 17 bis mindestens 20 Uhr, außerdem nach telefonischer Vereinbarung unter (0178) 44 94 678.