Heisterbacherrott

Grundstücke des Fronhofs vor 50 Jahren gesichert

Das Haus Schlesien 1984. Den Fronhof und das umliegende Gelände erwarb Friedrich Müller von der Stadt Köln.

Das Haus Schlesien 1984. Den Fronhof und das umliegende Gelände erwarb Friedrich Müller von der Stadt Köln.

Heisterbacherrott. Bürgermeister Friedrich Müller hat vor mehr als 50 Jahren in zähen Verhandlungen Heisterbacherrott die Grundstücke des Fronhofs gesichert. Später kaufte die neue Stadt Königswinter den Hof und die Ländereien, der 1978 zu Haus Schlesien wurde.

Nach Heisterbacherrott erfolgte ein starker Zuzug. In der "Schnellzuwachsgemeinde", so Friedrich Müller, wurde heftig gebaut. Demzufolge bestimmten auch Themen wie Straßen- und Kanalbau, Straßenbeleuchtung, Wasserversorgung, Schul- und Turnhallenbau oder Bolzplatz die Ortspolitik.

Sein politisches Meisterstück in den fünf Jahren als Bürgermeister lieferte Müller allerdings beim Fronhof ab. Kurz vor Bildung der neuen großen Stadt Königswinter gelang es dem gewieften Handwerksmeister in zähen Verhandlungen mit der Stadt Köln, deren Stadtdirektor Baumann sogar mal in Müllers Wohnzimmer saß, die mehr als 31.000 Quadratmeter Fläche, den sogenannten Englischen Garten zwischen Stenzelbergstraße, Oelbergstraße und Dollendorfer Straße, für die Gemeinde Heisterbacherrott zu sichern – und zwar für Projekte wie den Neubau einer Grundschule oder die Erweiterung des Friedhofs.

Die Stadt Köln hatte Anfang der 1960er Jahre als Ausgleich für anderweitig verloren gegangene landwirtschaftliche Flächen den Fronhof sowie Acker- und Wiesenflächen in Heisterbacherrott erworben und verpachtet. Nun war Baumann bereit, den Verkauf des Grundstücks an die Pächter zurückzustellen, sodass hier an der Kapelle eine öffentliche Grünanlage entstehen konnte.

Die Schweinezucht im Fronhof war wegen des Gestanks immer ein Ärgernis gewesen. Nachdem die Gemeinde kurz vor Gründung der neuen Stadt Königswinter den Plan für den späteren Bürgerpark rund um die Kapelle entworfen hatte, tätigte die neue Stadt dann den Kauf des Fronhofes und der Ländereien. Müller: "Das hätten wir uns gar nicht leisten können." 1978 wurde das Gebäude zu Haus Schlesien. "Ich habe den Verkauf an die Schlesier sehr unterstützt, der Fronhof war stark heruntergekommen", berichtet Müller.