Empfang für Flüchtlingshelfer in Königswinter

Großer Einsatz für eine gelungene Integrationsarbeit

Zum Empfang und gemeinsamen Austausch kamen die Flüchtlingshelfer auf Einladung der Stadt Königswinter zusammen.

Zum Empfang und gemeinsamen Austausch kamen die Flüchtlingshelfer auf Einladung der Stadt Königswinter zusammen.

KÖNIGSWINTER. Bürgermeister Peter Wirtz hat die vielen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in Königswinter ins Haus Bachem eingeladen, um ihnen zu danken - zum Beispiel Anja Krall aus Stieldorf, die sich nachmittags und an Wochenenden für Flüchtlinge einsetzt, oder Pastor Robert Koop, der jungen Männern Deutschunterricht gibt.

Grillwürstchen, Salat und als Nachtisch Muffins und Nussecken: In den Innenhof von Haus Bachem hatte die Stadt Königswinter all jene eingeladen, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung engagieren. Bürgermeister Peter Wirtz dankte allen Frauen und Männern vom Forum Ehrenamt, von der Awo, vom Netzwerk Integration Königswinter (NIK), den Kirchen, der Türkisch-Muslimischen Gemeinde und dem Verein Geben und Nehmen sowie allen Aktiven, die sich etwa als Dolmetscher, Sprachlehrer oder Paten betätigen, für ihren Einsatz. „Durch Ihre Unterstützung läuft die Integration in Königswinter gut und ohne Zwischenfälle“, sagte Wirtz. 96 Einladungen hatte die Stadt verschickt. Und beim Beisammensein tauschten sich die Helfer auch untereinander aus.

Iris Nichols aus Oberpleis kümmert sich um eine syrische Mutter mit drei Töchtern im Alter von vier, elf und 16 Jahren, die in der Asylunterkunft in der Paul-Mohr-Schule wohnen. „Ich besorge Möbel, Geschirr, Bettwäsche genauso wie zum Beispiel Termine beim Arzt oder im Jobcenter.“ Im Oktober 2015 hat sie diese Familie über das Forum Ehrenamt kennengelernt. Sie zeigte der 39-Jährigen und ihren drei Kindern aus einem Vorort von Damaskus auch die Umgebung, Bonn und Siegburg.

Anja Krall aus Stieldorf wird als „die gute Seele“ des Asylbewerberheimes in Stieldorf bezeichnet. Bereits vor vier Jahren ist sie dort über die evangelische Kirche aktiv geworden. Während die gelernte Bankerin vormittags ihrem Beruf nachgeht, ist sie nachmittags und an den Wochenenden in Sachen Flüchtlinge unterwegs. „20 bis 25 Stunden pro Woche kommen da locker zusammen. Das ist mindestens wie ein Halbtagsjob“, erzählt die 48-jährige Mutter dreier erwachsener Kinder. Wenn Anja Krall in der Gemeinschaftsunterkunft eintrifft, dann wird sie von allen, die etwas auf dem Herzen haben, umringt. Mit Hilfe von Englisch, Französisch, von Händen und Füßen und Übersetzern erfährt sie dann, wo der Schuh drückt. Sie ist die Organisatorin.

Hilfe für eine junge Mutter

Eine afghanische Familie mit vier Kindern, die Anja Krall damals an ihrem ersten Tag kennenlernte, wohnt mittlerweile in Königswinter, aber den Kontakt haben sie aufrechterhalten. Die Stieldorferin unterstützt sie immer noch ab und zu und umgekehrt helfen ihre ehemaligen Schützlinge ihr beim Übersetzen. „Es macht Spaß. Die Leute sind dankbar.“ Gerade erst hatte Anja Krall einen „Feuerwehreinsatz“ am Wochenende. Die Mutter eines Neugeborenen, die nach der Entbindung in ein anderes Krankenhaus verlegt worden war, brauchte eine Milchpumpe. „Ich habe die Apotheken abtelefoniert, bis ich eine gefunden habe“, berichtete Krall. An ihrer Seite hatte sie beim Bürgermeisterempfang Beatrix Kley. „Meine beste Helferin.“

Ebenfalls für die in Stieldorf untergebrachten Flüchtlinge engagieren sich Helga Rüsch und Rosemarie Kurscheid. Jeden dritten Sonntag im Monat findet seit September 2015 das Begegnungscafé der evangelischen und katholischen Kirche im katholischen Pfarrheim in Stieldorf statt. Und die beiden gehören zu den 16 Frauen, die es organisieren.

Robert Koop ist Theologe und Pastor einer freien evangelischen Kirche. Im Haus Katharina gibt der 28-Jährige seit Herbst vergangenen Jahres regelmäßig Deutschkurse. „Ich wollte den jungen Männern helfen. Anfangs hatten wir eine hohe Fluktuation. Jetzt ist es eine Gruppe von 15 jungen Männern, meist Afghanen. Es ist eine Freude, sie und ihre Schicksale kennenzulernen.“