Bornheim und Königswinter

Gemeinsame Förderschule auf den Weg gebracht

BORNHEIM/KÖNIGSWINTER. Symbolischer hätte der Ort nicht sein können. Wo sich normalerweise Paare das Jawort geben, stand gestern die Besiegelung einer besonderen Partnerschaft an: Im Trauzimmer des Bornheimer Rathauses brachten die Städte Bornheim und Königswinter eine gemeinsame Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache und Lernen auf den Weg.

Mit der Unterzeichnung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung ist der Grundstein für den Zusammenschluss der Uedorfer Verbundschule und der Drachenfelsschule in Niederdollendorf gelegt. Lediglich die Genehmigung der Bezirksregierung fehlt noch, sie hatte aber bereits ihr Einverständnis signalisiert. Nächsten Sommer soll die neue Schule an den Start gehen.

Hintergrund der Kooperation ist die Mindestgrößenverordnung des Landes. Sie sieht für Förderschulen mit dem Schwerpunkt Sprache und Lernen 144 Schüler vor - eine Zahl, die sowohl die Verbundschule mit 105 Schülern als auch die Drachenfelsschule (95 Schüler) alleine weit unterschreiten. Gemeinsam können beide Standorte zumindest mittelfristig gesichert werden.

"Von diesem Raum geht immer eine große Zuversicht aus", sagte Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler mit Blick auf die besonderen Räumlichkeiten, die der Ratstraktsanierung geschuldet waren. Im Standesamt seien schon viele Bünde fürs Leben geschlossen worden.

"Wir haben hier noch niemanden gehabt, der Nein gesagt hat." Die Schulkooperation sei für beide Städte eine Win-win-Situation, um den Kindern in Bornheim und Königswinter weiterhin eine Förderschule in der Nähe zu bieten, so Henseler weiter. "Ich denke, es ist ein guter Weg, den wir miteinander begonnen haben."

Peter Wirtz, Bürgermeister von Königswinter, freut sich nach "harmonischen, zielführenden Gesprächen" ebenfalls auf die Zusammenarbeit. "Es ist für uns ganz wichtig, dass wir die hervorragende Schule in Königswinter weiterführen können", sagte er. Das Gleiche gelte für Bornheim.

Auch, um eine Alternative neben dem inklusiven Angebot an Regelschulen zu haben. Und der Bornheimer Schuldezernent Markus Schnapka ergänzte: "Auch Förderschulen sind Motoren für die Inklusion." Deshalb habe Bornheim immer kritisiert, dass mit der Mindestgrößenverordnung in NRW etwa 70 Prozent der Förderschulen vor dem Aus oder einer Kooperation stünden.

Für Bornheim und Königswinter sieht die Zusammenlegung nun folgendermaßen aus: Die Standorte in Uedorf und Niederdollendorf bleiben beide erhalten. Bornheim fungiert als Hauptstandort, Königswinter wird Nebenstelle. Schnapka betonte jedoch, es sei eine Kooperation auf Augenhöhe.

"Unter uns gibt es diese Unterscheidung nicht", so der Schuldezernent. Die Schüler sollen nicht zwischen den Schulen pendeln, die Lehrer grundsätzlich auch nicht. "In Vertretungsfällen müssen sie aber vielleicht auch mal fahren", sagte die Königswinterer Schuldezernentin Heike Jüngling. Geplant sei zudem, dass jeder Standort seine Individualität behalte, deshalb bleibe auch der Name Drachenfelsschule bestehen.

"Mit gemeinsamen Veranstaltungen wollen wir aber zeigen, dass wir eine Schule sind", sagte Jüngling. Die Entscheidung, wer die Förderschule künftig leiten wird, obliegt der Bezirksregierung. Eine mögliche Besetzung ist Franziska Müller-Luhnau, die Leiterin der Drachenfelsschule. Die Schulleiterstelle an der Bornheimer Verbundschule ist derzeit vakant, nachdem Uta Will nach Köln gewechselt ist.