Lemmerz-Areal in Königswinter

Gebäudeteile sollen unter Denkmalschutz gestellt werden

Das Verwaltungsgebäude der früheren Lemmerzhallen: Treppenhaus und Pförtnerloge hat eine Denkmalpflegerin begutachtet. ARCHIVFOTO: HOMANN

Das Verwaltungsgebäude der früheren Lemmerzhallen: Treppenhaus und Pförtnerloge hat eine Denkmalpflegerin begutachtet.

KÖNIGSWINTER. Teile der Gebäude auf dem ehemaligen Lemmerzgelände werden möglicherweise unter Denkmalschutz gestellt. Einen entsprechenden Hinweis hat die Stadt Königswinter, Eigentümerin des Areals, aus dem zuständigen Amt für Rheinische Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland erhalten.

Das bestätigte der für Gebäude und Grundstücke zuständige Königswinterer Dezernent Theo Krämer, ohne weitere Details zu nennen. Ein offizieller Antrag liege der Stadt noch nicht vor. Es solle aber demnächst ein Treffen mit dem LVR geben, um über das genaue Vorhaben des Amtes zu sprechen.

Birgit Parakenings, Sprecherin der Denkmalschutzbehörde mit Sitz in Pulheim, sagte, dass eine Industriedenkmalpflegerin im Oktober "die Gebäude begutachtet hat und sowohl das Treppenhaus samt Pförtnerloge im Verwaltungstrakt aus den 60er Jahren als auch die Lehrwerkstatt in den nebenliegenden Hallen aus den 30er Jahren bei dieser Gelegenheit besichtigt hat". Die Denkmalpflegerin selbst war gestern allerdings für Nachfragen nicht zu erreichen.

Anfang Juli hatte der Künstlerverein Antiform dem Amt den Hinweis gegeben, dass aus Sicht der Künstler die Hallen unter Denkmalschutz gestellt werden müssten. Die Künstler hatten dort bis Oktober mit Erlaubnis der Stadt eine Streetart-Ausstellung auf die Beine gestellt. Antiform hatte währenddessen ein umfangreiches Konzept ausgearbeitet, um mit einem Projekt unter dem Namen "Kulturfabrik" den an der Bahn gelegenen Trakt nutzen und bespielen zu können. Nach Aussagen des Vereinsvorsitzenden Helmut Reinelt habe Antiform Gespräche mit beinahe allen Interessenten für eine Mitnutzung des Areals geführt.

Verhandlungen dürften schwieriger werden

Die Verhandlungen mit den verbliebenen beiden Investoren dürfte durch den anstehenden Denkmalschutz schwieriger werden. Der eine will die Hallen komplett abreißen, um in einem Neubau einen Gewerbepark zu errichten. Der andere plant allerdings den Erhalt der alten Bausubstanz, um ein Oldtimer-Zentrum zu schaffen. Der Planungsausschuss hatte die Verwaltung im September damit beauftragt, mit den zwei Interessenten detailliertere Gespräche zu führen und in Schlussverhandlungen zu treten.

Vorangegangen war im Juni eigentlich ein Beschluss zum Abriss der Hallen durch die schwarz-grüne Koalition im Stadtrat. Der sollte eilends bis zum Jahresende erfolgen, weil das Nachfolgeunternehmen der Lemmerzwerke, Maxion Wheels, nur noch bis Anfang kommenden Jahres für mögliche Verunreinigungen im Boden aufgekommen wäre. So ist es im Kaufvertrag zwischen Stadt und Firma vereinbart worden. Durch den Abrissbeschluss aufgeschreckt, hatten anschließend sechs Investoren Interesse bekundet.

Die Vermarktung der Lemmerzhallen wird das nächste Mal im Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung am Montag, 14. Dezember, auf der Tagesordnung stehen.