Königswinterer Urgestein

Günther Steeg im Alter von 88 Jahren gestorben

Mittendrin statt nur dabei: Günther Steeg war als Lokalreporter überall.

Mittendrin statt nur dabei: Günther Steeg war als Lokalreporter überall.

Königswinter. Trauer um Günther Steeg: Das Königswinterer Urgestein ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Seine ganz besondere Vorliebe galt dem (Lokal-)Journalismus.

Trauer um Günther Steeg: Das Königswinterer Urgestein, das Zeit seines Lebens eng mit dem Siebengebirge verbunden war, ist am Mittwoch im Alter von 88 Jahren gestorben. Jeder kannte Günther Steeg. Und Günther Steeg kannte jeden: Diese Formel fasst gut zusammen, was den umtriebigen Oberdollendorfer kennzeichnete. Eben dort war Steeg am 9. März 1930 geboren worden. Seine Kindheit und Jugend waren überschattet von den Gräueln des nationalsozialistischen Regimes.

Aufgrund der jüdischen Herkunft seiner Mutter – einer Geborenen Levy, deren Eltern im Ort eine Metzgerei betrieben – musste Steeg die Schule verlassen. Die letzten Kriegswochen erlebten Mutter und Sohn in einem Versteck an der Longenburg in Niederdollendorf, aus dem US-Soldaten sie im März 1945 befreiten. Als Zeitzeuge zur jüdischen Geschichte hat Steeg das Erlebte an die nachfolgenden Generationen weitergegeben.

Bundesverdienstkreuz am Bande

Nach Kriegsende schloss Steeg die Schule ab und arbeitete bis zu seinem Ruhestand 1989 als Lohnbuchhalter bei den Didier-Werken. Seine ganz besondere Vorliebe jedoch galt dem (Lokal-)Journalismus: Bereits in den 1950er Jahren arbeitete er als freier Berichterstatter zunächst für die „Oberkasseler/Dollendorfer Zeitung“, später dann auch für die „Siebengebirgs-Zeitung“, die „Katholische Kirchenzeitung“, den Westdeutschen Rundfunk in Köln und ab den 1970er Jahren zudem für die „Bonner Rundschau“.

Für seine journalistische Tätigkeit erhielt Steeg im Jahr 1991 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Daneben engagierte sich der Oberdollendorfer in zahlreichen Vereinen. Steeg gehörte unter anderem in den 50er Jahren zu den Mitbegründern der KG Küzengarde Oberdollendorf, deren Ehrenmitglied er wurde. Vor zwei Jahren wurde er mit dem Verdienstorden des Bunds Deutscher Karneval in Gold mit Brillanten geehrt. Steeg war gleichfalls Gründungsmitglied des Heimatvereins Oberdollendorf und Römlinghoven und gehörte seit 1979 zum Ordenskapitel der „Ritter vom Siebengebirge“.

Seit 1997 war der Oberdollendorfer zudem Träger des Ehrenrings der Stadt Königswinter. Die Exequien für Günther Steeg werden am Dienstag, 4. September, 14 Uhr, in der katholischen Pfarrkirche Sankt Laurentius in Oberdollendorf gehalten.