Konzertreihe

Französisches Flair in der Abtei Heisterbach

Verwandeln die Zehntscheune wieder in einen Konzertsaal: Wolfram Lehnert (l.) und Markus Hoitz von der Stiftung Abtei Heisterbach.

Verwandeln die Zehntscheune wieder in einen Konzertsaal: Wolfram Lehnert (l.) und Markus Hoitz von der Stiftung Abtei Heisterbach.

Heisterbach. Die Kammermusik-Konzerte unter dem Motto "Klassik in der Scheune" ab 13. Mai stehen im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft. Zu hören sind Debussy und Beethoven, aber auch Jazz.

Erst am Vorabend war Wolfram Lehnert von einer Konzertreise nach Avignon zurückgekehrt. Tags darauf stellte der Geiger und Mitbegründer des Bonner Ensembles van Beethoven in der Abtei Heisterbach das aktuelle Programm der Konzertreihe „Klassik in der Scheune“ vor, deren künstlerischer Leiter Lehnert seit nunmehr 15 Jahren ist. Und die steht in diesem Jahr nicht ganz zufällig im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft.

„Bereits vor fünf Jahren gab es anlässlich der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags 1963 ein Festkonzert in der Zehntscheune“, sagt Lehnert. „Die deutsch-französische Freundschaft auch zu ihrem 55-jährigen Jubiläum zu würdigen, erschien mir da angebracht.“ Zudem, so der Musiker weiter, sei er selbst gebürtiger Saarländer. „Vielleicht auch aufgrund dieser geografischen Nachbarschaft fühle ich mich der französischen Sprache und Musik besonders verbunden.“

Der Pianist Knut Hanßen und das Ensemble van Beethoven präsentieren zum Auftakt der Konzertreihe am 13. Mai zwei Werke des Beethoven-Schülers Ferdinand Ries und des Franzosen Gabriel Fauré. „Beide sind auf ihre Art Brückenkomponisten“, so Lehnert. „Musiker in Zeiten des Aufbruchs in die Romantik und in den Impressionismus, die etwas Neues schaffen wollten.“ „Zwischen den Welten“ heißt entsprechend das Motto dieses Nachmittags.

Markus Schinkel Trio ist zu Gast

Andere musikalische Wege einschlagen wird Lehnert beim zweiten Konzert am 3. Juni. Wie im Vorjahr ist dann das Marcus Schinkel Trio in der Zehntscheune zu Gast und lädt zum Jazz-Spaziergang mit Werken von Modest Mussorgski, Claude Debussy und Ludwig van Beethoven ein. Violinist Lehnert wird das Trio begleiten – wie bereits 2017. „Einmal andere Wege zu gehen, hat Spaß gemacht“, sagt er. „Ich bin gespannt, wie es in diesem Jahr wird.“

 

Ein klassisches Vorbild präsentiert mit Pariser Charme: Unter diesem Vorzeichen steht das dritte Konzert „Septuor à la Beethoven – Septette von Ludwig van Beethoven und Adolphe Blanc“ am 24. Juni. In der Abtei zu Gast ist an diesem Nachmittag das Ensemble van Beethoven. Das letzte Konzert folgt wie in den vergangenen Jahren nach einer längeren Sommerpause: Werke von Johannes Brahms und Claude Debussy stehen am 30. September auf dem Programm des Recitals, das mit „Impressions romantiques“ überschrieben ist.

Viele verbinden das Konzert mit anderen Annehmlichkeiten

Neben Lehnert wird die Bonner Pianistin Luisa Imorde zu Gast in der Zehntscheune sein. „Es ist ein Programm, das viele romantische Impressionen verspricht“, ist sich Lehnert sicher. Sein Anliegen sei es, die Besucher auf eine spannende, musikalische Reise mitzunehmen. Mittlerweile zeige sich, dass die Besucher häufig ihren Tag rund um ein Konzert im Siebengebirge planen, nach einem Spaziergang in die Zehntscheune gehen und im Anschluss vielleicht in eines der Weinhäuser, hat Pfarrer Markus Hoitz von der Stiftung Abtei Heisterbach festgestellt.

„Und: Es kommen immer mehr Familien zu den Konzerten“, so Lehnert. Das sei sicher auch der ungezwungenen Atmosphäre der Reihe geschuldet. „Wie jedes Jahr sage ich: Es ist eines der schönsten Programme, die wir je hatten“, sagt Lehnert mit einem Augenzwinkern.

Unverändert geblieben sind die Eintrittspreise: Karten zu 18, ermäßigt neun Euro, jeweils zuzüglich Vorverkaufsgebühren, gibt es unter anderem in den Bonnticketshops der GA-Zweigstellen. Sie gelten zugleich als Fahrausweis im VRS. An der Abendkasse kosten die Karten 20 Euro, ermäßigt zehn Euro. Im Abonnement beträgt der Preis für alle vier Konzerte 60 Euro, ermäßigt 30 Euro.