Volkshochschule Siebengebirge

Finanzierung weiterer Kurse für Flüchtlinge unklar

Integration durch Sprache: Für die Kreisvolkshochschule Neuwied bietet unter anderem Dozentin Tri Rothbrust-Prasetyanti (rechts) Deutschkurse für Asylbewerber an. ARCHIVFOTO: FRANK HOMANN

Integration durch Sprache: Für die Kreisvolkshochschule Neuwied bietet unter anderem Dozentin Tri Rothbrust-Prasetyanti (rechts) Deutschkurse für Asylbewerber an.

SIEBENGEBIRGE. Die Flüchtlingswelle bringt die Volkshochschule Siebengebirge an die Grenzen der Belastbarkeit. Die Finanzierung durch die Arbeitsagentur des Bundes steht bis in den April. Noch ist nicht klar, wie es danach weitergeht.

Schnell mussten ab Ende Oktober des vergangenen Jahres Sprachkurse organisiert werden, an denen seit Dezember fünf Klassen in Bad Honnef und vier in Königswinter mit jeweils bis zu 25 Menschen aus den Ländern Eritrea, Syrien, Irak und dem Iran teilnehmen. Die Finanzierung durch die Bundesagentur für Arbeit steht bis zum Ende dieser Kurse im April. Aber wie geht es weiter?

"Bislang gibt es nur vage Andeutungen, dass möglicherweise die Bundesagentur für Migration und Flüchtlinge weiterführende Kurse bezahlt", sagte VHS-Leiterin Hedwig Roos-Schumacher bei der Vorstellung des Jahresprogramms, das ab dem heutigen Montag im Stadtgebiet ausliegt und im Internet zu finden ist: "Auf Dauer ist das so nicht mehr zu bewältigen. Es muss eine andere Finanzierung erfolgen."

Neben den Geldern für solche Kurse und zusätzliches Personal stünden außerdem nicht ohne Weiteres Ressourcen zur Verfügung, erklärte die Leiterin. Die Nachfrage nach Sprachdozenten sei enorm hoch, der Markt nahezu leer gefegt. Hinzu kämen Schwierigkeiten, geeignete Räume zu finden.

Teilnehmer erhalten Zertifikat nach bestandener Prüfung

Die Volkshochschule muss mit Königswinter und Bad Honnef ein flächenmäßig großes Gebiet mit vielen Ortschaften abdecken. Ihr steht kein eigenes Haus für die Kurse zur Verfügung, wie das beispielsweise in der benachbarten Stadt Bonn der Fall ist. Die Anmietung erfolgt meistens in Räumen, die vor allem abends zur Verfügung stehen.

Die Flüchtlinge werden aber tagsüber unterrichtet und müssen den Unterrichtsraum gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können. Zum Ende ihrer Sprachfortbildung sollen die Teilnehmer nach bestandener Prüfung ein Zertifikat bekommen und in die Integrationskurse überführt werden. 

Angebote für Flüchtlinge wie Einstiegskurse, Integrationskurse und Einbürgerungstests sowie zum Thema Flüchtlinge für Bürger sind im aktuellen Semester, das am 15. Februar offiziell beginnt, also ein wichtiges Thema. Die "Zukunftswerkstatt Siebengebirge" am 13. März soll vor allem zum Gelingen der Integration beitragen. "Bildung ist ein Schlüssel zur Integration und zur Teilhabe. Wie sie gelingen kann, darüber wollen wir an diesem Tag auch mit Experten sprechen", erklärte Jutta Schnippering, seit zehn Monaten stellvertretende VHS-Leiterin. Kochkurse böten die Möglichkeit, auch fernab von Formalitäten einander kennenzulernen.

282 Veranstaltungen im neuen Semester

Trotz der Mehrarbeit der drei in der Volkshochschule beschäftigten Pädagoginnen bleibt das Semesterprogramm ähnlich vielfältig wie in den Vorsemestern. Es werden 282 Veranstaltungen mit mehr als 4800 Unterrichtsstunden angeboten. Dazu kommen 72 Einzelveranstaltungen und 17 Exkursionen und Besichtigungen. Insgesamt arbeiten für die kommunale Volkshochschule 156 Dozentinnen und Dozenten. 

Jutta Schnippering, zuständig für den Gesundheitsbereich, hat eine Kooperation mit dem CURA-Krankenhaus gestartet. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird es unter anderem ein Entspannungstraining geben, ein Sportwissenschaftler spricht über neue Erkenntnisse, wie Sport auf die Gesundheit wirkt, und eine Knie-Fuß-Schule lehrt die Teilnehmer, wie sie Problemen vorbeugen können.

Eine ganze Veranstaltungsreihe setzt den Themenschwerpunkt auf Demenz. Der Leiter einer Selbsthilfegruppe wird daran teilnehmen, und ein Besuch des Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) auf dem Venusberg ist vorgesehen.

Jugend soll stärker in den Fokus rücken

Auf der anderen Seite will die Volkshochschule in den kommenden Jahren die Jugend stärker in den Fokus nehmen. Acht Veranstaltungen im aktuellen Programm eignen sich besonders für diese Zielgruppe, dazu zählt eine Informationsveranstaltung für junge Migranten, bei der sie etwas über berufliche Anerkennung ihrer Qualifikationen erfahren können. Besonders was die Studien- und Berufsorientierung angeht, sieht die VHS erhöhten Aufklärungsbedarf. "Immerhin brechen 30 Prozent der Studenten ihr Studium vorzeitig ab", begründete Schnippering. 

Das gesamte Programm der VHS steht auf der Internetseite. Zu den Kursen kann man sich ab heute anmelden: www.vhs-siebengebirge.de