Ganz Oberdollendorf ist auf den Beinen

Festmesse und Paraden auf der Laurentiuskirmes in Oberdollendorf

Zahlreiche Oberdollendorfer beteiligen sich an der Prozession nach dem Festgottesdienst.

Zahlreiche Oberdollendorfer beteiligen sich an der Prozession nach dem Festgottesdienst.

OBERDOLLENDORF. „Kirmes is e Jeföhl“: Seit Samstag steht Oberdollendorf bei der Laurentiuskirmes im Zeichen von Paraden, Fahnenschwenken und Festmesse. Am Montag wird der neue König gekrönt.

Punkt 15.30 Uhr am Samstag hallten die ersten Böllerschüsse durch den Weinort. Und schon bald darauf kommandierte Hauptmann Kevin Bracke in der Kirchbitzgasse die Sankt-Sebastianus-Junggesellen-Bruderschaft Oberdollendorf: „Festzug halt! Links um, Gewehr ab, rührt Euch!“ Am Festzelt holten die jungen Männer nämlich Präsident Marcel Herzog und Brudermeister Thomas Franz ab. Die Decke Musik spielte den Präsentiermarsch. Es war wie immer – aber auch diesmal verursachte bereits die erste Zeremonie der Laurentiuskirmes trotz Hitze Gänsehaut. Präsident Herzog sagte: „Kirmes in Oberdollendorf ist nicht einfach nur ein Fest – Kirmes is e Jeföhl!“

Nicht nur für die 89 Mitglieder der Junggesellen-Bruderschaft, sondern für alle Bewohner, die beim historischen Umzug, bei den Paraden, beim Fahnenschwenken, beim Festgottesdienst in Sankt Laurentius mit Präses Dariusz Glowacki und Kaplan Albert Kikalulu und der anschließenden Prozession, an der sich auch die Männerbruderschaft im Ornat beteiligte, die Straßen säumten oder anlässlich des Patroziniums ihrer Pfarrkirche gemeinsam beteten und ihres Schutzpatrons, des heiligen Laurentius, gedachten.

Die Fähnriche Philipp Brüßler und Lucas Körner schwenkten zu Ehren der Geistlichkeit und der Bevölkerung die Fahnen. Fast nonstop in Aktion waren auch die Decke Musik und die Knöppelchesjonge bei all den Umzügen – schon um 5 Uhr waren die Oberdollendorfer mit zünftigen Klängen geweckt worden. Große Freude herrschte bei Albert Kikalulu, dem die Junggesellen nach der Messe 2034,33 Euro, ein Drittel ihres Bettelgang-Erlöses, für sein Schulprojekt im Kongo überreichten.

Parade am Sebastianus-Platz

Der Höhepunkt am Sonntag: die Parade im Stechschritt am Sebastianus-Platz und die Damen in herrlichen Ballkleidern. Im Mittelpunkt: das Königspaar Martin Schmitz und Viviana Pettineo. Dabei waren auch einige der Jubilare, denen der abendliche Jubiläumsball gewidmet war. Agnes Peise feierte eisernes Königsjubiläum, für Diamantjubilar Peter Bürder wurde vorab im Seniorenheim die Fahne geschwenkt.

Goldjubilare waren Bruno und Maria-Therese Görg. Das Silberjubelpaar Bernd Blöser und Bettina Richarz hatte den Königsvogel 2018 bereits am Freitag im Weingut Blöser „Berti“ getauft. Geehrt wurde Familie Sechtem mit dem Goldenen Lambus für ihre Unterstützung der Sebastianer, die zum 16. Mal ihren Mitstreiter Terry Streeter aus London begrüßten. Ihm war beim ersten Besuch die Asche des Kirmeskerls mitgegeben worden. Marcel Herzog meinte: „Der einzige Paias, der eine Seebestattung im Ärmelkanal erhielt.“

An diesem Montag geht es ab 11 Uhr im Weingut Sülz darum, wer den Vogel abschießt und am Nachmittag zum neuen König gekrönt wird, bevor am Abend mit Parade und Krönungsball das Patrozinium fortgesetzt wird. Das Fest ist aufregend bis zur letzten Minute – Kirmes ist eben „e Jeföhl“.