Burghof in Königswinter

Familie Streve-Mülhens will für neuen Glanz sorgen

Im Schatten der Burgruine Drachenfels und unweit von Schloss Drachenburg liegt der Burghof im "Dornröschenschlaf".

KÖNIGSWINTER. An der Drachenburg werden bis zum Jahr 2007 29 Millionen Euro verbaut, die zu 80 Prozent das Land und zu 20 Prozent die NRW-Stiftung tragen. Der nur hundert Meter entfernte Burghof dämmert dagegen seit 1989 im Dornröschenschlaf vor sich hin. Das soll jetzt anders werden.

Seit wenigen Tagen ist die immer weiter verfallende Immobilie im Besitz der traditionsreichen Königswinterer Familie Streve-Mülhens. "Wir sahen uns veranlasst, in die Bresche zu springen. Wir sind uns der Verantwortung und der Auflagen bewusst", sagt Dieter Streve-Mülhens junior, der das Haus zusammen mit seiner Schwester Fiona Achenbach den bisherigen Eigentümern Viktor Schneider und Christa Repohl abkaufte. "Der Burghof ist ein integraler Bestandteil des Drachenfels und maßgeblich an seinem Erscheinungsbild beteiligt. Und das ist stark verbesserungswürdig", so Streve-Mülhens.

Auch historisch sind die berühmte Ruine und der an ihrem Fuß gelegene Burghof ein Ensemble. Der Hof war früher der Wirtschaftshof der Burggrafen vom Drachenfels und zusammen mit dem Milchhäuschen eine landwirtschaftliche Einheit. Das Milchhäuschen befindet sich ebenfalls im Besitz von Streve-Mülhens und war im vergangenen Jahr renoviert und kernsaniert worden.

"Auch der Burghof wird sich einer Sanierung unterziehen müssen. Von Renovierung wird man da nicht mehr sprechen können", so Streve-Mülhens. Die Sanierung solle mit Bedacht, Vorsicht und Liebe zur Substanz erfolgen. Dabei gibt es über die Verantwortung für die Stadt hinaus Argumente, die den Erwerb des Burghofes für die Familie besonders reizvoll erscheinen ließ.

So sind die Streve-Mülhens Eigentümer der Bergbahnen im Siebengebirge AG. Die Zahnradbahn macht Station zwischen Drachenburg und Burghof und kann Gäste fast vor der Haustür absetzen. Den neuen Eigentümern schwebt nämlich eine gastronomische Nutzung vor, möglicherweise mit Hotel- und Tagungsbetrieb.

"Wir werden die nächsten Schritte ganz vorsichtig und in enger Zusammenarbeit mit allen Behörden gehen. Wir werden alle möglichen Spielarten durchdenken und analysieren", kündigt Streve-Mülhens an. An der Zuwegung waren in der Vergangenheit mehrere Versuche, das Objekt an den Mann zu bringen, gescheitert.

Der Burghof liegt im Naturschutzgebiet Siebengebirge und damit laut dem neuen Besitzer "im Knotenpunkt der Auflagen". "Wir arbeiten sehr eng mit der Stadt, dem Verschönerungsverein für das Siebengebirge und der Unteren Landschaftsbehörde zusammen", versichert Streve-Mülhens. Wann mit der Sanierung begonnen wird, ist noch offen. "Das hängt von den Gesprächen mit den Behörden ab. Wir haben aber keine Eile", sagt der Eigentümer. "Dornröschen" muss sich noch etwas gedulden, aber der Prinz ist unterwegs.