Sanierungsarbeiten

Eselsweg am Drachenfels bleibt ein weiteres Jahr gesperrt

Siebengebirge. Weil sich die Sicherungsmaßnahmen am Drachenfels schwieriger gestalten als geplant, bleibt der obere Eselsweg zwischen Schloss Drachenfels und dem Plateau vermutlich bis Herbst 2018 gesperrt.

Wie berichtet, bröckelt ein Fels unterhalb der Burgruine auf dem Drachenfels und könnte im schlimmsten Fall auf den beliebten Wanderweg stürzen. Zum anderen nutzt die Bezirksregierung die Gelegenheit, um einige der Felsanker, die die Spitzes des Berges unter der Ruine zusammenhalten, auszutauschen. Doch das weit in die höhe ragende Gerüst lässt vermuten, dass die Arbeiten sich noch ziehen. Das bestätigte nun auch Thomas Metz, Dezernent für Sonderliegenschaften der Bezirksregierung Köln: „Es kam leider immer wieder zu nicht kalkulierbaren Verzögerungen.“ So sei man vor Beginn der Sicherungsmaßnahmen von einem kleineren Schadensbild am Drachenfels ausgegangen. Weiter wurden große Mengen Erdreich abgetragen und mit ihnen über Jahrzehnte angesammelter Müll. „In den rund 50 Jahren hatten sich tatsächlich mehrere Tonnen angehäuft."

Für das Befestigen neuer Anker, um die Stabilität des Urgesteins auch weiter zu sichern, wurde Ende August mit umfangreichen Bohrungen begonnen. In einem Arbeitsschritt davor wurden darüber hinaus Wurzeln und Efeu entfernt, die sich mit der Zeit ihren Weg gebahnt hatten und aus sogenannten Klüften aus der Felswand ranken. „Die dadurch entstehende Sprengkraft und weiteres Wachstum hätte dafür sorgen können, dass einzelne Teile der Felswand herunterbrechen“, erklärte Metz.

Der rot-markierte Bereich der Grafik zeigt den Bereich an, in dem derzeit hauptsächlich gearbeitet wird.

Der rot-markierte Bereich der Grafik zeigt den Bereich an, in dem derzeit hauptsächlich gearbeitet wird.

Zunächst waren sogenannte Sicherheitsbohrungen notwendig, um dann die sieben alten Anker aus den 1970er Jahren auszutauschen, ohne die Stabilität zu gefährden. Durch Messungen kann präzise errechnet werden, wann ein Anker der Traglast auf Dauer nicht mehr standhält. Die rund 25 Meter langen Stahlstäbe werden mit großen Muttern festgezogen und müssen anschließend rund 500 Kilo-Newton aushalten. Das sind, in einer anderen Einheit gesprochen, etwa 50 Tonnen, die auf das Material wirken. Beide Ersatzanker sind bereits gesetzt und angezogen.

Jetzt gilt es in einem weiteren Arbeitsschritt, die alten Stahlstäbe zu entfernen und durch neue zu ersetzen. Dafür muss die Spannung in den Spanngliedern gelöst werden. Das erfolgt durch ein Abbrennen der Muttern mit einem Schneidbrenner. Durch die großen Kräfte, die seit knapp 50 Jahren auf die Muttern wirken, ist es nicht möglich, das Gewinde einfach aufzudrehen.  

Doch auch bei diesem Arbeitsschritt kam Unvorhergesehenes auf die Arbeiter zu. Die alten Spannglieder aus den 70er Jahren befanden sich in einer Hüllröhre – einem Kunststoffrohr –-, die auf den Plänen der nicht ersichtlich war. Diese sorgten dafür, dass bei einem der vorhandenen Löcher der neue Anker nicht eingezogen werden konnte. Zudem hat die Bezirksregierung Köln zusammen mit einem Fachingenieur das aktuelle Bohrloch für den vierten Anker mit einer Kamera untersucht.  Dabei wurde festgestellt , dass das Rohr an einer Stelle verkalkt ist und das Loch sich daher um ein bis zwei Zentimeter verkleinert. Diese Verkalkung muss nun erstmal entfernt werden, um Anker Nummer Vier setzen zu können.

"Wir arbeiten mit Hochdruck", versichert Vanessa Nolte, Pressesprecherin der Bezirksregierung. "Denn wir wissen, wie populäre der Weg ist." Aber bei einer solchen Sanierung gebe es viele Unwägbarkeiten, zudem können manche Arbeiten nur bei Temperaturen über fünf Grad ausgeführt werden, sodass im Winter die Gefahr einer Zwangspause besteht.