Sanierung verzögert sich

Eselsweg am Drachenfels bleibt bis 2019 gesperrt

Beeindruckendes Baugerüst: Die Sicherungsarbeiten am Drachenfels, von der gegenüberliegenden Rheinseite aus fotografiert.

Beeindruckendes Baugerüst: Die Sicherungsarbeiten am Drachenfels, von der gegenüberliegenden Rheinseite aus fotografiert.

Königswinter. Der Eselsweg am Drachenfels bleibt länger gesperrt als geplant: Schlechtes Wetter legte die Baustelle lahm, dann wurden zusätzliche Arbeiten nötig. Dazu musste das Gerüst aufgestockt werden.

Von der anderen Rheinseite aus sieht man es besonders gut: Das Gerüst rund um den bröckelnden Drachenfels ist noch einmal mächtig gewachsen. Gleichzeitig verzögern die schwierigen Bedingungen am Fels und das widrige Wetter der vergangenen Monate die Arbeiten. „Für eine Öffnung des Eselswegs noch in diesem Jahr sieht es nicht gut aus“, sagte Vanessa Nolte, Pressesprecherin der Bezirksregierung Köln, auf GA-Anfrage. „Obwohl alle mit Hochdruck arbeiten, denn wir sind uns der Bedeutung der Strecke wohl bewusst, werden wir den Weg vermutlich nicht vor dem Jahr 2019 wieder freigeben können.“

Die Sperrung des Wegs war im Januar 2017 notwendig geworden, nachdem ein Felsbrocken direkt unterhalb der Ruine über dem Eselsweg bröckelte. Im schlimmsten Fall hätten erneut große Steine auf den beliebten Wanderweg stürzen können. Das Land Nordrhein-Westfalen als Eigentümer des Berges oberhalb des Plateaus wollte Sperrung und Sanierung nutzen, um auch einige der Felsenanker, die die Bergspitze unterhalb der Ruine zusammenhalten, auszutauschen. Damals war von einem Sanierungszeitraum bis Januar diesen Jahres ausgegangen worden. Doch schnell stellte sich heraus, dass dieser Zeitrahmen nicht einzuhalten sein würde.

Frost behindert den Materialtransport

Was natürlich nicht heißt, dass auf der prominenten Baustelle in den vergangenen Monaten nichts passiert ist. Das Augenfälligste ist die Erweiterung des Gerüsts: Es wurde bis an die obere Felskante aufgestockt – eine „Mehrmasse von gut einem Drittel des bestehenden Gerüstes“, so Nolte. Zudem wurde ein zusätzlicher Lastenaufzug eingerichtet, nachdem sich herausgestellt hatte, dass weitere Sicherungsmaßnahmen nötig sein würden. Denn erst nachdem große Mengen Erdreich abgetragen und mehrere über Jahrzehnte angesammelte Tonnen Müll entsorgt waren, zeigte sich das ganze Ausmaß des Schadens – und das war doch um einiges größer als zuvor geahnt.

Auch der Gerüstbau selbst gestaltete sich laut Bezirksregierung schwierig. Denn dieser könne nur bei Tageslicht erfolgen – im Winter eher Mangelware. Schnee und Frost taten ein Übriges, vier bis sechs Wochen Verzögerung sind die Folge. Hinzu kommt: Bei Frost ist der Eselsweg spiegelglatt, sodass keine Materialtransporte möglich waren.

Rücksicht auf Fledermäuse und Eidechsen

Inzwischen hat die Sicherung des bröckelnden Felsens oberhalb des Eselswegs begonnen, seit der zweiten Februarwoche wird mit wetterbedingten Unterbrechungen gearbeitet. Unter anderem soll das poröse Gestein an einigen Stellen mit Spritzbeton und Felsnägeln gesichert werden. „Da wir uns ja in einem besonders sensiblen Naturgebiet befinden, muss jede Maßnahme doppelt und dreifach geprüft werden, um beispielsweise Lebewesen wie Fledermäuse oder Eidechsen in ihrem Lebensraum nicht zu gefährden“, so Nolte. Auch das trägt dazu bei, dass die Arbeiten langsamer vorangehen als geplant. Jene instabile Felsnase, die die ganze Aktion ja erst auslöste, soll mit einem Stahlnetz gesichert werden. Nolte: „Der Berg ist eine Herausforderung.“

Gut gelaufen ist hingegen das Einsetzen der neuen Felsenanker, die mittlerweile gespannt sind, und der Austausch von sieben alten Ankern aus den 70er Jahren. Die endgültige Verkabelung der Anker, so Nolte, könne zwar erst erfolgen, wenn auch der Stützpfeiler in einigen Wochen eingerüstet ist. Das stelle jedoch kein Problem dar: Die Messungen konnten trotzdem erfolgen, da die Leitungen provisorisch verlegt wurden. Die rund 25 Meter langen Stahlstäbe wurden dann mit großen Muttern festgezogen und müssen nun rund 500 Kilonewton aushalten. Das sind, in einer anderen Einheit gesprochen, etwa 50 Tonnen, die auf das Material einwirken. Ergebnis der bislang vorliegenden Messungen: Berg und Anker halten.