Drachenfels in Königswinter

Erste Glaskubus-Besucher genossen die Aussicht

KÖNIGSWINTER. "Wir sind die ersten Gäste hier." Dietlind Frohnhaus aus Niederdollendorf wanderte am Samstagvormittag mit ihrer Nachbarin Christine Wessendorf auf den Drachenfels. Hier betraten sie als erste das dunkle Parkett des neuen Drachenfels-Restaurants, nachdem das Plateau am Vortag eröffnet worden war. Nun durfte jeder rein.

Restaurantleiter Maximilian Klemm nahm die Gäste in Empfang. Am Samstag war der Besuch bis zum Mittag eher schleppend. Längst nicht alle 22 Tische im Glaskubus waren besetzt. "Wir rechnen heute mit einigen Hundert Besuchern, vor allem am Nachmittag, und am Sonntag, wenn das Wetter so bleibt, mit Tausend", meinte Restaurant-Betreiber Hermann Josef Nolden.

"Mir ist ein Fels vom Herzen gefallen, dass endlich Eröffnung ist." Und, hat er sich diesen Tag so vorgestellt? Nolden: "Ein bedingungsloses Ja." Da brachte es ihn auch nicht aus der Ruhe, als die Küche meldete: "Wir haben kein Gas mehr." Bis der Handwerker den Schaden behob, wurde elektrisch gekocht. "Es war eine Blitzidee, bei diesem schönen Wetter hierher zu wandern", sagte Gerd Gotthardt aus Niederkassel-Rheidt.

"Wir haben die Diskussion über den Glaskubus und den Vogelschutz in der Zeitung verfolgt. Wenn die Vögel auch damit zufrieden sind - die Streifen stören nicht beim Rausschauen." Und so genossen Gotthardt und seine Frau Reinhild den Blick. Beim Studieren der Speisekarte, die noch als provisorisches loses Blatt auslag, entschieden sie sich stilgerecht für die Riesling-Cremesuppe "Drachenfels". Auch das Ehepaar Gotthardt geht in die Annalen ein: "Wir sind die ersten Gäste, die hier speisen. Ja, es schmeckt."

[kein Linktext vorhanden]Kartoffeleintopf mit Bockwurst, Himmel un Ääd und mehr hatte Chefkoch Giovanni Crea auf der Pfanne. Apfel-, Käse- und Glühweinkuchen schob Hauskonditor Johnny Hoogenstrijd in den Ofen. Nolden: "Die rheinische Küche wird Kernthema sein."

Crea, bisher für Nolden in der Villa Leonhart und im Rheincafé auf der Insel Grafenwerth aktiv: "Es geht so langsam los hier. Wir sind alle sehr gespannt, wie es ankommt." Und: "Allein die Fahrt zur Arbeit macht Spaß." Nathalie Katthagen im Service sagte: "Es ist der schönste Arbeitsplatz, den man haben kann."

Die Wanderer Jutta und Uwe Radicke aus Sankt Augustin schauten sich um und bestellten einen Tisch für Sonntag: "Es ist toll. Die Streifen auf den Scheiben - schade, aber gut, wenn es den Vögeln hilft." Zufällig erlebten Katrien Hooreman und Lieven van Gheluwe Tag eins im vermutlich teuersten "Aquarium" der Welt.

Die Belgier verbrachten ein Wochenende in Königswinter. "Die Offenheit der Terrassen gefällt uns. Wir kommen wieder, wenn alles fertig ist." Und Christiane Wessendorf überlegte schon mal, ihren Geburtstag hier zu feiern.

Geöffnet ist bis Ende Februar jeweils nur samstags und sonntags, 11 bis 18 Uhr. Ab März ist täglich geöffnet, inklusive Kiosk.