Kommentar zum Hobshof in Vinxel

Eingeholt von der Realität

Die Fläche rund um den Hobshof (rot markiert) würde die Stadt gerne kaufen.

Die Fläche rund um den Hobshof (rot markiert) würde die Stadt gerne kaufen.

Königswinter. Die jüngste Entwicklung in Vinxel zeigt einmal mehr, wie schwierig Stadtplanung ist. Jetzt sind Bürger und Stadt wohl auf den guten Willen des neuen Eigentümers angewiesen, kommentiert Hansjürgen Melzer.

Die jüngste Entwicklung in Vinxel zeigt einmal mehr, wie schwierig Stadtplanung ist. Wenn sich Investoren im Rahmen eines rechtskräftigen Bebauungsplans bewegen wie im Fall „Kapellenweg/Holtorfer Straße“ (50/18), dann können sie dort unter Berücksichtigung der Planvorgaben jederzeit bauen.

Es ist also damit zu rechnen, dass der künftige Eigentümer der Flächen dort bald zur Tat schreiten wird. Warum sollte er das Grundstück sonst vom Schulfonds erwerben?

Auch bei der Gemeinbedarfsfläche bleibt der Stadt und den Bürgern jetzt nur noch das Prinzip Hoffnung, nachdem die Kaufverhandlungen mit dem Schulfonds gescheitert sind. Auf die Ausübung des Vorkaufsrechts hat die Politik wahrscheinlich zu Recht verzichtet, nachdem das Verwaltungsgericht vor einiger Zeit bereits deutlich gemacht hat, dass die Festsetzung der Gemeinbedarfsfläche aufgrund der Unbestimmtheit der Zweckbestimmung – in diesem Fall „Stätte der Begegnung“ – funktionslos sein dürfte.

Jetzt sind Bürger und Stadt wohl auf den guten Willen des neuen Eigentümers angewiesen. Ob aber ein Investor, der mit der Entwicklung von Flächen sein Geld verdient, so viel Sinn für Sozialromantik hat, dass er der Stadt die Gemeinbedarfsfläche verkauft, erscheint zumindest fraglich.

Während Bürgerverein und Bürgerinitiative mit der Stadt über eine Nutzung des Geländes und eine mögliche Sanierung der Hobshof-Scheune diskutierten, machte der Schulfonds einfach Nägel mit Köpfen und suchte (erfolgreich) einen Investor. Spätestens jetzt müsste jeder in Vinxel in der Realität angekommen sein.