"7 Mountains Music Night"

Ein Musikfestival der Superlative

Die schottische Band Break the Butterfly begeisterte das Publikum in den Lemmerzhallen. FOTOS: HOMANN

Die schottische Band Break the Butterfly begeisterte das Publikum in den Lemmerzhallen.

SIEBENGEBIRGE. Vier Stunden, 19 Konzerte, mehr als 70 Musiker - ein voller Erfolg: Rund 2500 Besucher feiern bei der "7 Mountains Music Night" zwischen Königswinter und Bad Honnef.

Das war Kraft vom allerersten Akkord an, Stimmgewalt ab der ersten Silbe. Die fünf Schotten von Break the Butterfly, gewissermaßen das inoffizielle Zugpferd der "7 Mountains Music Night", hatten das Publikum sofort in der Hand. Ein Schuss Rock und eine Prise Punk machten den charismatischen Folk des Fünfergespanns aus Levenmouth an der schottischen Ostküste zum Höhepunkt des Abends.

Krachende Riffs brausten wie eine wilde Rock-Springflut durch die Lemmerzwerke; das Publikum ließ sich von der unverkennbaren Fröhlichkeit und Warmherzigkeit des ausgelassenen Tanz-und-Feier-Folks mitreißen. "Die beste Band am besten Ort", schwärmte ein Besucher.

Kein Zweifel, die sechste Auflage der "7 Mountains Music Night" war ein Riesenerfolg. Vier Stunden, 19 Konzerte, mehr als 70 Musiker - so viele wie nie zuvor bei der Musiknacht - das konnte sich sehen lassen.

Noch dazu wurden erstmals, aufgrund der hohen Nachfrage im Vorjahr, gleich drei Shuttlebusse in musikalische Partyzonen verwandelt: Während der Fahrt zu den 15 Musikstationen gab es nicht etwa Beats aus der Konserve, sondern Live-Entertainment mit den Bands Meoneo, Blipso Juice sowie Dad's Phonkey, dem Ich-mache-alles-selbst-Projekt des Sängers Christian Padberg.

"Es war wahnsinnig viel los"

Und das wirkte: "Es war wahnsinnig viel los", resümierte Organisator Helge Kirscht am Sonntag. Ersten Hochrechnungen zufolge zogen 2500 Besucher durch die Honnefer und Königswinterer Kneipenlandschaft, ganze 500 mehr als im vergangenen Jahr, und bescherten der "7 Mountains Music Night" somit die bislang mit Abstand bestbesuchte Ausgabe - und das, obwohl der Vorverkauf mehr als schleppend verlief.

Die Abendkassen hingegen explodierten förmlich. Break the Butterfly sorgten unterdessen in den Lemmerzwerken für eine phänomenale Besucherfrequenz. Kirscht: "Es hat alles gestimmt."

Musikalisch wurde schließlich einiges geboten. Als Geheimtipp entpuppte sich das Trio Ava, das in der Bar des Maritim-Hotels mit verführerischem Lounge-Soul bezauberte. Emotional wie Alicia Keys, betörend wie Alex Hepburn wickelte Sängerin Eileen Weidner die Gäste mit samtweicher Stimme und melodischem Fingerspitzengefühl ein, getragen von entspannt dahinfließendem Gitarrenspiel und lässiger Drum-Percussion.

"7 Mountains Music Night" 

Da fiel es mehr als schwer, sich loszureißen. Doch es gab viel zu hören: Der einzige Nachteil der städteübergreifenden Veranstaltung war wie immer die bittersüße Qual der Wahl.

Bereits auf dem Weg zum Maritim-Hotel schallte "Walking on Sunshine" von Katrina and the Waves aus dem Bistro des Sea Life Centers, wo Plenty Fourty mit heiterem Pop und Blues scharenweise Gäste angelockt hatte. Ebenso rappelvoll war es im mexikanischen Restaurant Ayuntamiento am Honnefer Marktplatz: Hier standen die Besucher reihenweise vor dem Gebäude, die Cocktails in der Hand, um die Clubhits von Jimmy Klimsop und seiner Band Jimix mitzuerleben.

Grandiose Cover-Songs gab es unweit entfernt auch in der Edel-Bar Eastwood an der Linzer Straße - etwa Adeles "Skyfall" so eindrucksvoll aus voller Kehle geschmettert, dass selbst James Bond höchstpersönlich ins Schmachten geraten wäre.

Mr. Matt & The Madsonix als Publikumsmagnet

Das Filmmusik-Arrangement von Mr. Matt & The Madsonix entpuppte sich als echter Publikumsmagnet, so dass vorbeifahrende Autofahrer noch um Mitternacht angesichts der riesigen, gut gelaunten Menschentraube auf dem Fußweg große Augen machten. Hier mussten sogar die Autodächer der Bar-Besucher als Getränketische herhalten, so voll war es.

Ob der Akustik-Hardrock des Duos Krysmah, die Jazzstandards des Meinhard-Siegel-Trios, der Gypsyswing von Antiquariat, der einheimische Bluesrock der Blueshunter oder die Stimmungsmacher des Cover-Duos Coincidence - für fast jeden Geschmack war das Richtige dabei.

Und wessen Live-Musik-Hunger selbst nach dem 80's-Pop von Dangerous Comfort, dem Rosenstolz-Tribute von Rosenblond, dem Deutschrock der Brandstifter, der harten Oldies von "Opa kommt" und dem gediegenen Auftritt der Jazzburner gestillt war, der ließ die Nacht auf der großen Aftershow-Party mit italienischem Chill-Out-House ausklingen. Danach war aber endgültig Feierabend.