Kommentar zu Flüchtlingen in Königswinter

Dringender Bedarf

Derzeit leben noch 356 Flüchtlinge in städtischen Unterkünften. Und trainieren etwa - wie auf dem Foto in Oberpleis - das Radfahren im deutschen Straßenverkehr.

Derzeit leben noch 356 Flüchtlinge in städtischen Unterkünften. Und trainieren etwa - wie auf dem Foto in Oberpleis - das Radfahren im deutschen Straßenverkehr.

Königswinter. Die Zahlen sind alarmierend. Von 126 Haushalten in Königswinter, die im vergangenen Jahr einen Wohnberechtigungsschein erhalten haben, sucht ein Viertel Ende 2017 immer noch nach einer Wohnung.

Von den Haushalten, die im laufenden Jahr einen Anspruch erworben haben, sind sogar zwei Drittel bisher leer ausgegangen. Viele der Wohnungssuchenden sind anerkannte Asylbewerber, aber bei weitem nicht alle. Auch viele deutsche Familien, Paare oder Singles können sich die hohen Mieten in der Stadt nicht leisten. Das zeigen auch die langen Wartelisten bei der städtischen Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft, die über preiswerten Wohnraum in begrenztem Umfang verfügt.

Die Stadt tut daher gut daran, für die Wohnungssuchenden möglichst kurzfristig Wohnraum in Flüchtlingsunterkünften, die als solche nicht mehr benötigt werden, zu schaffen. Doch das ist allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. In den kommenden Jahren muss die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in der Stadt absolute Priorität genießen. Die Verwaltung selbst spricht von einem dringenden Bedarf.

In der jüngeren Vergangenheit wurde in Königswinter Investoren die Möglichkeit gegeben, Eigentumswohnungen zu bauen, die zum Teil zu astronomischen Preisen auch ihre Käufer fanden. Zum Beispiel im Lemmerzpark oder Park Trillhaase mit Rheinblick oder im Park Lichtenberg in Oberpleis ist auf diese Weise hochwertiger Wohnraum geschaffen worden. In den kommenden Jahren werden am Sumpfweg – wiederum am Rhein – weitere rund 150 nicht ganz billige Eigentumswohnungen dazukommen.

Mit ebenso viel Energie müssen Politik und Verwaltung jetzt aber auch für den weniger wohlhabenden Teil der Bevölkerung aktiv werden. Erste Überlegungen, wo bezahlbarer neuer Wohnraum geschaffen werden könnte, gibt es bereits. Sie müssen nun mit Hochdruck weiterverfolgt und – wenn möglich – dann auch sehr schnell umgesetzt werden.