Bürgerversammlung in Bockeroth

Die Verkehrsberuhigung bleibt ein Dauerthema

Weitgehend bestätigt wurde der Vorstand bei den Neuwahlen der Bürgergemeinschaft Bockeroth.

Weitgehend bestätigt wurde der Vorstand bei den Neuwahlen der Bürgergemeinschaft Bockeroth.

BOCKEROTH. Die gute Nachricht: Spätestens im Frühsommer haben alle Bockerother schnelles Internet. Die schlechte: Die Verkehrsberuhigung auf der Bockerother Straße wird die Bürger weiter beschäftigen.

Mit seinen rund 516 Einwohnern zählt Bockeroth nicht gerade zu den größten Orten im Königswinterer Stadtgebiet, doch hatte sich die dortige Bürgergemeinschaft in den vergangenen Jahren mit gewichtigen Themen zu beschäftigen: sei es der Verkehr oder die schnelle Internetanbindung. Zumindest Letzteres kann zur Erleichterung des Vorstands nach fünf Jahren erbittertem Ringen in Kürze als abgehakt betrachtet werden: Bockeroth ist als erstes Dorf im Umkreis von Oberpleis durch die Telekom mit einer schnellen Internetverbindung versorgt worden.

An für sich ein Grund zur Freude, doch gibt es im Ort momentan noch eine Zweiklassen-Gesellschaft: Während die einen schon Highspeed surfen, bewegen sich andere noch immer im Bummelzugtempo durchs Netz. Vorsitzender Holger Willcke konnte bei der Jahreshauptversammlung am Freitag die Gemüter beruhigen: „Spätestens Ende Mai/Anfang Juni wird die Telekom alle Haushalte versorgen können.“ Nach Aussage des Unternehmens sei durch einen Irrtum die Freischaltung zu früh erfolgt, und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem die Kapazitäten für die Versorgung aller 205 Haushalte noch gar nicht ausreichten. 98 Haushalte sind so zwar schon vorzeitig in den Genuss des schnellen Internets gekommen, für die anderen heißt es aber noch warten.

Das Thema Verkehr wird indes wohl noch eine Weile die Gemüter erhitzen. Anlass ist eine Maßnahme zur Verkehrsberuhigung in der Bockerother Straße. Dort hatte die Stadt vermeintlich auf Anweisung des Rhein-Sieg-Kreises als Aufsichtsbehörde im Rahmen der Schulwegsicherung in Höhe des Geschichtshäuschens (Bockerother Straße 67) eine Fahrbahneinengung mit Warnbaken gebaut. Der Grund: Die meisten Autofahrer hatten sich nicht an das Tempolimit von 30 Stundenkilometern gehalten.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist seitdem zwar um fünf Stundenkilometer gesunken, sicherer ist es nach Ansicht vieler Bürger jedoch nicht geworden – im Gegenteil. „Die Stadt hat zugestanden, dass die Situation so, wie sie heute ist, nicht bleiben kann“, berichtete Willcke von den Gesprächen, die der Verein mit den zuständigen Verwaltungsmitarbeitern geführt hat. „Die Verengung hätte als Einzelmaßnahme so nicht gebaut werden sollen. Die Stadt ist auch nicht glücklich damit.“ Für den Kreis als Aufsichtsbehörde sei jedoch der Rückbau nicht verhandelbar.

Die Stadt habe daher einen Vorschlag erarbeitet, um die Situation zu entschärfen: So soll die Geschwindigkeit durch zwei zusätzliche Fahrbahneinengungen vor und nach der bereits bestehenden weiter reduziert werden – ein Vorschlag, der auf deutliche Ablehnung stieß. Viele Anwohner befürchten, dass durch die Einengungen vielmehr zusätzliche Gefahrenstellen geschaffen werden. In einer Abstimmung wurde daher einstimmig beschlossen, dass die Bürger keine weitere Einengung wünschen.

Diesen Beschluss wird der Verein der Stadt mitteilen. „An der bestehenden Einengung ist nach unserer Einschätzung nichts zu ändern, es sei denn, man beschreitet als Privatperson den Klageweg“, so Willcke.

Gewählt wurde auf der Jahreshauptversammlung auch turnusgemäß der Vorstand der Bürgergemeinschaft, der geschäftsführende Vorstand – bestehend aus Willcke, seiner Stellvertreterin Susanne Knöß, Schriftführer Wolfgang Thaysen und Kassierer Klaus Wiesehügel – wurde einstimmig wiedergewählt. Veränderungen gab es lediglich in der Riege der Beisitzer: Monika Hochstätter und Guido Weiland kandidierten nicht mehr, in ihren Ämtern bestätigt wurden indes Marianne Lehmacher und Bianca Peterson-Lemke. Neu als Beisitzer hinzu kamen Ike Bohle, Wolfgang Wicharz und Thomas Keller.

Die Brauchtums-Geldspenden für Gruppierungen, die sich besonders für den Rosenmontagszug engagieren, gingen in diesem Jahr an das Damenkomitee sowie die HSV-Jugend.