Deutsch-französische Freundschaft

Die Tricolore weht im Bürgerpark Niederdollendorf

Gezielter Wurf auf das Schweinchen: Der Partnerschaftsverein pflegt auch die Tradition des Pétanque.

Gezielter Wurf auf das Schweinchen: Der Partnerschaftsverein pflegt auch die Tradition des Pétanque.

Niederdollendorf. Mit einem Boule-Turnier feiert der Partnerschaftsverein Königswinter-Cognac jährlich den Nationalfeiertag der Partner in Frankreich. Am Ende sind alle Gewinner.

Seinen Nationalfeiertag feiert Frankreich immer besonders pompös. Kriegsgerät, Pferde und Tausende Soldaten fuhren und marschierten am 14. Juli in einer Militärparade über die Champs-Élysées, Düsenjets donnerten am Place de la Concorde über die Köpfe der Zuschauer und des Präsidenten Macron hinweg.

In Königwinter wird der „Quatorze Juillet“ zwar auch gefeiert, hier schiebt – pardon, wirft – man aber eine deutlich ruhigere Kugel. Denn: der Partnerschaftsverein Königswinter-Cognac begeht den Nationalfeiertag jährlich mit einem geselligen Boule-Turnier.

Dafür wurde am Samstag der Bürgerpark in Niederdollendorf wieder kurzerhand in den „Place de la Pétanque“ umbenannt und mit französischen Fahnen passend geschmückt. Selbst die Bretter, auf denen mit Wäscheklammern der Punktestand von den jeweiligen Spielen abgetragen wurde, erstrahlten in den Nationalfarben der Partner, in Blau, Weiß und Rot.

33 Teilnehmer

Der so zu einem „Boulodrome“ mit französischem Flair umfunktionierte Park wurde von den 33 Teilnehmern nach den Pétanque-Regeln bespielt. Ziel des Spiels ist es, seine Kugel aus dem Handgelenk heraus möglichst nah an einer kleineren, vorher ausgeworfenen Kugel – dem sogenannten Schweinchen – zu platzieren. Für jede Kugel, die näher am Schweinchen liegt als die des Gegnerteams, gibt es einen Punkt.

Die Mannschaft, die als erstes 13 Punkte erlangt hat, entscheidet damit das Spiel für sich. Fünf Bahnen standen für die Teilnehmer bereit. Und Clemens Feugmann vom Partnerschaftsverein gab am Mikrofon die Rotationen der Mannschaften vor.

Er selbst war am Samstag mit der Organisation beschäftigt und konnte deshalb nicht mitspielen, widmet sich dem Spiel allerdings in der Regel dreimal in der Woche. „Ich habe bis zu meinem 70. Lebensjahr Volleyball gespielt, mich dann aber für das Boulen entschieden, weil das altersgemäßer ist und ich den Sport aus Frankreich kenne“, erklärte er.

Ein Sport für jedes Alter

Neben der Tatsache, dass man Boule quasi in jedem Alter spielen kann, führte Teilnehmer Peter Markhoff zwei weitere Merkmale des Kugelsports an: „Die Geselligkeit und, dass Boule draußen an der frischen Luft gespielt wird.“

Besonders Ersteres sollte auch beim Turnier jetzt betont werden: Von sportlicher Rivalität war bei dem Turnier nichts zu spüren, vielmehr wurden Witze gerissen und gute Würfe des Gegnerteams ausführlich beglückwünscht.

Die Teilnehmer bekamen Bier oder Apfelsaft angeboten, zu essen gab es selbst gemachten Kuchen. Und im Anschluss an das Bouleturnier ging es für Teilnehmer und Zuschauer gemeinsam in das naheliegende „Weinhaus am Rhein“.

So störte sich auch niemand daran, dass es am Ende gleich fünf Gewinner gab, die sich mit derselben Punktezahl den ersten Platz teilten. Dem repräsentativen Pomp, den der Nationalfeiertag in Paris mit sich brachte, stellte der Partnerschaftsverein ein gemütliches Turnier gegenüber, bei dem der Spaß im Vordergrund stand - und fand damit auch eine angemessene Form, den „Quatorze Juillet“ zu feiern.