Neues Wohngebiet in Oberpleis

Der kleinste Entwurf überzeugt

So sehen die Regionalis-Planungen für Oberpleis aus: zwei- und eingeschossige Gebäude östlich der Königswinterer Straße.

OBERPLEIS. Der kleinste von drei Entwürfen für das neue Wohngebiet östlich der Königswinterer Straße in Oberpleis machte das Rennen. Die Planungen der Regionalis Bonn stießen im städtischen Planungs- und Umweltausschuss auf breite Sympathie.

Nur Jörg Pauly (Fraktion Freie und Linke) stimmte dagegen. Das ursprünglich angestrebte Mehrgenerationen-Projekt spielte in allen drei Planungen eher eine untergeordnete Rolle. Nun soll für das Gebiet ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Kosten trägt der Investor.

Regionalis plant auf einem 12.300 Quadratmeter (1,2 Hektar) großen Grundstück zwischen der Ortsmitte und dem Sonnenhügel eine Wohnanlage mit drei zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern mit Staffelgeschoss und zehn Wohnungen in frei stehenden eingeschossigen Gebäuden ohne Keller. Das Dach wird als zurückgesetzte zweite Ebene mit Begrünung ausgeführt. Die Mehrfamilienhäuser sollen dabei einen schützenden Riegel gegen den Verkehrslärm von der Königswinterer Straße bilden. Klientel soll vor allem die Generation "50plus" sein.

Hinter der neu gegründeten Gesellschaft Regionalis stecken die Unternehmen Pro Bonnum (Bonn) und Wohn-Kreativ (Bad Honnef), die zurzeit gemeinsam auch den Park Trillhaase am Rhein bebauen. Wohn-Kreativ war außerdem bereits vor einigen Jahren für das Projekt im benachbarten Lemmerzpark verantwortlich, wie Geschäftsführer Theo Bröhl im Ausschuss berichtete. "Der Park Trillhaase hat uns zusammengeführt. Wir haben die Regionalis gegründet, um jetzt auch das Grundstück in Oberpleis zu bebauen", sagte Pro-Bonnum-Geschäftsführer Helmut Laufer.

Ihr Entwurf überzeugte die meisten Ausschussmitglieder. "Die Größe spricht für das Regionalis-Projekt", sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Roman Limbach. Man wolle nicht direkt mit der ganz großen Lösung anfangen, sondern mit der kleinen. Auch die Offenheit der Planung sieht er als Vorteil an. Zum Vergleich: Das Unternehmen "Lebensziel" plante 89 Gebäude auf einer Fläche von 6,5 Hektar, die Hauspartner GmbH (Siegburg) knapp 40 Häuser auf 2,3 Hektar. Auch diese beiden Projekte wurden im Ausschuss vorgestellt.

Joachim Hirzel (SPD) sah das Projekt als ersten Schritt, der im Gegensatz zu den anderen Projekten eine noch nicht so große Fläche in Anspruch nehme. Michael Herttrich (FDP) gefiel ebenfalls das schrittweise Vorgehen, das eine spätere Erweiterung zulasse. Ihn überzeugte auch, dass die zwei Parkplätze pro Wohneinheit komplett in einer Tiefgarage verschwinden.

Friedemann Spicker (Königswinterer Wählerinitiative) begrüßte die "behutsame Entwicklung und die sehr lockere Bebauung". Claudia Owczarczak (Grüne) sah die Tiefgarage und die Lösung des Lärmschutzes als Plus des Regionalis-Entwurfs. Lediglich Jörg Pauly und das nicht stimmberechtige freie Ratsmitglied Ursula Brungs plädierten für den Lebensziel-Entwurf. "Es muss nicht immer dieselbe Firma in Königswinter tätig sein", meinte Brungs.

Während der Lebensziel-Entwurf das ursprünglich angestrebte Mehrgenerationen-Angebot mit einem 1600 Quadratmeter großen Zentralgebäude mit Tennisplatz und einem Sport- und Denkpark vorsah und auch der Hauspartner-Entwurf betreutes Wohnen und einen Pflegebereich anstrebte, spielt dieser Aspekt in den Regionalis-Plänen eine eher untergeordnete Rolle. Die 100 bis 160 Quadratmeter großen Einheiten sollen für 220.000 bis 280.000 Euro verkauft werden. Die Verantwortlichen sind überzeugt, damit alle Generationen, vor allem aber doch die über 50-Jährigen anzusprechen, die sich ein vergleichbares Angebot am Rhein vielleicht nicht leisten können.