Interview mit Christian Schleder

Der Schriftführer des Mai-Clubs Thomasberg über den Verein

Die Leute vom Mai-Club mit Schriftführer Christian Schleder (hinten in der Mitte).

KÖNIGSWINTER. Am 25. Januar hat sich der neue Mai-Club Thomasberg gegründet. Den traditionellen "Tanz in den Mai" heute organisiert erstmals der junge Verein um den Ersten Vorsitzenden Sven Füllenbach. Mit Schriftführer Christian Schleder, 34, sprach Alev Dogan.

Herr Schleder, viele Vereine lösen sich auf. Sie haben sich neu gegründet. Wie kam es zu der Gründung?
Christian Schleder: Gerade dieser Umstand hat uns zu der Gründung bewegt. Das Maifest in Thomasberg wurde ursprünglich immer von Junggesellenvereinen organisiert. Irgendwann hat das Engagement jedoch abgenommen, weil der Aufwand für ein solches Fest einfach zu groß wurde. Ein, zwei Jahre hat man dann versucht, das privat zu stemmen. Das hat aber auch nicht gut funktioniert - weder finanziell noch organisatorisch. Dann gab es eine große Sitzung, auf der es hieß: Lassen wir es sein? Das wollte auch keiner, und so hat sich unser Verein gegründet.

Die Frage war also: Entweder ein neuer Mai-Verein oder das Ende des Maifestes?
Schleder: Im Endeffekt schon. Einfach so nebenbei das Maifest in Thomasberg zu veranstalten, hat sich als unmöglich herausgestellt. Es musste also einen Verein geben, der sich vornehmlich diesem Brauchtum widmet. Darauf verzichten wollte niemand. Wir wollen diese Tradition am Leben erhalten. Dafür kann man dann auch schon mal einen Verein neu gründen. In unserer Region haben viele das Gefühl, dass das traditionell-kulturelle Angebot immer dünner wird. Die Menschen haben weniger Zeit, die Feste werden immer schwächer. Oder zumindest sind sie nicht mehr das, was sie einmal waren. Dem wollen wir ein Zeichen entgegensetzen unter dem Motto: Alte Brauchtums zu neuem Leben erwecken.

Wie sieht Ihr Verein aus?
Schleder: Wir sind mit elf Mitgliedern gestartet. Mittlerweile sind wir schon 21. Unsere Altersspanne reicht von 20 bis 40. Und wir haben in etwa denselben Frauen- und Männeranteil. Das nimmt sich also auch nicht viel. Auch wenn wir seit unserer Gründung zehn neue Mitglieder hinzugewonnen haben, sind wir auf engagierte junge Menschen angewiesen. Viele haben mit dieser Art von Brauchtümern gar nichts mehr am Hut. Sie können auf dem Maifest den "Tanz in den Mai" kennenlernen und entschließen sich dann vielleicht dazu, auch bei uns mitzumachen. Das Maifest ist zwar unser Steckenpferd, wir wollen uns aber auch an der nächsten Karnevalssession mit Engagement beteiligen. Wir sind noch am Anfang, haben aber viel vor.

Was erwartet die Besucher auf dem diesjährigen "Tanz in den Mai"?
Schleder: Da wir eine nur sehr kurze Vorbereitungsphase hatten, wird das Fest ähnlich wie die Feste zuvor sein - aber mit frischem Blut und einem neuen Elan. Wir haben einen DJ gebucht, der Charts, Dance-Classics, Rock und Pop spielen wird. Unser Highlight ist natürlich der Liveauftritt der "Köbesse" um 21 Uhr. Und es gibt reichlich zu essen.

"Tanz in den Mai"

Das Maifest findet heute, 30. April, auf dem Parkplatz gegenüber dem Bauamt in Thomasberg, Obere Straße, statt und beginnt um 18 Uhr. Weitere Informationen zum Fest und zu dem neuen Mai-Club Thomasberg gibt es unter https://www.facebook.com/maiclubthomasberg.