Ehrung von Ehrenamtlichen

Der Heimatverein sucht einen neuen Vorsitzenden

Einen Kupferstich und eine Medaille als Dankeschön erhalten Maria Klinkenberg und Karl Schumacher (2.v.r.) von Karl-Josef Thiebes (links) und Lothar Vreden.

Einen Kupferstich und eine Medaille als Dankeschön erhalten Maria Klinkenberg und Karl Schumacher (2.v.r.) von Karl-Josef Thiebes (links) und Lothar Vreden.

Königswinter-Oberdollendorf. Lothar Vreden ehrt in Oberdollendorf letztmals verdiente Ehrenamtliche. 43 Mitglieder kamen im Jahr 2010 hinzu.

Eine Ära geht zu Ende. Wenn in 100 Jahren die Besucher des Heimatmuseums das Kassenbuch des Heimatvereins mit den letzten handschriftlichen Eintragungen in einer Vitrine ansehen, dann werden sie über die sauberen Zahlenkolonnen und die Erläuterungen in feinster Handschrift nur staunen.

Maria Klinkenberg erstattete auf der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Oberdollendorf und Römlinghoven im Weinhaus Lichtenberg ihren letzten Bericht als Kassenwartin. Künftig wird der Verein die Finanzen per Computer regeln.

14 Jahre lang hatte die Oberdollendorferin diese Aufgabe mit Akribie gemeistert. Höchstes Lob für die exakte Arbeit gab's von Kassenprüfer Jürgen Schatzmann. Das war die Vorlage für den Vorsitzenden Lothar Vreden. Er verlieh Klinkenberg die Brückenhof-Verdienstmedaille.

Dabei handelt es sich um eine in Zinn gegossene Medaille mit dem Brückenhof als Motiv. Dazu gab's einen Kupferstich vom Museum, geschaffen von Hans-Georg Holzhauer.

Mit Verdienstmedaille und Kupferstich würdigte Vreden auch Karl Schumacher, der das Ortsgeschehen analysiert, Texte für das Museum verfasst, das Modell der Oberdollendorfer Synagoge für die Sonderausstellung über jüdisches Leben baute und Führungen macht. Sein Buch über die Mühlen im Heisterbacher Tal wird der Verein im Oktober neu auflegen.

Ergänzt werden muss die Ausstellungsliste. Nachfahren des Lehrers Ferdinand Schmitz, Jochen und Mechthild Cremer aus Halstenbek bei Hamburg, haben dem Heimatverein jetzt verschiedene Unterlagen aus dessen Besitz vermacht. Darunter seine Doktorarbeit und zwei Hefte mit Protokollen von Vorlesungen in feinster Federschrift von 1887 und 1888.

Der 1866 in Oberdollendorf geborene Sohn des Zeugschmieds Schmitz hatte das Königliche Gymnasium in Bonn besucht, an der Uni Geschichte und Erdkunde studiert und war von 1898 bis 1932 Lehrer in Bergisch-Gladbach. Er war einer der bedeutendsten Heimatforscher seiner Zeit.

Die Bilanz des Vereins für 2011 kann sich sehen lassen: 43 neue Mitglieder wurden aufgenommen. Sage und schreibe 1 080 Mitglieder hat der Oberdollendorfer Heimatverein jetzt insgesamt. In der Amtszeit von Lothar Vreden wurde die Zahl verdoppelt.

Der Vorsitzende kündigte an: Der Heimatverein und das virtuelle Museum werden demnächst getrennt. Es wird sich ein Trägerverein für das virtuelle Geschichtsbuch gründen. Der Heimatverein unterstützt das Museum finanziell. 900 Besucher zählte das Brückenhofmuseum an 33 Sonntagen im Berichtszeitraum. Viele Exkursionen und Vorträge fanden statt. Im Museum wurden zusätzliche Räume ausgebaut.

Zum Abschluss der Versammlung unternahm Klaus Weber einen humorvollen Wissenstest. Zehn Fragen stellte er. Alles richtig beantwortet hatte Margot von der Weiden. Sie gewann den Jodokus-Heimatpreis.