Sammlertreffen der Hoffmann-Freunde Siebengebirge

Dem "Goldenen Kranz" auf der Spur

KÖNIGSWINTER. Eine gelungene Premiere feierten jetzt die Hoffmann-Freunde Siebengebirge (HFS). Zum ersten Mal haben die Oldtimer-Sammler ein Markentreffen des alten Motorradherstellers ausgerichtet.

35 Hoffmann-Enthusiasten von Tostedt bei Hamburg bis Pfullingen in der Nähe von Ulm nahmen die Einladung an und kamen mit 18 Fahrzeugen zu Besuch ins Siebengebirge.

Zusammen mit dem eigenen Fuhrpark der HFS bot sich den Besuchern so die Gelegenheit, insgesamt 30 historische Motorräder zu bestaunen und in Aktion zu erleben. "Es ist überwältigend, dass wir hier so viele Hoffmann-Fahrzeuge präsentieren können", sagte HFS-Mitglied Frank Groß. "Man darf nicht vergessen, dass in Lintorf bei Düsseldorf nur sechs Jahre produziert wurde." Das älteste Modell auf dem Hoffmann-Treffen war eine MF-10-6 aus dem Jahr 1948 mit einem 98 Kubikzentimeter Sachs-Motor. Daneben war fast die gesamte Palette der von den Hoffmann-Werken produzierten Fahrzeuge vertreten. So auch das Topmodel "Gouverneur" aus dem Jahr 1954 mit einem eigens entwickelten Boxermotor. Lediglich 331 "Hoffmänner" waren laut Kraftfahrtbundesamt am 1. Januar dieses Jahres auf deutschen Straßen zugelassen, sagte Marco Grewe, ebenfalls Mitglied der HFS. "Geschätzt die gleiche Anzahl steht restauriert in Garagen und etwa doppelt so viele warten vielleicht noch bei Sammlern auf eine Restaurierung."

Daher dürfte es "Rennleiter und Streckenorganisator" Christoph Wijbenga besonders gefreut haben, dass gleich zwölf der historischen Hoffmann-Fahrzeuge bei einer Ausfahrt durch das Siebengebirge teilgenommen haben. Bei der Suche nach einer geeigneten Strecke sind die Organisatoren darauf gestoßen, dass in den 20er Jahren ein Motorradrennen in Königswinter durchgeführt wurde. Der "Goldene Kranz des Siebengebirges" - so der Name des Rennens - führte von Königswinter über Heisterbacherrott, Oberpleis, Aegidienberg und Bad Honnef zurück nach Königswinter. "Da lag es auf der Hand, dass wir den Rundkurs wiederbelebt haben", sagte Wijbenga.

In gemächlichem Tempo gingen die Motorrad-Liebhaber auf die Strecke. Lediglich die leichteren Zweiräder hatten an der Steigung am Petersberg ihre Probleme, kämpften sich aber den Hügel hinauf. Am Ende versammelten sich die Teilnehmer und Besucher in Heisterbacherrott, um am Grill "Benzingespräche" zu führen und allerlei Tipps und Kniffe bei der Restauration der alten Schätzchen auszutauschen.

Hoffmann-Werke

In den Hoffmann-Werken in Lintorf (Kreis Mettmann) wurden zunächst Fahrräder hergestellt, bevor man ab 1949 auch Motorräder in Serie sowie Vespa-Roller baute. Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Oswald Hoffmann. Nach Lizenzstreitigkeiten mit der Firma Piaggio über die von Hoffmann weiterentwickelte Vespa kam es 1954 zu einem Vergleich mit Anschlusskonkurs. Später wurde das Unternehmen weitergeführt. Bis 1991 produzierte es Rüstungsgüter.