Die ungehaltene Büttenrede

Das bröckelnde Sibbejebirch

Die GA-Reaktion Siebengebirge hat das Parkplatzproblem in Bad Honnef und Königswinter elegant gelöst: Der Bobby-Car passt in jede Parklücke und wer keine Parkgebühren zahlen will, klemmt es sich einfach unter den Arm. Auf dem Foto von rechts nach links: Claudia Sülzen, Heike Hamann, Katharina Weber, Hansjürgen Melzer, Alexander Hertel und Katrin Janßen.

Die GA-Reaktion Siebengebirge hat das Parkplatzproblem in Bad Honnef und Königswinter elegant gelöst: Der Bobby-Car passt in jede Parklücke und wer keine Parkgebühren zahlen will, klemmt es sich einfach unter den Arm. Auf dem Foto von rechts nach links: Claudia Sülzen, Heike Hamann, Katharina Weber, Hansjürgen Melzer, Alexander Hertel und Katrin Janßen.

Siebengebirge. Die Redaktion nimmt in der ungehaltenen Büttenrede wieder Ereignisse aus dem Siebengebirge augenzwinkernd aufs Korn. Dieses mal mit dabei: Das bröckelnde Sibbejebirch, ein „wirtzender“ Bürgermeister und die akute Parkplatznot.

2017 – das war ein Jahr, in dem so einiges gebacken war. Et Sibbejebirch tat uns verzücken, doch hatte es auch seine Tücken. Latit, Trachyt und dat janze Jeschmölz, es bröckelt der Fels und es kracht im Gehölz.

Der Bezirksregierung ist sofort klar: Der Drachenfels ist in Gefahr. Aus Köln schallt schnell die schlimme Kunde und ist sofort in aller Munde. Reporter kommen von Nah und von Fern, im Auftrag von Bild, RTL und vom Stern, um von der Apokalypse zu berichten. Doch was sie sehen, ist mitnichten – die angekündigte Sensation. Aber was macht das schon?

Am Ende ist nur ein Steinchen locker. Und so 'was reißt bekanntlich keinen vom Hocker. Ärgerlich ist es aber auch. Denn jetzt steht der Wanderer auf dem Schlauch, weil der Eselsweg mit toller Sicht, für lange Zeit ist wieder dicht.

Doch nicht nur in der Höhe bröckeln die Steine. Nein, auch im Tal am schönen Rheine. An der Bundesstraße rutscht der Hang. Dem Landesbetrieb wird Angst und Bang. Er sperrt 'ne Spur der B 42, der Autofahrer ärgert sich. Monatelang steht er hier im Stau, aber das interessiert ja keine Sau. Und auch am Weinbergsweg bleibt's enger. Dafür sorgt dort ein gefiederter Sänger. Zippammer heißt das kleine Tier. Die Gabionen sind sein Liebesrevier. Ein einziges Pärchen im ganzen Land, das Rhöndorf sehr erbaulich fand.

Der Nestbau ist nicht nur in der Tierwelt ein Thema. Auch Menschen folgen gerne diesem Schema. Selbst Beamte dürfen schon mal träumen und sich sehnen nach neuen Räumen. Ein heiles Rathaus wäre schick. Doch sind die Stadtsäckel alles and're als dick. Der Traum vom modernen Ambiente statt bröckelnder Wände, ist spätestens beim lieben Geld sehr schnell am Ende.

Illusionen gibt es im Königswinterer Rathaus schon, Peter Wirtz bringt sie gar zur Perfektion. Bei jedem Fest ist er ein gesehener Gast. Doch manchmal ist er in arger Hast. „Wirtzen“ heißt sein besonderes Talent, weil man seinen Abgang in der Regel verpennt.

Neuhoffs Otto hätte gern mehr von dieser Gabe. Die Ansätze stimmen – keine Frage. Stattdessen kämpft er mit Initiativen, die sind gegen alles, aus vielen Motiven.

Vielleicht fährt er ja mal nach Kalenborn und leiht sich den Panzer vom Bäume-Baron. Der Blackburn macht's möglich, das Gefährt zu bewegen. Für die maroden Straßen wär's freilich kaum ein Segen. Auch das Honnefer Kurhaus würd's kaum überleben, das allzu heftige, böse Beben. Zu arg sind die Risse, die es dort gilt zu beheben. Ein Abstecher nach Königswinter würde sich da eher schon lohnen. Das Hallenbad dort braucht man ja nicht mehr verschonen. Der Panzer kann schießen kurz und klein, wo so mancher lernte Schwimmen – ob Groß oder Klein.

Schön, oder?, würde Otto jetzt sagen. Dabei wollten ihm einige Honnefer genau darum an den Kragen. Ein Wappen mit Herzchen, für manchen war's schwer zu ertragen. Und auch sonst sehen die Bürger so manches im Argen. Ob Stadtgarten, ob Kaiser's, ob Hockeyplatz: Überall gibt es Rabatz!

Vor allem Baugegnern sei empfohlen, einen Uhu aus dem Zoo zu holen. Man glaube es oder nicht: Das bedeutet dann vielleicht den Totalverzicht. In Königswinter dagegen wünscht man sich, es würde gebaut, denn den Karnevalisten ist die Session versaut. Statt schön zu feiern in Bockeroth, müssen sie fahren nun nach Hennef-Rott.

Auch in der Nordsee lauern Gefahren. Das musste eine alte Fähre erfahren. Schuld daran war nicht etwa ein verborgenes Riff, und doch ging es unter, das mächtige Schiff. Der „Siebengebirge“ schlug Ostern vor Texel die letzte Stund', als die Fähre lief in der Nordsee auf Grund. Ganz so dick kam's nicht für die Leute am Rhein, gleich zwei Hochwasser mussten aber wirklich nicht sein. Überhaupt das Wetter: Es sorgt für Verdruss. Was ja nicht immer so bleiben muss. Nachdem wir zuletzt so viel Regen ertragen, winken nun Kälte und Schnee an den närrischen Tagen.

Beim Parkplatz-Thema zeigten die Städte wenig Geschick. Für die Autofahrer war das zum Teil ein Glück. Parkautomaten verhüllt unter Plastiktüten, nur so ließ sich das Chaos verhüten. In Bad Honnef musste teils die Brötchentaste weichen, auch kein gutes Zeichen.

Das Auto ist halt des Deutschen liebstes Kind, doch es braucht Platz, den immer seltener es find‘. In Honnef tut das viele schmerzen, vor allem in der City mag darüber kaum jemand scherzen.

Das Ordnungsamt prompt zum Buhmann wird gemacht, für was die Politik da so angerichtet hat. Bleibt nett zueinander, mag man da sagen, statt nur zu jammern und zu klagen. Und die Moral von der Geschicht'? Vergrößere Deinen Fuhrpark nicht. Ein Bobbycar statt SUV & Co., dann klappt’s mit dem Parkplatz sowieso. Wer sich trotzdem ärgert, ist dumm wie ein Schaf. Drum rufen wir: Dreimal Sibbejebirch Alaaf.