Ordensträger aus Thomasberg

Christian Keppler ist neuer "Ritter vom Siebengebirge"

Siebengebirge. Christian Keppler aus Thomasberg ist der neue Ordensträger „Ritter vom Siebengebirge“. Seine vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten und der gute Leumund im Ort haben am Ende den Ausschlag gegeben.

Mit Sprit kennt sich Christian Keppler ja bestens aus. 1968 machte der neue „Ritter vom Siebengebirge“ – der Orden trug bis vor sieben Jahren noch den Namen „Wider den quälenden Durst“ – eine Ausbildung zum Tankwart an der damaligen Aral-Tankstelle in Thomasberg. 1986 übernahm der Heisterbacherrotter diese und gab sie erst vor wenigen Monaten an seine Frau Renate ab. Arbeiten tut er dort immer noch.

Auch wenn sich die Männer und Frauen des Ordenskapitels zum 50-jährigen Bestehen im Jahr 2011 entschlossen, den alten Namen aufzugeben, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, wird der Orden weiterhin traditionell am Eröffnungstag des Winzerfestes vom Bürgermeister verliehen. In diesem Jahr ist das der 5. Oktober. Und da geht es ja schon ein wenig auch um Alkohol.

Bereicherung für das Ordenskapitel

Wie auch immer, Christian Keppler wird eine Bereicherung für das Ordenskapitel sein. Da waren sich seine zahlreichen Vorgänger am Freitag im Gasthof Otto in Thomasberg, unweit seiner langjährigen Arbeitsstätte, absolut einig. Der 58. Ordensträger seit 1961, als dem früheren Bürgermeister und Erfinder des Ordens, Richard Faßbender, die Ehre zuteil wurde, bringt alle Voraussetzungen mit. Laut Lothar Vreden, selbst 1999 Ordensträger, hat der 64-jährige Vater von drei Töchtern schon mit den Zisterziensern am Stenzelberg Feldhandball gespielt. Was ein wenig übertrieben ist. Vor allem aber habe der Mann im Ehrenamt Maßstäbe gesetzt.

55 Jahre Mitglied beim TuS Siebengebirge und nach der Fusion seines Heimatvereins mit dem TuS Thomasberg-Ittenbach seit 2010 Vorsitzender der HSG Siebengebirge-Thomasberg, Auch 54 Jahre im Musikzug Bergklänge und 15 Jahre im Bürgerfestausschuss Heisterbacherrott könnten sich sehen lassen. In der Session 1996/1997 kam der Mann, der selbst zehn Jahre Prinzen-Macher war, nicht umhin, mit seiner Renate selbst einmal Prinz zu sein.

44 Jahre Knecht Ruprecht

An Christian II. und Renate III. erinnern die Karnevalisten sich noch gerne. Und natürlich begleitete Keppler 44 Jahre lang als Knecht Ruprecht den Nikolaus – zur Freude oder auch zum Schrecken der Kinder. Seit 20 Jahren ist er zudem Mitglied im Wasserbeschaffungsverband. Nach zehn Jahren im Vorstand führt er den WBV seit Januar als Vorsteher. „Wir freuen uns, einen für die Allgemeinheit so engagierten Mann in unserem Ordenskapitel begrüßen zu dürfen“, sagte Vreden.

Es sei erstaunlich, wo Christian Keppler überall beteiligt gewesen sei. Auch für Wilbert Fuhr, Ordensträger 2014, war die Wahl nicht allzu schwer. Zumal der neue Ordensträger nach fünf Jahren wieder einmal aus Heisterbacherrott oder Thomasberg stammen sollte. Die vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten und der gute Leumund im Ort hätten am Ende den Ausschlag gegeben.

"Edel, vornehm, anständig und fair"

Bevor Bürgermeister Peter Wirtz dem neuen Ordensträger im Oktober den Ritterschlag erteilt, nutzte die stellvertretende Bürgermeisterin Cornelia Mazur-Flöer die Gelegenheit, von Thomasbergerin zu Thomasberger zu gratulieren. „Edel, vornehm, anständig und fair sollte ein Ritter sein“, meinte sie. Christian Keppler erfülle alle diese Eigenschaften. Er und seine Frau Renate kämpften stets für Heisterbacherrott und Thomasberg. Sie gratulierte dem Ordenskapitel daher auch zu seiner Wahl.

„Er reiht sich hervorragend in die Reihe der Persönlichkeiten ein“, so Mazur-Flöer. Bei so viel Lob wusste der Ordensträger gar nicht mehr viel selbst zu sagen. Nur, dass es ihm eine große Ehre sei, in das Gremium aufgenommen zu werden. Eines sei aber auch klar. Ob als Knecht Ruprecht oder in den vielen anderen Tätigkeiten: „Ohne meine Frau Renate und ohne meine Familie wäre das alles nicht möglich gewesen.“