Ein Gabentisch mit 93 Päckchen

Bescherung für Flüchtlingskinder in Thomasberg

Liebevoll verpackt waren die Geschenke für die Jungen und Mädchen. Viele wollen ihr Päckchen erst Heiligabend öffnen.

Liebevoll verpackt waren die Geschenke für die Jungen und Mädchen. Viele wollen ihr Päckchen erst Heiligabend öffnen.

THOMASBERG. Mitarbeiter der Firma Binserv haben Flüchtlingskinder zur Bescherung nach Thomasberg eingeladen. Insgesamt wurden 93 Päckchen an die Jungen und Mädchen verteilt.

Das Weihnachtsfest im vergangenen Jahr begingen sie noch im Lager in Steinfurt, damals waren sie gerade erst zwei Monate in Deutschland: Mittlerweile leben der neunjährige Vuga und sein Bruder Emil (12) mit den Eltern in Thomasberg. Sie sind Christen aus Aserbaidschan. „Wir feiern deutsche Weihnachten. Es gibt zu essen, zu trinken und Geschenke“, sagte Vuga. Jetzt war für ihn, seinen Bruder und weitere 91 Flüchtlingskinder bereits Bescherung. Im Pfarrheim in Thomasberg stand ein Gabentisch, voll beladen mit Päckchen für die Mädchen und Jungen.

„Nachdem wir gehört haben, dass die Flüchtlingskinder bei der jährlichen Weihnachtsbaumaktion für bedürftige Kinder nicht bedacht werden können, haben wir uns entschlossen, hier einzuspringen, damit alle Kinder ein Weihnachtsgeschenk erhalten“, sagte Markus Jakob, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Firma Binserv. Seit Herbst 2015 hat das Unternehmen bereits auf vielfältige Weise die Flüchtlingshilfe in Königswinter unterstützt. Nun stellte Binserv die Mittel zur Anschaffung der Präsente zur Verfügung.

"Ein Zeichen der Liebe"

Jedes Kind durfte seinen persönlichen Wunsch nennen. Und das Binserv-Team packte sie liebevoll ein. Jakob: „Uns ist wichtig, dass wir nicht nur Geld geben, sondern dass wir uns als Team mit der Aktion identifizieren. Bei der Vergabe der nummerierten Päckchen konnte er dann die Freude der Pänz live miterleben.

Zuvor hatte Diakon Udo Casel den Kindern über Weihnachten erzählt und von den drei Königen berichtet, die dem Kind in der Krippe Geschenke brachten. „Wenn wir Weihnachten feiern, machen wir deshalb einander Geschenke. Das ist ein Zeichen der Liebe.“ Emil und Vuga hatten sich Helikopter gewünscht. Große Freude nach dem Abstreifen des Geschenkpapiers: Das Spielzeug hinter der Folie im Karton entsprach ganz ihren Erwartungen. Richtig ausgepackt werden soll erst am Weihnachtstag. Bei Abraham aus Kamerun indes blinkerte schon das Blaulicht seines Feuerwehrautos. Der Dreijährige ließ es mit Tatütata zum ersten Einsatz über den Tisch rollen. Santiago hatte sich Boxhandschuhe gewünscht.

Ausgepackt wird erst an Weihnachten

„Es sieht so aus und fühlt sich so an“, meinte der 14-Jährige, als er das Päckchen in den Händen drehte. Auspacken wollte er aber erst zu Weihnachten. „Das ist das größte Fest für uns“, sagte Santiago. „Ich bin aus Albanien, aber in Griechenland geboren. Unsere Familie ist griechisch-albanisch. Wir sind Christen und seit zwei Jahren hier.“

Aus Albanien kamen vor drei Jahren auch Kledjona (5), Mardjola (9), Armela (7) und Aldi (3), die sich über Walkie-Talkie, Helikopter, Würfelspiel und Lego-Auto freuten. Halima (6) aus Syrien wird künftig in ihrer Puppenküche kochen. Ihre Schwester Aya erhielt Kopfhörer.

Als Dezernentin Heike Jüngling, die bei der Bescherung ebenso dabei war wie Flüchtlingskoordinatorin Sabine Bembenek, Stefanie Haase, die Sozialarbeiterinnen Jennifer Groß und Sibylle Götz sowie die Unterkunftsleiter Hans-Georg Henseler und Peter Winterscheid, bemerkte, dass die Zwölfjährige nicht so ganz glücklich schaute und auf Nachfrage erfuhr, dass sie viel lieber Kopfhörer in Pink statt in Rot gehabt hätte, organisierte sie kurzerhand den Umtausch. Vielleicht klappt's ja noch rechtzeitig zum Heiligen Abend.