Forum zum Integrierten Handlungskonzept in Königswinter

Bürger diskutieren über die Zukunft der Altstadt

Ende dieses Jahres will die Deutsche Bahn den Übergang an der Drachenfelsstraße sanieren.

Ende dieses Jahres will die Deutsche Bahn den Übergang an der Drachenfelsstraße sanieren.

Königswinter. Neuer Name, neuer Versuch. Rund 40 Bürger fanden sich in der Aula der Jugenddorf Christophorusschule (CJD) ein, um über das Integrierte Handlungskonzept (IHK) für die Königswinterer Altstadt zu diskutieren.

Die Ergebnisse sollen in das Konzept einfließen, über das die Politik dann entscheiden muss. Und das Voraussetzung für mögliche Städtebaufördermittel des Landes ist, ohne die sich in der Altstadt wenig bewegen lässt.

Und es gebe durchaus Anzeichen aus Düsseldorf, dass Königswinter gute Chancen auf Mittel habe, so Alfred Körbel von plan-lokal, jene Agentur, die die Stadt mit der Entwicklung des Konzepts beauftragt hat. Erster Schritt ist es, den Bestand aufzunehmen und aus den Stärken und Schwächen der derzeitigen Situation neue Projektideen zu entwickeln und zu sammeln.

Bei dem Bürgerforum stellte die Agentur daher zunächst noch einmal kurz den Ist-Zustand vor, bevor die Bürger dann eingeladen waren, an fünf Thementischen zu diskutieren. „Die unterschiedlichen Nutzungen der Altstadt“, „Stadtgestaltung und historische Bausubstanz“, „Tourismus und Kultur, Freiraum und Natur“, „Verkehr und Mobilität“ sowie „Zukunftsperspektive – Leitbild“ waren die Überschriften, unter denen die Teilnehmer Ideen für ihre Altstadt entwickeln sollten.

Da ging es um das friedliche Miteinander von Fahrradfahrern und Fußgängern auf der Rheinpromenade ebenso, wie um die Leerstände in der Hauptstraße, um Sinn- oder Unsinn einer Fußgängerzone, um einen Supermarkt oder die Frage, wie man weitere Touristen anziehen könnte. Dabei diskutierten die Bürger engagiert, mussten aber auch teilweise erfahren, dass nicht alles, was wünschenswert wäre, auch umsetzbar ist. So hat die Stadt beispielsweise weder Einfluss auf die in der Altstadt von Hausbesitzern verlangten Mieten noch auf die Unterführung an der Drachenfelsstraße, die von der Deutschen Bahn gebaut wird.

Die Ergebnisse des kreativen Gedankenaustausches wurden auf Karten festgehalten, die zunächst an Stellwände gepinnt und anschließend kurz zusammengefasst dem Plenum vorgestellt wurden. Die Ideen sollen heute der Arbeitsgruppe Altstadtentwicklung vorgestellt werden, anschließend dem Planungsausschuss. Abgeschlossen sind die Überlegungen noch nicht: Noch bis Ende Mai können Bürger entsprechende Anmerkungen, Anregungen oder Kritikpunkte an die Stadt mailen.

Bürgermeister Peter Wirtz hatte gleich zu Beginn der Veranstaltung eingeräumt, dass die Altstadtsanierung in den vergangenen zehn Jahren nicht immer den erwünschten Erfolg gezeitigt hätte, er aber dennoch die Hoffnung habe, dass ein großer Teil der Menschen in der Altstadt zur ihrer Entwicklung beitragen werde. Dass zumindest ersteres auch von einigen Bürgern so gesehen wird, wurde auf der Veranstaltung deutlich: Der Prozess dauere zu lange, die Anregungen der Bürger würden nicht aufgegriffen und die Stadt habe sehr viel „Vertrauen verspielt“, so Kritikpunkte aus dem Plenum.

Der Technische Beigeordnete Theo Krämer sagte in seinem Schlusswort, dass man die kritischen Stimmen aus der Bürgerschaft „total nachvollziehen“ könne. Und: „Wir alle zusammen müssen uns Vertrauensvorschuss geben, damit dieses IHK erfolgreich abgeschlossen wird, da es wahrscheinlich die letzte Möglichkeit bietet, die Fördermittel zu erlangen, die wir benötigen, um die großen Projekte der Zukunft überhaupt noch zu realisieren.“

Anregungen kann man per E-Mail an altstadt@koenigswinter.de schicken.