Kunst

Ausstellung "Fenster, Feste und Fassaden" im Atelier Meerkatze

Befreundete Künstler: Kurt Volkert (l.) und Dieter Ditscheid.

KÖNIGSWINTER. Auf den ersten Blick ist es nur ein wildes Durcheinander von bunten Farbklecksen, doch die unzähligen kleinen Striche erschließen sich aus der Ferne zu einem großen Ganzen - zu einer monumentalen Ansicht eines Fensters des Kölner Doms.

Zu sehen ist das dreigeschossige Werk von Künstler Dieter Ditscheid, kurz "dede", derzeit im Atelier Meerkatze. Am Wochenende fand dort die Ausstellung "Fenster, Feste und Fassaden" statt. Kunstinteressierte haben aber noch bis Ende der Woche nach telefonischer Voranmeldung Gelegenheit, die rund 50 Gemälde des Hausherren Kurt Volkert und seines langjährigen Freundes und Weggefährten Ditscheid in der Meerkatzstraße 2 anzuschauen (02223/905654 oder 02223/28919).

"Fenster, Feste und Fassaden - das ist ein Titel, der auf den ersten Blick keinen Sinn macht", wie Künstler Volkert mit einem gewissen Schmunzeln selbst zugibt. Tatsächlich wurden die Bilder, die von Feiern und Festen erzählen, gezielt in die Ausstellung aufgenommen, "um Menschen und Leben hineinzu bringen".

Sie zeigen beispielsweise Volkerts Eindrücke des Winzerfestes in Königswinter oder bringen dem Betrachter das bunte Treiben in der chilenischen Pilgerstadt Andacollo näher. "Es ist quasi eine Collage aus vielen Fotos, die ich verfremdet auf Leinwand übertragen habe", erläutert Ditscheid.

Von seinen Reisen erzählen auch die farbenfrohen Sevilla-Bilder oder die kleinen Gemälde mit bizarren Ansichten der Salpeter-Dörfer in der Atacama-Wüste - verfallende Fassaden im Nichts, die der Künstler, der auch studierter Architekt ist, mit Pinsel und Farbe auf einem Stück Leinwand festgehalten hat.

Ditscheids Hauptthema ist allerdings bereits seit einigen Jahren der Kölner Dom: In der sogenannten "Kathedrale" im Atelier Meerkatze, einem hohen Raum ohne Zwischendecke, kommen die großformatigen Werke, die mal abstrakt, mal zeichnerisch präzise Motive des gotischen Bauwerks zeigen, besonders gut zur Geltung.

Dass man Fenster aber auch auf eine ganz andere Art darstellen kann, stellte Kurt Volkert mit seinen Palettenbildern unter Beweis. Aus Papier-Paletten - Abreißblöcken, auf denen beim Malen die Farben gemischt werden - hat der Königswinterer Künstler farbenfrohe Werke mit einem ganz besonderen Charme kreiert.

Anstatt die bunt mit Farbe bepinselten und beklecksten Papiere in den Mülleimer zu werfen, hat Volkert sie gezielt ausgewählt und zu einem Gesamtbild zusammengefügt - sie tragen Namen wie "Toskanafenster", "Kirchenfenster" oder "Karneval". "Paletten sind die Biographie eines Gemäldes, da die Farbauswahl die Stimmung des Malers und natürlich des Gemäldes widerspiegelt", so die Erläuterung des Künstlers.