Jugendhof in Niederdollendorf

Aus der Tagungsstätte wird ein Hotel

Niederdollendorf. Am ehemaligen Jugendhof wird gebaut. Jufa-Unternehmenschef Gerhard Wendl investiert fünf Millionen in das Haus, das im August als Hotel in Betrieb gehen soll. Ein Blick auf die Bauarbeiten und die künftigen Pläne.

Lange hat es gedauert, bis die Sanierungsarbeiten im ehemaligen Jugendhof Rheinland, der zu einem Jufa-Hotel umgebaut wird, begonnen haben. Ende August waren die letzten Flüchtlinge aus den Gebäuden, die für einige Monate als Notunterkunft des Landes gedient hatten, ausgezogen. Doch erst im Februar ging es los, weil sich die Verhandlungen mit den Bauunternehmen so lange hinzogen.

Dafür wird jetzt mit Hochdruck gearbeitet. Bereits Anfang August soll das Jufa-Hotel Königswinter in Betrieb gehen, voraussichtlich am 22. September wird die offizielle Eröffnung stattfinden. Der Name Jugendhof Rheinland wird dann Geschichte sein.

Die Häuser Heisterberg, Drachenfels und Petersberg sind komplett eingerüstet. Sie erhalten einen neuen Außenanstrich. Das Innenleben wurde hingegen runderneuert. Die 62 unterschiedlich großen Zimmer, darunter auch Familienzimmer mit Verbindungstüren, sind bis auf die Holzböden und Malerarbeiten ebenso wie die Bäder inzwischen fertiggestellt.

Jufa-Vorstand Gerhard Wendl besucht Baustelle

Zeit für Jufa-Vorstand Gerhard Wendl, seinem jüngsten Projekt am Donnerstag einen Besuch abzustatten. Fünf Millionen Euro investiert das Unternehmen in Königswinter. Der 53-Jährige hatte vor 26 Jahren mit drei Standorten angefangen. Mittlerweile hat der Österreicher in Graz ein Imperium von 56 Häusern in vier Ländern mit einem Jahresumsatz von 55 Millionen Euro, 1,3 Millionen Übernachtungen und 1300 Mitarbeitern aufgebaut. Eigentümerin der Hotelkette ist die im Jahr 2000 gegründete gemeinnützige Jufa Stiftung.

Königswinter ist Hotel Nummer 57 und das sechste in Deutschland – und kann ab sofort gebucht werden. „Einige Seminarteilnehmer haben schon gebucht. Ansonsten geht das jetzt richtig los“, berichtete Wendl. Er habe bei seinen bisherigen Besuchen in Königswinter die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen, die erstmals in der Region seien, vom Standort des neuen Hotels sehr angetan seien. „Einerseits das sehr schöne Areal, andererseits die Nähe zu Bonn und Köln. Das ist schon eine sehr interessante Mischung.“

25 000 Nächtigungen pro Jahr

Als Zielgruppe in Königswinter nennt Wendl vor allem Familien, junge und umweltbewusste Menschen, Wanderer und Tagungsgäste. Letztere allein aufgrund der Historie. Schließlich war der Jugendhof fast ein halbes Jahrhundert – von 1953 bis 2004 – Tagungsstätte des Landschaftsverbandes Rheinland. Sechs Räume für Seminare und Workshops befinden sich in dem Gebäudeensemble.

„Wir rechnen mittelfristig mit 25 000 Nächtigungen pro Jahr. Wir wollen ein Bestandteil der Tourismus-Entwicklung von Königswinter sein“, so Wendl. Bei 239 000 Übernachtungen, die die Stadt im vergangenen Jahr zu verzeichnen hatte, würde das ein sattes Plus bedeuten.

Verschiedene Kooperationen geplant

Besonderen Wert legt das österreichische Unternehmen auf eine gute lokale und regionale Vernetzung. So sind Kooperationen mit dem Rhein-Sieg-Kreis als wahrscheinlichem künftigen Träger des Naturparks Siebengebirges, der Biologischen Station des Rhein-Sieg-Kreises, aber auch Museen geplant. Der Kultur- und Theatersaal mit Bühne soll auch weiterhin den örtlichen Vereinen als Probe- und Veranstaltungsraum zur Verfügung stehen. „Wir hoffen, dass sich hier auch die hoffentlich vielen Gäste, die wir nach Königswinter bringen, mit der Bevölkerung mischen“, sagt Wendl. Das Café und Restaurant im Haus Heisterberg können auch Nicht-Hotelgäste besuchen.

„Abenteuer Drachenfels“ bewirbt die Jufa auf ihrer Homepage den Aufenthalt in ihrem Königswinterer Hotel. Drei Nächte inklusive Halbpension kosten 198 Euro im Familienzimmer und 228 Euro im Doppelzimmer. Im Preis enthalten sind neben einem Begrüßungsgetränk eine Berg- und Talfahrt mit der Drachenfelsbahn und ein Ganztageskarte für das Sea Life Center.