Kommentar zum Hallenbad in Königswinter

Auf ein Neues

Inge Heuser-Losch (links) und weitere Mitglieder des Fördervereins demonstrierten bei der Ratssitzung am Montag für eine Sanierung des Hallenbads.

Inge Heuser-Losch (links) und weitere Mitglieder des Fördervereins demonstrierten bei der Ratssitzung am Montag für eine Sanierung des Hallenbads.

Königswinter. Es soll Menschen geben, die das Thema Hallenbad Königswinter einfach nicht mehr hören können. Die Diskussion ist mittlerweile zu einer Art Glaubenskrieg geworden. Dass der Förderverein nun gegen die Entscheidung des Rats vorgehen will, darf da eigentlich nicht verwundern.

Seit mehr als zehn Jahren taucht das Thema Hallenbad in Königswinter mit schöner regelmäßig in den Unterlagen diverser politischer Gremien auf, es gab verschiedene Finanzierungsmodelle, die scheiterten, Gutachten und Arbeitskreise und ein – vom Rat für unzulässig erklärtes – Bürgerbegehren. In dieser Zeit verfiel das Bad weiter.

Am Montag dann nun die Entscheidung für den Neubau. Ohne noch einmal alle Argumente aufzuzählen: Letztendlich war es eine Glaubensentscheidung, welche Variante – Neubau oder Sanierung – die bessere und wirtschaftlichere ist. Denn dazu waren die Ausführungen des Architekten zu wenig eindeutig, die Mehrkosten für einen Neubau mit 1,8 Millionen zu gering, als dass die eine die andere Seite von ihrer Meinung hätte überzeugen können.

In einer Demokratie muss man das akzeptieren. Aber weil das Thema inzwischen in eine Art Glaubenskrieg ausgeartet ist, einzelne Protagonisten sich untereinander teilweise mit tiefster Abneigung begegnen, darf es eigentlich niemanden verwundern, dass der Förderverein gegen die Entscheidung des Rates vorgehen will. Die Sanierungsbefürworter sind der festen Überzeugung, die besseren Argumente zu haben – nicht nur finanzieller Art.

Beim letzten Bürgerbegehren hatten sie keine Probleme, die nötige Anzahl an Unterschriften zusammenzubekommen. Es scheiterte, weil es nach Überzeugung von Verwaltung und Rat aus rechtlichen Gründen unzulässig war. Aus diesen Fehlern hat die Initiative offenbar gelernt. Sie geht nicht mit einer (möglicherweise) falsch formulierten Frage ins Rennen. Sie bittet die Verwaltung vielmehr um die Unterstützung, die der Gesetzgeber vorsieht.

Das ist, man kann es nicht anders sagen, ganz schön clever. Denn die Verwaltung wird schwerlich beispielsweise eine von ihr mitformulierte Frage später als nicht korrekt zurückweisen können. Also auf ein Neues.