GA-Winterwanderung im Kreis Neuwied

Auf der Höhe

Kreis Neuwied. Die Tour der GA-Winterwanderung führt diesmal auf einer geschichtsträchtigen Strecke von Unkel über Bruchhausen und Rheinbreitbach zurück an den Rhein. Auf den Spuren der Römer, von Willy Brandt und dem Erzabbau vergangener Zeiten.

Was haben römische Spuren, das Willy-Brandt-Forum und ein Wasserfall gemein? Auf den ersten Blick nicht viel. Doch sie alle liegen entlang des wunderschönen Rundwanderwegs, der von Unkel über Bruchhausen und Rheinbreitbach wieder zurück zum Anfang führt, und sich weitgehend auf dem Unkeler Rheinsteig-Abschnitt bewegt. Es ist ein wahrlich geschichtsträchtiger Weg, der von der Zeit der Römer bis in die Moderne reicht.

Gestartet wird auf dem Parkplatz an der Unkeler Grundschule. Wer dem gelb markierten Zuweg folgt, kommt an dem künstlichen Wasserfall am Beginn des Hähnerbachtals vorbei, wo man gen Norden auf den Rheinsteig (blau markiert) einschwenkt. Zuvor kann der Wanderer noch einen Blick auf die Stuxhöhe werfen, wo hin und wieder ein Uhupaar brütet. Um auf die Höhen oberhalb des Ortes zu gelangen, muss der Wanderer den steilen Weg entlang der Weinberge auf sich nehmen.

Dort wartet zur Belohnung eine Wanderliege mit herrlichem Ausblick auf das Rheintal auf den Spaziergänger. Auf der Höhe angekommen, kann man den Rheinsteig kurz verlassen und einen Abstecher nach Bruchhausen machen, wo die Pfarrkirche Sankt Johann Baptist liegt, die zu den reizvollsten Baudenkmälern im Rheinland gehört und bis heute Ziel vieler Gläubiger bei Marienwallfahrten ist.

Geschichte hautnah

Nach diesem Abstecher geht es zurück auf den Rheinsteig. Auch im Winter hat der dortige lichte Laubwald seinen Reiz, wie Scherenschnitte heben sich die kahlen Äste gegen den Himmel ab. Vorbei geht es anschließend an der ehemaligen Schmelze samt Ziegelei – viele Jahrhunderte lang wurden in dem Gebiet Kupfererze abgebaut. Funde lassen darauf schließen, dass bereits die Römer dort schürften.

Weiter geht es leicht bergan zum Wohngebiet Breite Heide und man verlässt den Rheinsteig. Auch dort gibt es Zeichen des Erzabbaus, Hinweistafeln informieren an den ehemaligen Bergbaustollen über die Vergangenheit Rheinbreitbachs als Bergbaugemeinde mit weitreichendem Kupferabbau.

Der Wasserfall in Unkel wird im Winter oft zum Eiskunstwerk.

Der Wasserfall in Unkel wird im Winter oft zum Eiskunstwerk.

 

Der Abstieg zum Rhein führt über einen Waldpfad, der über den Koppel führt, einem weiteren Aussichtspunkt mit Blick über das Rheintal. Der steile Weg führt hinunter in den Ortskern von Rheinbreitbach. Auch dort lässt sich Geschichte hautnah erfahren. So ist die sanierte Ruine der Unteren Burg zu besichtigen, vormals eine Wasserburg und Stammsitz der Herren von Breitbach. Erhalten sind nur noch die Grundmauern des Hauptgebäudes. Nicht weit entfernt steht das kleine Heimatmuseum mit sehenswertem Innenhof, das Einblick in das Alltagsleben in der Vergangenheit gibt.

Die Rheinstraße führt zum Rhein und über eine kleine Fußgängerbrücke erreicht man einen Bahnübergang. Der kleine Leinpfad bringt den Wanderer schließlich zurück nach Unkel. Dort sollte man sich nicht nur die Zeit nehmen, die herrliche Rheinpromenade zu genießen, sondern auch einen Abstecher ins Willy-Brandt-Forum in der Ortsmitte machen. Der Kanzler verbrachte seine letzten Jahre in dem kleinen Ort. Das Forum, untergebracht im ehemaligen Sparkassengebäude, setzt dem großen Sozialdemokraten ein Denkmal und beleuchtet vor allem seine späten Jahre in Unkel.