Arbeiten am Steigenberger Grandhotel

Auf dem Petersberg beginnt die Sanierung

Erhabene Immobilie: Das Steigenberger Grandhotel auf dem Petersberg.

Erhabene Immobilie: Das Steigenberger Grandhotel auf dem Petersberg.

Siebengebirge. Mit Sanierungsbeginn auf dem Petersberg trennt nun eine Mauer den Nordflügel vom Südflügel. Das Hotel bleibt während der gesamten Baumaßnahme geöffnet. Die Maßnahmen im Überblick.

Nicht nur Donald Trump plant Mauern. Auch auf dem Petersberg wird in 14 Tagen unmittelbar neben der jetzigen Rezeption eine Wand zwischen dem Nord- und dem Südflügel hochgezogen. Dann beginnt im Nordflügel der erste Bauabschnitt der Sanierung im ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg, aus dem in den kommenden rund 15 Monaten für 35 Millionen Euro ein zukunftsfähiges Grandhotel werden soll. Das Hotel bleibt während der gesamten Baumaßnahmen geöffnet und steht auch weiter für Veranstaltungen zur Verfügung.

Im Sommer 2015 hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Eigentümerin die Pläne auf dem geschichtsreichen Berg in Anwesenheit von Landrat Sebastian Schuster und Bürgermeister Peter Wirtz vorgestellt. Im Frühjahr 2016 sollte der erste Bauabschnitt eigentlich beginnen. Nun ist es genau ein Jahr später.

Änderungen entgegen der Planung

„Die Planungsphase hat länger gedauert als vorgesehen“, sagte Joachim Burdack, der Projektverantwortliche der Bima, am Freitag bei einem Rundgang durch das Hotel. Eine Rolle habe dabei gespielt, dass man im Bestand baue. Aber zum Beispiel auch geologische Besonderheiten. Dort, wo eigentlich ein Aufzug gebaut werden sollte, sei man auf Fels gestoßen, „schlussendlich haben wir aus Kostengründen auf den Aufzug dann verzichtet“, so Burdack.

Die solidere Planung werde nun aber zu Vorteilen und zu einem schnelleren Ablauf in der Ausführung führen, ist er sich sicher. „Wir werden auf jeden Fall 2018 fertig, auch wenn ich den genauen Zeitpunkt noch nicht sagen kann“, will er sich hier aber nicht mehr auf ein genaues Datum festlegen.

Gegenüber der ursprünglichen Planung hat es einige entscheidende Änderungen gegeben. So sind zum Beispiel Ideen des neuen Hoteldirektors Michael Kain, der das Regiment seit 2015 auf dem Petersberg führt, nachträglich noch berücksichtigt worden. Kain setzte etwa durch, dass der Frühstücksraum in der kaum genutzten Galerie, die im zweiten Bauabschnitt saniert wird, künftig einer der schönsten Räume im Hotel ist. Man erreicht ihn durch den Marmorsaal und hat von dort aus einen fantastischen Blick auf den Drachenfels.

Klare Trennung des Zimmer- und Hotelbereichs vom Veranstaltungsbereich

„Der Raum ist sehr viel charmanter für den Hotelgast. Er muss künftig zum Beispiel von der Präsidentensuite nur noch eine Treppe runtergehen, dann befindet er sich schon im Frühstücksbereich“, sagt der Direktor. Bisher muss der Gast lange Wege gehen, um zu frühstücken.

Generell entsteht durch die Sanierung eine klare Trennung des Zimmer- und Hotelbereichs vom Veranstaltungsbereich. Im ersten Bauabschnitt wird der komplette Nordflügel saniert. Dazu gehören Zimmer, Restaurant, Tagungsräume, Terrassen und die Rotunde – mit Ausnahme des Biergartens, der erst im April 2016 in Betrieb genommen wurde. Während der Sanierung bleibt der Südflügel in vollem Betrieb. Dort wurde eigens eine neue Küche gebaut, die auch nach Abschluss der Sanierung genutzt wird. Die Rezeption wird an den Präsidenteneingang verlegt, wo die Staatsgäste empfangen wurden. Der erste Bauabschnitt soll bis zum Oktober abgeschlossen sein.

Aus Lagerräumen werden Hotelzimmer

Ein Musterzimmer zeigt, wie der Gast auf dem Petersberg künftig wohnen soll. Modern und geschmackvoll eingerichtet, das Bad mit Badewanne und Dusche, der Flachbildschirm in die Wand eingelassen, während in manchen Zimmern bisher noch alte Röhren-TV-Geräte stehen. Für die neuen Zimmer muss die Petersberg GmbH ihre drei Zimmer räumen, auch aus drei benachbarten Lagerräumen werden Hotelzimmer. Auch der Hoteldirektor musste dieser Tage sein Büro räumen. Statt auf den Rhein schaut er künftig in den Park, damit der Hotelgast König ist. Vor allem soll das bestehende Missverhältnis zwischen Hotelzimmern und Veranstaltungsflächen aufgelöst werden.

Nach der Sanierung wird es 112 Doppelzimmer – bisher 99 – mit Flächen zwischen 30 und 45 Quadratmetern, neun Suiten, zwischen 70 und 90 Quadratmeter groß, und eine 230 Quadratmeter große Präsidentensuite geben. Alle Zimmer werden klimatisiert sein, ein Luxus, der bisher nur für 20 Zimmer galt. Während der sonstige Betrieb weitgehend normal weiterläuft, steht während der Sanierung nur 50 Prozent der Zimmerkapazität zur Verfügung.

Die Restaurants, Bistros und öffentlichen Bereiche werden ebenfalls renoviert und modernisiert. So wird der Wellnessbereich um 30 bis 40 Prozent vergrößert und neu geordnet. Die für ein Grandhotel untaugliche Bar wird künftig dreimal so groß sein. Neu entstehen eine Vinothek und ein Weinrestaurant.

Klavier zieht um

Vladimir Saal, Geschäftsführer der Gästehaus Petersberg GmbH, die Pächterin und Betreiberin der Immobilie ist, und Michael Kain, dessen Arbeitgeber Steigenberger einen noch bis 2024 laufenden Managementvertrag mit der GmbH abgeschlossen hat, können über das Invest der Bima glücklich sein. Bereits der Biergarten als erster kleiner Baustein ist ein Erfolg. „Er ist sehr gut gelaufen. Vor allem hat er zu keinem Einbruch beim Bistro geführt, was uns überrascht hat“, so Kain. Während den Biergarten vor allem Wanderer und Radfahrer angesteuert hätten, sei das Bistro besonders das Ziel älterer Leute.

Und als sei es ein Zeichen für den beginnenden Umbau transportierten am Freitag Mitarbeiter eines Klavierhauses den Steinway-Flügel von der Rotunde durch den Präsidenteneingang in die Halle Thüringen, wo Konrad Adenauer im November 1949 gegen die Etikette den Teppich betrat, auf dem die Hohen Kommissare standen. Dort wird das Instrument während der Sanierung des Nordflügels stehen.