Drachenfels in Königswinter

Auf dem Eselsweg gilt Lebensgefahr

Königswinter. Ein Fels direkt unterhalb der Drachenfels-Ruine ist rissig, es besteht akute Steinschlaggefahr. Die Bezirksregierung ließ deshalb den Eselsweg am Donnerstag zwischen Schloss Drachenburg und dem Drachenfels Plateau sperren - vermutlich für mindestens ein Jahr.

„Der Drachenfels wackelt nicht insgesamt.“ Udo Kotzea, Abteilungsleiter bei der Bezirksregierung Köln, stellt das gleich zu Beginn der Pressekonferenz im Königswinterer Rathaus in Oberpleis klar. Aber: Der erst zu Ostern 2014 nach rund dreijähriger Sperrung wieder freigegebene Eselsweg muss erneut dicht gemacht werden. Grund ist ein Fels direkt unterhalb der Ruine, der so rissig und zerklüftet ist, dass die Gefahr besteht, dass sich Gesteinsbrocken lösen und auf den darunterliegenden populären Waldweg fallen. „Aus diesem Grund mussten wir sofort reagieren und haben heute den Eselsweg abgesperrt“, so Kotzea am Donnerstag. Und das wird vermutlich für mindestens ein Jahr auch so bleiben. Sobald die Felssicherungsmaßnahmen abgeschlossen seien, soll der Weg aber wieder für die Öffentlichkeit freigegeben werden.

Der Schaden sei erst kürzlich aufgefallen, teilte die Bezirksregierung mit. Der Fels sei völlig mit Efeu überwachsen gewesen; nachdem dieser abgestorben sei, habe sich gezeigt, in welch schlechtem Zustand das Gestein ist. Wie teuer die Sicherung des Felsen wird, lässt sich laut Thomas Metz von der Bezirksregierung derzeit noch nicht abschätzen. Auch das Wie ist noch nicht geklärt. „Netze sind an dieser Stelle nicht geeignet“, so Kotzea. Überlegt werde, mit Felsnägeln zu arbeiten, gegebenenfalls müssten aber auch einzelne Brocken abgetragen werden.

Sperrung zwischen Schloss und Plateau

Obwohl es sich nur um eine relativ überschaubare Gefahrenstelle handelt, müsse dennoch der gesamte obere Eselsweg zwischen Schloss Drachenburg und Drachenfelsplateau gesperrt werden, so Metz. Denn bereits bei der letzten Sperrung habe sich gezeigt, dass nicht wenige Besucher versuchten, sich an der Absperrung vorbeizumogeln. „Ein Schild reicht da nicht.“ Daher habe man nun die Zugänge mit Gittern abgesperrt; die angebrachten Schilder weisen auf die „Akute Lebensgefahr“ hin, die beim Betreten des Weges besteht.

Hans Peter Lindlar, Chef des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge, dem Eigentümer des Geländes rund um das Plateau, ist es wichtig klarzustellen: „Die Burgruine und das Plateau sind von der Sperrung nicht betroffen.“ Drei Wege führen weiterhin auf die Bergspitze, sie werden laut Bezirksregierung zusätzlich ausgeschildert: Ab der Mittelstation entweder über den Kutschenweg oder direkt am Burghof über die Wiese. „Mit dem Eigentümer des Geländes (Marc Asbeck, Anm.d.Red.) haben wir Kontakt aufgenommen“, so Kotzea, Er geht davon aus, dass der Weg über die Wiese zugänglich sein wird. Und dann fahre ja auch, so Lindlar, „unsere wunderschöne Zahnradbahn“ auf den Berg.

Der Weg war erstmals gesperrt worden, nachdem am 5. Juni 2011 im unteren Bereich des Waldwegs ein schwerer Felsbrocken auf den Weg gestürzt war; erst Mitte April 2014 konnte er nach aufwendigen und 660.000 Euro teuren Sicherungsmaßnahmen wieder geöffnet werden. Gespannt sein darf man auch, ob sich der Bund für Umwelt- und Naturschutz wieder zu Wort melden wird. Die Naturschützer hatten die Felssicherungsmaßnahmen für unvereinbar mit den Schutzzielen für das Naturschutzgebiet und einen Wegfall des Eselswegs für vertretbar gehalten.