Planungen für den Ortsrand

Auf das Hobshofareal in Vinxel kommt ein Kindergarten

Vinxel. Der Planungsausschuss hat beschlossen, die Bürger frühzeitig in die genauen Planungen am Vinxeler Ortsrand einzubinden. Dort sollen nun ein Kindergarten und ein Spielplatz entstehen.

Tapfer harrten eine Handvoll Vinxeler im stickigen Sitzungssaal des Oberpleiser Rathauses aus, verfolgten geduldig Diskussion um Diskussion, bis schließlich der Bebauungsplan Nr. 50/18 aufgerufen wurde. Dabei ging es um die geplante Bebauung am Kapellenweg West/Holtorfer Straße und die künftige Nutzung der sogenannten „Gemeinbedarfsfläche“, also den Bereich rund um die Kapelle und den Hobshof. Und was genau mit dieser Fläche, die bisher als Zweckbestimmung mit „Stätte der Begegnung“ gekennzeichnet ist, passieren soll.

Wie mehrfach berichtet, will der Eigentümer des Geländes, der Erzbischöfliche Schulfonds, das Gelände bebauen – und zwar auch die Gemeinbedarfsfläche. Sein städtebauliches Entwurfskonzept sah vor, dass der Hobshof mit seinen Nebengebäuden abgerissen wird. Auf dem Hobshofareal, unmittelbar an der Holtorfer Straße, sind drei zweigeschossige Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Dahinter, in dem noch unbebauten Bereich zwischen Kapellenweg und Vinxeler Straße, sollen zwölf Doppelhäuser, vier Reihenendhäuser und zwei Reihenhäuser gebaut werden.

Wenig Gegenliebe für Bebauung

Eine Bebauung, die weder bei den Bürgern noch bei der Politik auf Gegenliebe stieß. Der Schulfonds hatte Anfang 2017 gegenüber dem General-Anzeiger erklärt, er würde das Hobshofgelände zwar gerne veräußern, damit dort Vorstellungen von einer Gemeinbedarfsfläche verwirklicht werden könnten – bei den anschließenden Verhandlungen hatten die Forderungen aber deutlich über dem gelegen, was die Politik zu zahlen bereit war.

Um ein Vorkaufsrecht geltend machen zu können, braucht es allerdings mehr als eine „Stätte der Begegnung“. Die Verwaltung hatte daher, auch angesichts des zusätzlichen Bedarfs durch den neuen Bebauungsplan, vorgeschlagen, auf dieser Fläche einen Kindergarten und einen Spielplatz vorzusehen. Zudem sollte der Bereich um die Kapelle als Dorfplatz festgeschrieben werden.

Einbeziehung der Bürger

Die Bürgerinitiative Vinxel sowie der Bürgerverein hatten sich vorab an die Ausschussmitglieder gewandt und darum gebeten, dass die vorgesehene Beschlussfassung geändert wird. Sie wollten, dass die Zweckbestimmung um „Stätte der Begegnung“ und „Altersgerechtes Wohnen“ erweitert wird, und dass vor den Planungen für einen Vorentwurf eines Bebauungsplans noch ein Bürgerworkshop stattfinden soll. Prinzipiell schien die Politik davon durchaus angetan, die Koalition war allerdings besorgt, dass dies Auswirkungen auf das Vorkaufsrecht haben könnte.

„Wir können uns eine Einbeziehung der Bürger, wie immer die Veranstaltung dann heißt, natürlich vorstellen. Zusätzlich sollten wir aber auch erste Vorstellungen entwickeln lassen, was auf dieser Fläche möglich ist“, so Roman Limbach (CDU). Das bestätigte auch Anya Geider von der Stadtverwaltung: „Der Begriff 'Stätte der Begegnung' ist zu schwammig.“ Vor allem aber warnte sie davor, wie eine auch immer geartete Wohnbebauung zuzulassen – damit seien einer reinen Wohnnutzung Tür und Tor geöffnet. Den Köwis wiederum war die ausschließlich auf den Kindergarten und Spielplatz zugeschnittene Festlegung zu eng, sie plädierten dafür, die Begegnungsstätte mit aufzunehmen, ebenso wie die SPD.

Diskussion über "ungelegte Eier"

Allerdings diskutierten die Ausschussmitglieder an diesem Abend in gewisser Weise über „ungelegte Eier“, denn noch gehört die Fläche der Stadt nicht. Das Thema steht allerdings im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 18. Juni. In diese Richtung argumentierte auch die Koalition: Erst sei es notwendig, die Fläche zu sichern und zu erwerben. Was jedoch den Vinxelern Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass, wenn eine Nutzung festgeschrieben wird, sie unter Umständen – sollte es mit dem gemeinsamen Dorfgemeinschaftshaus für das Kirchspiel Stieldorf nichts werden – ohne alles dastehen.

„Wenn wir uns die Fläche gesichert haben, dann können wir darüber nachdenken, wie wir sie nutzen“, so Limbach, während der potenzielle Investor die Diskussion interessiert verfolgte. Schließlich sprach sich der Ausschuss mehrheitlich für den von der Verwaltung vorgelegten Beschlussentwurf aus, ergänzt um die Bitte einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung.