Burghof in Königswinter

Asbeck will Traditionshaus privat nutzen

Königswinter. Marc Asbeck wird den Burghof nicht mehr gastronomisch nutzen. Das erklärte der Bonner Unternehmer, der die denkmalgeschützte Immobilie im Siebengebirge von Dieter Streve-Mülhens junior erworben hatte.

Asbeck möchte das marode Gebäude von Grund auf sanieren und anschließend selbst als „großzügiges Wohnhaus im Schweizer Chalet-Stil“ bewohnen. Damit bewegt er sich auf den Spuren des Barons von Sarter, der Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur Schloss Drachenburg erbauen ließ, sondern auch den Burghof zu Wohnzwecken nutzte.

Eine Postkarte aus dem Jahr 1922 dient Marc Asbeck dabei als Vorbild. Sie zeigt den Burghof als Hotel im Schweizer Stil. Nachdem Baron von Sarter die Immobilie 1881 gekauft hatte, ließ sein Neffe Jakob Biesenbach 1904 das Hauptgebäude abreißen und stattdessen ein Hotel im Schweizer Stil errichten. „Ich möchte die damalige Zeit wieder aufleben lassen“, sagt Asbeck.

Es sei höchste Zeit, dass das Gebäude saniert werde, weil es sonst wohl in einigen Jahren einstürzen würde. In den vergangenen 27 Jahren, die der Burghof leer gestanden habe, sei zwar viel geredet worden, aber letztlich nichts dabei herausgekommen. Zuletzt hatte der Honnefer Unternehmer Frank Grabow ein Konzept verfolgt. Er wollte den Burghof nach einer Kernsanierung als Restaurant mit kleinem Hotel und Seminarräumen betreiben, was aber an der Finanzierung scheiterte.

Auch Asbeck hält einen solchen Plan für unwirtschaftlich. „Ich werde sicher kein Hotel an solch einer markanten Stelle im Naturpark Siebengebirge aufmachen“, sagt er. Bei einer Investition von acht bis zehn Millionen Euro würde sich dort anschließend kaum ein Gast ein Zimmer leisten können. „Die Frage ist auch, ob immer neue Nutzungen ins Siebengebirge hereingebracht werden sollten“, meint er mit Blick auf die Belange des Naturschutzes. Mit seinen Planungen sei er bisher bei der Stadt, der Landschaftsbehörde und auch in der Bürgerschaft durchweg auf Zustimmung gestoßen.

Erste Sicherungsmaßnahmen hat der Unternehmer bereits getroffen. So seien der Bauzaun richtig verankert und die Zugänge mit Bautüren gesichert worden. Für die Sanierung möchte sich Asbeck ausreichend Zeit nehmen. Anschließend kann er sich im Burghof auch soziale Projekte vorstellen.

So könnte das Haus als Veranstaltungsort für Informationstage des Bundes für Naturschutz (BUND) oder als Zwischenstation für Wanderungen des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS) dienen. Asbeck selbst ist Mitglied im BUND und neuerdings auch im VVS. „Das sind meine Nachbarn“, sagt er. Auch für gelegentliche Konzerte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz oder für eine Erweiterung des Schlossleuchtens auf Schloss Drachenburg käme der Burghof möglicherweise in Frage.