Hoffnung für den Burghof

Am Drachenfels soll ein Restaurant entstehen

Altes Gemäuer in idyllischer Lage: Der marode Burghof könnte bald aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden.

SIEBENGEBIRGE. Das ist eine gute Nachricht für Königswinter und das Siebengebirge: Nach 24 Jahren könnte der Dornröschenschlaf des Burghofs zu Ende gehen.

Zwei Bad Honnefer möchten das seit 1989 leer stehende Objekt am Fuß des Drachenfels kaufen und dort Innen- und Außengastronomie und einen kleinen Hotelbetrieb mit maximal 15 Zimmern aufziehen. Der äußerst sanierungsbedürftige Burghof ist der schlimmste Schandfleck auf dem Weg von der Altstadt zum Drachenfels.

Dem Gastronomen Hans Hatterscheid und dem Bauingenieur Frank Grabow liegt ein Kaufangebot vor, bis Mitte April wollen sie es unterschreiben. Voraussetzung ist, dass bis dahin alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Wegen der sensiblen Lage des Gebäudeensembles ist dies ein aufwendiger Prozess.

"Wir machen alles in enger Abstimmung mit der Stadt, dem Denkmalamt, der Unteren Landschaftsbehörde und anderen wichtigen Institutionen", sagt Grabow. Der Burghof liegt im Naturschutzgebiet. Auch künftige Besucher, einschließlich Hotelgäste, werden das Ziel zu Fuß, mit der Zahnradbahn oder auch per Shuttle erreichen können.

"Das ist die letzte Chance für den Burghof. In weiteren zwei Jahren wäre das Gebäude wahrscheinlich nicht mehr zu sanieren", sagt Grabow. Das Dach musste zuletzt abgedichtet werden, weil es an immer mehr Stellen reinregnete und weitere Wasserschäden drohten. Nicht mehr verkehrssichere und begutachtete Bäume bedrohen Wanderer und das Haus. Sie werden gefällt werden müssen. Der Rheinsteig führt unmittelbar am Gebäude vorbei.

Grabow und Hatterscheid, die auch privat befreundet sind, sehen in der Konstellation Gastronom und Bauingenieur die einzige Chance, das Gebäude zu retten. "Der Burghof ist kein übliches Objekt für Investoren", sagt Grabow. Er hat in Bad Honnef ein Unternehmen, das auf die Sanierung von Denkmälern spezialisiert ist.

Für Hatterscheid, der Eigentümer des Löwenburger Hofs ist und lange Jahre Pächter des Milchhäuschens war, ist der Burghof eine Herzensangelegenheit. "Er ist mir bereits Mitte der 1990er Jahre angeboten worden. Da war er natürlich in einem wesentlich besseren Zustand als heute, aber auch nicht finanzierbar", sagt er. Die Idee, den Burghof zu kaufen, hatten er und Grabow, als sie gemeinsam am Tisch saßen. " Wenn das mit uns beiden nicht klappt, dann kann man den Burghof wohl endgültig vergessen, haben wir damals gedacht", sagt Hatterscheid. Am 13. März stellen sie ihre Pläne im Königswinterer Planungs- und Umweltausschuss vor.

Geschichte:
Die Geschichte des Burghofs geht ins 12. Jahrhundert zurück. 1881 erwarb ihn Stephan von Sarter, der Erbauer von Schloss Drachenburg. Sarters Neffe ließ 1904 das Hauptgebäude abreißen und als Berghotel neu aufbauen. Seit 1989 die Konzession für das Hotel erlosch, steht das Gebäude leer. 2004 erwarb die Familie Streve-Mülhens, Eigentümerin der Drachenfelsbahn und des Wintermühlenhofs, den Burghof von den Eigentümern Viktor Schneider und Christa Repohl.