Campingplatz in Königswinter

49-Jähriger nach Wohnwagen-Brand in U-Haft

KÖNIGSWINTER. Nach dem Brand eines Wohnwagens auf einem Campingplatz in Königswinter-Pleiserhohn, bei dem in der Nacht auf Dienstag eine Frau lebensgefährlich verletzt worden ist, ist am Mittwoch Haftbefehl gegen den 49-jährigen Lebensgefährten der Frau ergangen.

Nach dem Brand auf einem Campingplatz in Pleiserhohn, bei dem eine 50-Jährige schwerste Brandverletzungen erlitten hat, ist am Mittwoch Haftbefehl gegen den 49-jährigen Lebensgefährten der Frau ergangen. „Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwere Brandstiftung vor“, sagte Robert Scholten, Sprecher der Bonner Polizei, „und der Haftrichter ist dem gefolgt.“

Knapp ein Dutzend Dauercamper sind aktuell noch auf dem 2,3 Hektar großen, idyllischen Areal am Rand von Königswinter eingebucht, das bis zu 120 Stellplätze bietet.

Keinem der Gäste sind die Ereignisse der Nacht zu Dienstag entgangen: Ein Wohnwagen war aus bislang unbekannten Gründen in Flammen aufgegangen. Die Polizei nahm den 49-Jährigen noch in der Nacht fest. Eine Mordkommission wurde eingerichtet, die die weiteren Ermittlungen aufgenommen hat. Gegen 1 Uhr waren Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter zu einem brennenden Wohnwagen an die Pleiserhohner Straße gerufen worden.

Schon von Weitem war ein hoher Feuerschein über dem Ort sichtbar, heißt es in der Mitteilung der Feuerwehr. Bei der ersten Erkundung bestätigte sich, dass ein Wohnwagen in Flammen stand; das Feuer drohte auf benachbarte Parzellen mit Büschen und weiteren Caravans überzugreifen.

Wohnwagen und Autos 
brennen aus

Einsatzleiter Brandinspektor Torsten Weiler ließ die Alarmstufe erhöhen und forderte weitere Kräfte nach. Ersthelfer und Einsatzkräfte der Wehr versorgten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die schwer verletzte Frau. Sie wurde in eine Spezialklinik nach Merheim gebracht. Für sie bestand laut Polizei nach ärztlicher Einschätzung Lebensgefahr.

Innerhalb einer Stunde hatten die Wehrleute das Feuer unter Kontrolle gebracht und ein Übergreifen auf die benachbarten Stellplätze verhindert. Der Wohnwagen, ein Vorzelt samt einer Holzwand und zwei Autos brannten jedoch vollständig aus. Wie die Feuerwehr weiter mitteilt, war noch während der Brandbekämpfung durch die Hitze Gas aus Gasflaschen ausgetreten. Die Reifen des Caravans und der Autos zerplatzten mit einem lauten Knall, der auch in den umliegenden Ortschaften zu hören war und Anwohner aufschreckte.

Bis zum frühen Morgen dauerten die Nachlöscharbeiten an der Brandstelle, an der bis zu 50 Feuerwehrleute im Einsatz waren, wie deren Sprecher Marc Neunkirchen sagte. Darunter waren Einsatzkräfte der Löschzüge Uthweiler und Oelberg sowie der Einheiten Bockeroth und Oberdollendorf.

Neunkirchen lobte zudem das Verhalten der Dauercamper, die sich gegenseitig geweckt und bereits vor dem Eintreffen der Wehr begonnen hatten, das Feuer zu löschen. Zudem hätten sie unter anderem ein rückwärtiges Tor geöffnet, damit der Rettungswagen schneller auf den Platz gelangen konnte.

Beziehungsstreit und Alkohol

Vor Ort ergaben sich laut Mitteilung der Bonner Polizei Anhaltspunkte dafür, dass das Feuer möglicherweise durch den Einsatz von Brandbeschleunigern verstärkt wurde. Zeugen hatten vor Ausbruch des Feuers von einem Streit des Paares berichtet, das nach Polizeiangaben erst seit wenigen Monaten liiert war.

„Erste Ermittlungen haben ergeben, dass der 
49-Jährige unter Alkoholeinfluss stand“, sagte Polizeisprecher Robert Scholten am Dienstagnachmittag. Die Beamten nahmen den Mann vor Ort vorläufig fest. Er sollte – wie auch weitere Zeugen – noch im Laufe des Tages vernommen werden.

Sowohl der Betriebsleiter als auch der Mehrheitsgesellschafter des Campingplatzes – beide wollen nicht namentlich genannt werden – kennen das Paar. „Der Mann stammt hier aus der Region, seine Lebensgefährtin kommt ursprünglich aus Ostfriesland“, erzählen sie am Dienstagmorgen. Der 49-Jährige selbst habe den Betriebsleiter in der Nacht geweckt.

Seit zwei, drei Jahren sei er durchaus regelmäßig in Pleiserhohn zu Gast gewesen, hatte seinen eigenen Wohnwagen auf dem Platz stehen. Bis zum frühen Morgen seien die Kriminalbeamten vor Ort gewesen, am Vormittag habe auch die Spurensicherung ihre Arbeit auf dem Campingplatz beendet. Die Polizei sperrte das Gelände weiträumig ab.

Laut Scholten hat am Dienstag ein Brandermittler aus Frankfurt das Areal auf dem Campingplatz untersucht. Die Ermittlungen der Bonner Kriminalpolizei in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bonn dauern an.