Klangspurenrallye rund um Kloster Heisterbach

300 Grundschüler beteiligen sich an außergewöhnlichem Parcours

Königswinter. Der Bad Honnefer Verein Mutathe hatte einen Musik- und Kulturunterricht der besonderen Art im Park von Kloster Heisterbach organisiert: Rund 300 Grundschüler aus Dollendorf beteiligen sich an einer Klangspurenrallye mit viel Musik, Tanz und ein bisschen Theater.

Was ist ein Ugrós? Wer Anton und Hannes an der „Quizz“-Station aufmerksam zugehört hatte, schüttelte die Antwort quasi aus dem Ärmel. „Ein Volkstanz aus Ungarn“, lautete die richtige Antwort. Und auch die Fragen nach den Instrumenten des Bläserquintetts oder aus welchem Land György Ligeti stammt, stellten die Grundschüler nicht vor unüberwindbare Hürden.

Rund 300 Jungen und Mädchen der Longenburgschule Niederdollendorf und der Gemeinschaftsgrundschule Am Schnitzenbusch in Oberdollendorf nahmen an der Klangspurenrallye teil, die der Bad Honnefer Verein Mutathe im Park von Kloster Heisterbach organisiert hatte – ein Musik- und Kulturunterricht der ganz besonderen Art. Musik, Tanz und ein bisschen Theater standen an den insgesamt sechs Stationen im Mittelpunkt, die zahlreiche Helfer rund um die Chorruine aufgebaut hatten und die mit Titeln versehen waren wie „Schlangenbeschwörer“ und „Klangmalerei“.

„An unserer Schule ist Musik ein Schwerpunkt“, sagte Lehrerin Astrid Klocke, die für die Oberdollendorfer Grundschule die Rallye am Montag mit vorbereitet hatte. Vor diesem Hintergrund sei vor einigen Monaten der Kontakt zu Mutathe und Projektleiterin Regine Held entstanden. Ziel des Projekts, das durch die Rhein-Energie-Stiftung Kultur gefördert wird, sei es, den Kindern Musik und deren Grundlagen zu vermitteln. „Im Mittelpunkt steht dabei die neuere Musik“, so Klocke, „wie sie zum Beispiel György Ligeti komponiert hat.“

Vorbereitungen begannen im Mai

Augen und Ohren schulen und vorbereiten auf ein besonderes Klangerlebnis, das den Schülern nach der Rallye erst noch bevorstand: Auch darum ging es an diesem Vormittag. In der Turnhalle der Gemeinschaftsgrundschule Am Schnitzenbusch erwartete die Jungen und Mädchen am Mittag die Aufführung des Stücks „Tonsalabum – die verrückte Spieluhr“, ein für die Tonhalle Düsseldorf konzipiertes Werk inklusive zeitgenössischem Tanz, Theater und Musik für Bläserquintett, die von eben jenem György Ligeti stammt, den die Kinder bereits bei dem Rallye-Quiz kennengelernt hatten.

Die Vorbereitungen zu diesem außergewöhnlichen Parcours hatten bereits im Mai begonnen, erzählt Klocke. Bei mehreren Treffen habe Regine Held die Rallye und die einzelnen Stationen vorgestellt, die Kinder mit Musikspielen und durch Gehörbildung geschult. Nach den Ferien habe man dann die „Expertenkinder“ aus den vierten Klassen ausgewählt, die den Jüngeren an den Stationen die Aufgaben erklärten. Oder vormachten.

Wie etwa Zarah, die gemeinsam mit drei weiteren Schülern an der „Rhythmus“-Station den Takt vorgab. Aufstampfen mit rechts, links, mit der Hand erst an die rechte, dann die linke Schulter klopfen: Keine ganz leichte Abfolge, die die Longenburgschüler dennoch voller Elan angingen. Und am Ende konnten sie sich immerhin zwei Stempel auf ihrem Bewertungsbogen bei der Schülerjury abholen. Frida fand allerdings die Musik an der Station „Die verrückte Spieluhr“ etwas cooler. „O Jonny“ sang Jan Delay da aus den Lautsprechern, und die Viertklässlerin und ihre Mitstreiter hatten Bewegungen einstudiert, die genau zum Liedrhythmus passten. Abgucken war da erlaubt für die Rallyegruppen, die im Anschluss eigene Bewegungen erdenken sollten.

Ein gutes Gehör brauchten die Schüler auch an der „Klangtreppe“: Lilly und Lydia gaben an der Oboe einen Ton vor und die Jungen und Mädchen mussten entscheiden, ob der Ton höher oder tiefer als der Ausgangston war. „Das klingt leicht, ist aber eine richtig schwierige Aufgabe“, sagte Klocke. „Nicht nur die Kinder lernen hier heute eine Menge dazu.“