Karneval in Königswinter-Ittenbach

Ölbergpiraten setzen die Segel

Ittenbach. Ein neuer Karnevalsclub in Ittenbach möchte das Orts- und Vereinsleben ankurbeln. Während der neue Verein aus der Taufe gehoben wurde, lösten sich die Öttemicher Jecken von 1992 auf.

Es war ein Zufall, der die beiden zusammenführte. Irgendwann im vergangenen Frühjahr gerieten Klaus Kunkel und Heinz Arenz bei einer Veranstaltung in Ittenbach ins Plaudern. Über dies, über jenes – und über den Karneval. „Wir beide kannten uns vorher nicht“, erinnert sich Arenz an jenen Abend. „Aber wir haben sofort gemerkt: Wir haben die gleiche Wellenlänge.“ Und zwar vor allem, was das Thema Karneval angeht. Ein knappes Jahr später haben die beiden in dem Bergort einen neuen Karnevalsclub aus der Taufe gehoben: Der KC Ölbergpiraten feiert in dieser Session seine Premiere mit neuem Konzept und frischen Ideen.

Der Eintrag ins Vereinsregister am 12. Dezember 2016 war sozusagen die offizielle Geburtsstunde des neuen Karnevalsclubs, der sich in erster Linie als Mottoverein verstanden wissen möchte: „Unsere Aktivitäten beschränken sich nicht auf die Zeit vom Elften im Elften bis Aschermittwoch“, stellt Arenz klar, der sich als zweiter Vorsitzender hinter Kunkel – dem amtierenden Maikönig – für den neuen Verein engagiert. „Unser Ziel ist es einerseits, den Karneval in Ittenbach auf andere Beine zu stellen und zugleich auf längere Sicht auch dem Orts- und Vereinsleben neue Impulse zu geben.“

Das Dezemberdatum setzte zugleich den Schlusspunkt unter die mehr als 20-jährige Vereinsgeschichte der „Öttemicher Jecken e.V. 1992“, der an diesem Tag aufgelöst wurde. „Das Interesse an den Karnevalsveranstaltungen hatte in den vergangenen Jahren immer stärker nachgelassen“, so Arenz. „Es fanden sich immer weniger Mitstreiter – aus welchen Gründen auch immer.“ Für Kunkel und Arenz war klar, dass es einen neuen Ansatz braucht.

Und den erarbeiteten beide im vergangenen Sommer. „Wir haben uns mit vielen Leuten in Ittenbach unterhalten und gefragt, was man sich im Ort wünscht“, erinnert sich Arenz, der selbst in Sachen Karneval auf eine langjährige Karriere zurückblickt – zuletzt als Bauer des Ittenbacher Dreigestirns in der Session 2010/11. Die fehlenden Räumlichkeiten für Veranstaltungen hat das Duo als einen Knackpunkt ausgemacht. Und auch eine teils veränderte Einstellung der Menschen zum klassischen Karneval, glaubt der 60-Jährige: „Die Leute wollen heute eher feiern, Spaß haben und sich unterhalten, als etwa ein mehrstündiges Programm irgendwo vorne auf einer Bühne zu verfolgen.“

Das Konzept, das Kunkel und Arenz nach der Sommerpause den noch verbliebenen aktiven „Öttemicher Jecken“ vorstellten, überzeugte: Piraten sollen künftig das Bild im Ittenbacher Karneval bestimmen – „ob mit Kostüm von der Stange oder maßgeschneidert, ist dabei völlig egal“, sagt Arenz. Sessionseröffnung, der Karnevalszug durch den Ort, die After-Zoch-Party sind Veranstaltungen, die auch künftig im Ittenbacher Veranstaltungskalender stehen – dazu aber etwa auch ein zweitägiges Piratenlager im Juli für Groß und Klein. „Denkbar ist vieles“, sagt Arenz mit einem Augenzwinkern. „Von der Radtour in den Ferien bis hin zu einem eigenen Piratenkönigspaar, das das ganze Jahr über im Amt bleiben könnte. Aber eins nach dem anderen.“

Den Sessionsauftakt im November und die Karnevalsparty im Sängerhof vergangene Woche konnten die Ölbergpiraten schon mal unter dem Kapitel „Erfolg“ verbuchen: „Zu unserer ersten Veranstaltung kamen rund 200 Leute. Das war für uns natürlich bombastisch.“ Erfolgversprechend sind auch die Aussichten für den Karnevalszug: „Wir haben jetzt schon zahlreiche Anmeldungen von Wagen und Fußgruppen“, verrät Arenz. Der 60-Jährige ist zuversichtlich, dass die Piraten in Ittenbach keinen Schiffbruch erleiden werden: „Wir wollen nichts besser machen“, sagt er. „Aber anders.“