Stadt erhält Geld vom Land

Zwei Millionen Euro für die Zukunft der Insel Grafenwerth

Grünes Juwel im Rhein: Für die Aufwertung der Insel Grafenwerth erhält die Stadt Bad Honnef fast zwei Millionen Euro Förderung.

Grünes Juwel im Rhein: Für die Aufwertung der Insel Grafenwerth erhält die Stadt Bad Honnef fast zwei Millionen Euro Förderung.

Bad Honnef. Gute Nachricht aus Düsseldorf: Bad Honnef bekommt Fördermittel aus dem Städtebauprogramm „Zukunft Stadtgrün“. Damit war die Bewerbung der Stadt mit ihrem Konzept für die Aufwertung der Rheininsel erfolgreich.

Erst vor vier Wochen gab der Stadtrat sein Plazet zum Förderantrag beim Land – am Montag vermeldete Düsseldorf, dass die Stadt Bad Honnef exakt 1,965 Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ für die Insel Grafenwerth erhält. „Das ist eine tolle Nachricht für die gesamte Stadt“, kommentierte Bürgermeister Otto Neuhoff die Förderzusage gegenüber dem General-Anzeiger. Für den 5. Dezember sei der Termin in Düsseldorf zur Übergabe des Bewilligungsbescheids anberaumt.

Der Zuschuss für die Aufwertung der beliebten Rheininsel, der einer Förderung von rund 60 Prozent des geschätzt rund 3,3 Millionen Euro teuren Projektes entspricht, sei dabei ebenso im regionalen wie im überregionalen Kontext zu sehen. Denn, so Neuhoff: „Der Stellenwert Bad Honnefs als Naherholungsziel wird in der Zukunft eine noch größere Bedeutung bekommen.“

Gefördert werden übrigens nicht nur Teile des Projektes, das in denkbare Einzellose aufgeteilt worden war, sondern das gesamte Vorhaben. „Das ist ein wirklicher Stimmungsaufheller an einem trüben Novembermorgen“, so Neuhoff am Montagvormittag.

NRW-Kommunen erhalten 23,65 Millionen

Wie berichtet, stellt das Bundesbauministerium in dem Bund-Länder-Programm 2017 insgesamt 50 Millionen Euro zur Verfügung, die Ländern und Kommunen für „die Verbesserung der urbanen grünen Infrastruktur“ bereitgestellt werden. Laut Bundesbauministerin Barbara Hendricks wird die Städtebauförderung somit um einen Aspekt erweitert, der maßgeblich zu mehr Lebens- und Wohnqualität beiträgt. Ina Scharrenbach, NRW-Landesministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, teilte am Montag mit, dass 18 Städte und Gemeinden im Bundesland nun insgesamt 23,65 Millionen Euro erhalten.

Damit würden 19 Projekte zum Ausbau öffentlicher Grün- und Freiflächen finanziell unterstützt. NRW habe hier Nachholbedarf. „Aus diesem Grund freue ich mich besonders über die Förderung der erstklassigen Projekte“, so Scharrenbach. Schwerpunkte seien die Aufwertung öffentlicher Parkflächen und die Verbesserung der Umweltsituation in Straßenräumen und auf Plätzen.

An der Finanzierung der Projekte in NRW beteiligen sich der Bund mit 10,74 Millionen Euro sowie das Land NRW mit 12,91 Millionen Euro. Auf die Städte entfällt jeweils ein Eigenanteil, im Fall von Bad Honnef von etwa 1,3 Millionen Euro.

Bürgermeister sieht Strategie bestätigt

Die Stadtverwaltung hatte ihren Antrag – nach einem recht kurzfristigen Förderaufruf – pünktlich zum 6. Oktober eingereicht. Ende Oktober stimmte der Stadtrat einstimmig dafür – seinerzeit geäußerte Bedenken hinsichtlich der Passgenauigkeit des Antrags auf das Programm und komplizierter Fördersprache dürften jetzt zerstreut sein.

Inselbrücke und Toter Rheinarm hatten aus Zeitgründen – wegen der aufwendigen Behördenabstimmung etwa mit Denkmalschutz und Schifffahrtsamt – nicht einbezogen werden können. Neuhoff: „Die Aufwertung der Insel erhöht aber sozusagen den Wert eines neuen Antrags, wenn es in einem anderen Zusammenhang um den Altarm oder die Brücke geht.“

Das Konzept „Grünes Juwel in neuem Glanz“ fußt auf der Studie zur vergeblichen Landesgartenschau-Bewerbung – ein gutes Beispiel, so Neuhoff, dass konzeptionelle Vorarbeit wichtig sei, um auch bei kurzfristigen Förderaufrufen vorbereitet zu sein. „Unsere Strategie stimmt.“ Dazu gehöre es, die Stadt finanziell auf Kurs zu bringen und zu halten.

„Wir schaffen 2017 voraussichtlich ein positives Haushaltsergebnis und die Voraussetzung, um finanziell freier agieren und investieren zu können.“ Dazu gehöre im Kontext Grafenwerth das Inselcafé, das von der Aufwertung des Umfeldes profitiere: Der Pachtvertrag, so Neuhoff, werde zu Ende 2018 gekündigt; eine Verbesserung der städtischen Immobilie sei dann mit Blick auf eine Neuverpachtung angezeigt.