Weinfest am Rhein

Weinkönigin Janine I. regiert in Rhöndorf

RHÖNDORF. Vor einem halben Jahrhundert initiierte das seinerzeit aus der Taufe gehobene Winzercorps Bad Honnef-Rhöndorf sein erstes Weinfest. Mit der 50. Neuauflage knüpften die Ausrichter an die Erfolge der Vorjahre an.

Es war das 50. Weinfest. Und obwohl die Rhöndorfer diese Veranstaltung längst perfektioniert haben , ist es gemütlich dort wie eh und je. Rappelvoll das Weindorf auf dem Ziepchensplatz, als die neue Weinkönigin Janine I. (Gottsauner) am Eröffnungstag von Udo Krahe, dem Präsidenten des Winzercorps Rhöndorf, bei der Proklamation mit den Insignien ausgestattet wurde: der schmucken Krone und der Schärpe. Davon trennen musste sich Ann-Kathrin Püllen, die mit ihrer Weinprinzessin Katharina Gilbert herzlich verabschiedet wurde.

Flankiert von ihren Prinzessinnen Janina (Mehr) und Sophia (Krey-Thompson) rief ihre Nachfolgerin dem Publikum zu: „Der liebe Gott hat nicht gewollt, dass edler Wein verderben sollt, drum hat er zu dem Saft der Reben den nötigen Durst dazugegeben. Nun lasst uns unsre Gläser heben, dieses edlen Saftes wegen.“ Diesem Wunsch der charmanten 18-Jährigen im bordeauxroten Dirndl kamen die Festgäste allzu gern nach.

"Wimmelbild" auf dem Ziepchensplatz

Udo Krahe betonte angesichts des Wimmelbildes vor sich auf dem Ziepchensplatz und der „Konkurrenzveranstaltung“, dem Schlemmerabend in der Stadtmitte mit Honnef-Lied-Entscheid: „Uns kann kein Lied erschüttern. Und den Schlemmerabend bereitet Euch Daniel Grewe.“ Der neue Chef der Rhöndorfer KG hatte erstmals die Bewirtung beim Weinfest übernommen, und das zur absoluten Zufriedenheit.

Königswinters Vizebürgermeister Oliver Schikora sagte: „Ich bin beeindruckt von der Anzahl der Besucher und von der tollen Königin.“ Honnefs Vizebürgermeister Peter Profittlich gratulierte den Machern des Weinfestes: „Ihr bringt damit den Menschen viel Freude.“ Zwar hatte er kein offizielles Geschenk der Stadt, dafür lud er sämtliche ehemalige Weinköniginnen zum Kaffee in sein Haus ein. Denn: Alfred Höhler, einer der Pioniere des Weinfestes, hatte sämtliche ehemalige Majestäten zu Samstagabend auf den Platz gebeten. Sie alle erhielten aus den Händen der Mittelrheinweinkönigin Jessica, der Schwester der neuen Rhöndorfer Weinkönigin, einen speziell kreierten Weinkrug.

1972 wurde die erste Weinkönigin gekürt

1972 wurde erstmals eine Weinkönigin gekrönt. Mechthild I. (Schneider) übernahm damals dieses Amt. „Mein Verlobter Heiner hatte mich heimlich bei Karl Kaffine als Kandidatin angemeldet“, erzählte Mechthild Rechmann. Und die Jury entschied sich für die damals 18-jährige Bankkauffrau. „Das war ein Abenteuer für mich.“ Heiner Rechmanns Mutter änderte ihr eigenes Dirndl für die Schwiegertochter in spe um. „Das war damals natürlich mini.“ Wie gefällt der ersten Weinkönigin, die lange im Norden lebte, das Fest heute? „Es ist professioneller geworden.“ Sie erinnerte daran: „Damals waren Bacchus Karl Schönball dabei und Bürgermeister Franz Josef Kayser.“

Daumen drücken für Jessica Gottsauner

Jetzt drückt Mechthild Rechmann Mittelrheinweinkönigin Jessica die Daumen, die sich um die Krone der deutschen Weinkönigin bewirbt. Höhler: „Es wäre eine Sensation, würde Rhöndorf die deutsche Weinkönigin stellen.“ Am Sonntag war Jessica dann mit anderen Weinköniginnen des Mittelrheins auf dem Festplatz versammelt. Ebenso wie knapp 40 Oldtimer-Traktoren-Fans mit ihren Fahrzeugen. Für Musik sorgten „The Rockwoodies“, die „Helicopters“ und „Die 6 Orjelspiefe“.