Richtiges Verhalten im Bus und an der Haltestelle

Was Marie so alles falsch macht

Da schauen die Kinder erschrocken: Mit Schaumstoffpuppe Marie zeigt Nadine Engebrecht, was an der Haltestelle passieren kann. FOTO: HOMANN

Da schauen die Kinder erschrocken: Mit Schaumstoffpuppe Marie zeigt Nadine Engebrecht, was an der Haltestelle passieren kann.

RHEINBREITBACH. "Boh, der hat die glatt platt gemacht!" Staunend, mitunter auch erschrocken, betrachteten die Viertklässler der Rheinbreitbacher Gebrüder-Grimm-Grundschule den Linienbus.

Der hatte gerade Marie überfahren, die sich an der Haltestelle viel zu weit auf die Straße gewagt hatte. Glücklicherweise handelte es sich nur um eine Schaumstoffpuppe, die Nadine Engebrecht von der Linzer Polizeiinspektion zum "Realverkehrstag" mitgebracht hatte. Und an diesem Tag ging es um ein spezielles Bustraining.

Denn die meisten jetzigen Viertklässler werden nach dem Wechsel zur weiterführenden Schule mit dem Bus fahren, so Lehrerin Gerhild Schlemm. Sie hatte die Viertklässler mit ihrer Kollegin Esther Stein zur Haltestelle Bürresheimer Straße geführt, wo Busfahrer Fred Hirzmann sie schon erwartete. Dieses Training sei angesichts der vielen Unfälle von busfahrenden Schülern dringend notwendig, sagte Polizistin Engebrecht. Sie hatte jede Menge Verhaltenshinweise für die Schüler parat. Erstes Gebot: Zeitdruck vermeiden und rechtzeitig von zu Hause losgehen, statt zur Haltestelle zu rennen und möglicherweise vor den Bus zu laufen.

Ein weiterer Hinweis: "Die Haltestelle ist kein Spielplatz. Nachlaufen oder gar schubsen sind mehr als gefährlich, wenn ihr nicht das Schicksal von Marie erleiden wollt", warnte Engebrecht. Dann übte sie mit den Kindern, gesittet in den Bus einzusteigen. "Ein netter Gruß und ein freundliches Lächeln tun dem Fahrer gut, der alles andere als entspannt ist, wenn ihm eine Horde Wilder beim Einsteigen entgegenspringt", mahnte sie. Busfahren sei ein ziemlich anstrengender Job, der hohe Konzentration erfordere.

Also: Auf der Busfahrt nicht laut durcheinander schreien. Fred Hirzmann, seit 2005 Rentner, fährt seit acht Jahren nebenbei Schulbusse. Er bestätigte: Stressig sei das manchmal schon, "aber wir waren ja auch mal jung". Eine weitere Verhaltensregel für die Schüler lautete, den Schulranzen nicht auf dem Rücken zu tragen, im Bus drohe Verletzungsgefahr. Und: "Essen und Trinken sind im Bus verboten.

Die Hände braucht ihr, um euch festzuhalten, auch wenn ihr einen Sitzplatz habt, und im Stehen sowieso", betonte Engebrecht. Auch wenn es sich keiner ausmalen möchte: Ist einmal ein Unfall mit dem Bus passiert und sollte das Fahrzeug sogar umgestürzt sein, sollten die Kinder nach Engebrechts Anweisung den Notausstieg mit einem der Nothammer aufschlagen oder aber das Fahrzeug durch die Deckenluken verlassen.

Dann musste wieder Marie für eine Demonstration herhalten: Bei einer Geschwindigkeit von 15 Stundenkilometern machte Hirzmann eine Vollbremsung. Die zuvor gewarnten Kinder konnten sich festhalten und wurden nur durchgeschüttelt, die im Gang postierte Schaumstoffpuppe flog jedoch bei dem plötzlichen Stopp durch den Bus, stieß mit dem Kopf an eine Sitzlehne und kullerte dann durch den Mittelgang zwischen den Sitzreihen in Richtung Fahrer. "Da kann ich nur hoffen, dass Euch so etwas erspart bleibt", verabschiedete sich Engebrecht von den Viertklässlern.