Bausanierung in Bad Honnef

Viele Brücken sind baufällig

Sanierungsfall Grafenwerther Brücke: Die Bögen des denkmalgeschützten Bauwerks sind vom Wasser stark angegriffen.

Sanierungsfall Grafenwerther Brücke: Die Bögen des denkmalgeschützten Bauwerks sind vom Wasser stark angegriffen.

Bad Honnef. Die Stadt muss in nächster Zeit 3,5 Millionen Euro in die Reparatur der Bauwerke stecken. Mit 1,5 Millionen Euro schlägt allein die Sanierung der denkmalgeschützten Grafenwerther Brücke zu Buche. Auch die Weinbergsmauern sind marode.

Jahrelang tat die Stadt Bad Honnef wenig, um Brücken und Stützmauern im Stadtgebiet zu unterhalten. Nur etwa eine halbe Million Euro wurden in den vergangenen zehn Jahren insgesamt investiert – und das rächt sich nun. Denn nachdem der Fachdienst Tiefbau der Stadtverwaltung ein Kataster erstellt hat, steht für die Experten fest: Rund drei Millionen Euro wird Bad Honnef in den kommenden fünf Jahren in die Hand nehmen müssen, um die Bauwerke zu sanieren.

Grafenwerther Brücke: Der größte Batzen, rund 1,5 Millionen Euro, muss in die Erneuerung der Grafenwerther Brücke gesteckt werden. Seit 1912 überspannt der Stahlbetonbau den Altarm des Rheins. Und die Zeit hat Spuren hinterlassen, wie schon 2014 eine Kontrolle ergab. Demnach war Wasser in die Konstruktion mit fünf Rundbögen eingedrungen und hatte die Bausubstanz an diesen Stellen angegriffen. Folge: Die Brücke musste mit zwei Stahlbauträgern an den Innenseiten der Brüstung stabilisiert werden. Der Eingriff erfolgte in Absprache mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege. Für Fußgänger oder Autofahrer, die die Brücke benutzen, bestehe „keinerlei Gefahr“, teilte die Stadt mit. Allerdings dürfen Fahrzeuge mit bis zu 16 Tonnen Höchstgewicht mit maximal 20 Stundenkilometern über die Brücke fahren. Inzwischen haben Experten die Brücke untersucht und dabei festgestellt, dass eine sogenannte „grundhafte Erneuerung“ notwendig ist. Was keineswegs einen Neubau bedeutet. Allerdings sind die Maßnahmen so umfangreich, dass sie als Investition gelten und entsprechend im Haushalt ausgewiesen werden. Die Gelder sind im Haushalt für die Jahre 2017 und 2018 eingeplant worden.

Brücke Fuckengasse: Das Brückenbauwerk am Annapfad/Fuckengasse in Höhe der Internationalen Hochschule fiel bei der Bauwerksprüfung durch und musste im vergangenen Sommer sofort gesperrt werden. Denn die Experten hatten starke Schäden an den Längsträgern im Auflagerbereich sowie an der Geländerbefestigung festgestellt. Damit waren weder Verkehrssicherheit noch Standsicherheit gegeben. Eine Sanierung der Brücke ist nicht möglich, sie muss neu gebaut werden. Dafür muss die Stadt rund 40 000 Euro investieren.

Weinbergsmauern: Zweitteuerste Maßnahme in dem Katalog sind die Mauern in den Rhöndorfer Weinbergen. 950 000 Euro betragen die geschätzten Kosten für die Sanierung der Steinmauern. Dass dieses Unterfangen so teuer ist, liegt laut den Verwaltungsexperten schlicht an der Länge der Stützmauern.

Rheinufermauern: Ebenfalls saniert werden müssen Teile der Rheinufermauern. Dabei rechnen die Fachleute mit Sanierungskosten von 300.000 Euro.

Fußgängerbrücke Mühlenweg: Seit Montag und bis voraussichtlich Freitag, 19. August, wird die Fußgängerbrücke Mühlenweg in Bad Honnef gesperrt, die vom Mühlenweg bis zur Rheinpromenade führt. Diese Maßnahme liegt in der Regie des Landesbetriebs Straßenbau NRW, wie die Bad Honnefer Stadtverwaltung mitteilt. Der Landesbetrieb führt laut Stadt Sanierungsarbeiten am Widerlager des Bauwerks durch. Für die Zeit der Sperrung müssen Fußgänger und Radfahrer auf die Brücken Am Spitzenbach oder an der Girardetallee ausweichen.

Weitere Sanierungen: Außerdem auf der Sanierungsliste der Stadt stehen die Fußgängerbrücke August-Leppert-Straße über die Bahngleise (Kosten: 100 000 Euro) sowie die Berck-sur-Mer-Brücke (60 000 Euro). Weitere Arbeiten sind erforderlich an der Brücke Beueler Straße, am Bauwerk Brückenstraße, an der Holzbrücke am Waldfriedhof, an der Lärmschutzwand entlang der B 42 am Honnefer Kreuz und am Brückenbauwerk Beueler Straße/Kapellenstraße. Die Reparaturen werden von der Verwaltung jeweils mit 2000 Euro veranschlagt.

Jeweils 1000 Euro müssen in die Brücke K 26 bei Brüngsberg, das Brückenbauwerk Retscheider Straße sowie in die Fußgängerbrücke Bachstraße gesteckt werden.