Zerstörung im Siebengebirge

Vandalismus am Rhöndorfer Bahnhof

Rhöndorf. Unbekannte haben die Tür zu den Toiletten und dem Warteraum an Gleis 1 eingeworfen.

Der Rhöndorfer Bahnhof lässt sich nur schwerlich als Wohlfühloase bezeichnen. Und das liegt nicht nur an dem fehlenden barrierefreien Zugang. Als der Bad Honnefer Gerd Kirchhoff, aus München kommend, am Sonntagabend mit dem Zug dort einfuhr, fiel es ihm auf: Unbekannte haben am Bahnsteig 1 die zuvor verrammelte Tür zum Warteraum und zu den Toiletten zerstört.

Zahllose Glasscherben sind in dem Raum verteilt, hinzu kommen eine Spraydose und Müll. Auf dem Boden liegt ein rot-weißer Absperrpoller; den haben die unbekannten Täter möglicherweise als Rammbock verwendet. Da Kirchhoff im Sinne der sogenannten „Broken-Windows-Theorie“ befürchtete, die Zerstörung könne weiteren Vandalismus nach sich ziehen, wählte er die am Gleis angeschlagene Service-Nummer der Deutschen Bahn (DB): „Schmierereien am Bahnhof gesehen? Sagen Sie's uns. Wir machen es weg! Innerhalb von fünf Tagen“, steht auf dem verheißungsvollen Zettel hinter Glas.

Doch bei seinem Telefonat mit dem Service-Mitarbeiter erfuhr der 74-Jährige, dass die Bahn nicht mehr zuständig sei, da das Unternehmen das heruntergekommene Gebäude verkauft habe. An wen, das wollte die mit Verkäufen betraute DB Immobilien „aus datenschutzrechtlichen Gründen“ lieber nicht sagen.

Auch die Deutsche Bahn selbst, Bahnhofsmanagement, Katasteramt und die Stadt Bad Honnef konnten gestern auf Anfrage nichts zu den neuen Eigentumsverhältnissen sagen. Ebenso wie die Bonner Polizei. Die Beamten waren am Rhöndorfer Bahnhof, um den Vandalismus-Fall aufzunehmen. „Wir konnten aber keine Spuren sichern“, teilte die Pressestelle der Bonner Polizei mit.