Pläne eines Windparks im Siebengebirge

VVS fürchtet um das Europa-Diplom

Die geplanten Windräder im Siebengebirge erhitzen die Gemüter der Region.

19.04.2013 Rheinbreitbach. Der geplante Windpark am Asberg in der Verbandsgemeinde (VG) Unkel entwickelt sich allmählich zum politischen Schlagabtausch des Jahres: Nun hat sich auch der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) in die Diskussion eingeschaltet und die Pläne der Verbandsgemeinde Unkel vehement kritisiert.

"Das Siebengebirge hat gerade wegen seiner einzigartigen Kulisse eine besondere Stellung. Mehrere Windräder, die fast 200 Meter in die Höhe ragen, würden diese Gesamtkulisse erheblich verändern", äußerte Hans Peter Lindlar, Vorsitzendes des VVS, seine großen Bedenken.

Zudem fürchte er, dem Siebengebirge werde im Falle einer Umsetzung des Windparks das Europa-Diplom nicht verlängert. "Ich mache mir große Sorgen, dass dies sich darauf auswirkt", sagt Lindlar. Das Europa-Diplom wird vom Europarat in Straßburg an Schutzgebiete verliehen, die wegen ihrer biologischen, geologischen und landschaftlichen Sonderstellung von europäischer Bedeutung sind.

Seit 1971 ist das Siebengebirge im Besitz dieser Auszeichnung, mit der deutschlandweit nur sieben weitere Gebiete geehrt wurden. Alle fünf Jahre wird vom Europarat geprüft, ob die Kriterien noch erfüllt sind. Der VVS verleiht den Windpark-Gegnern mit seiner deutlichen Kritik an den Plänen neuen Rückenwind. "Unser Verein ist vor fast 150 Jahren gegründet worden, um das Siebengebirge zu erhalten", erklärt Lindlar.

Karsten Fehr, Bürgermeister der VG Unkel, wollte zu der konkreten Kritik keine Stellung beziehen. Jedoch, so Fehr, werde auch dies während der laufenden Verfahren geprüft und durch den Verbandsgemeinderat Unkel abgewogen. (Dennis Betzholz)