So gesehen

Treffpunkt: Parkautomat an der Rheinallee in Königswinter

Der Parkscheinautomat an der Rheinallee in Königswinter.

GA-Autorin Katrin Janßen denkt: Parkautomaten können auch ein kommunikativer Treffpunkt sein. Wie hier an der Rheinallee in Königswinter.

Königswinter. Wer glaubt, Parkautomaten sind nur ein Ärgernis, irrt, glaubt GA-Autorin Katrin Janßen. Denn die Automaten können auch ein kommunikativer Treffpunkt sein.

Parkgebühren und Parkraumkonzepte, das sind Worte, die nicht direkt positive Assoziationen hervorrufen, zumindest wenn man nicht gerade die städtischen Einkünfte verwaltet, sondern normaler Autofahrer ist. Auch ist die Auswahl des richtigen Parkscheins und die Bedienung des Parkscheinautomaten ist nicht immer ohne Tücken, die Regelungen sind manchmal umfassend. Aber: Das kann auch die Kommunikation fördern und wildfremde Menschen miteinander ins Gespräch bringen.

So geschehen an der Rheinallee in Königswinter am Mittwochmorgen. Fast zeitgleich parken die drei Autos ein. Man trifft sich am Automaten. Mein Zwei-Euro-Stück will der Automat jedoch nicht. „Weil da die Höchstparkdauer überschritten wird“, weist mich eine Dame freundlich auf das Schild hin, das umfänglich auf Parkgebühren sowie -dauer und auch den Jahresausweis verweist. Während ich nach Kleingeld suche, kommt eine weitere Frau hinzu. „Ich komme so selten hier hin, früher reichte eine Parkscheibe“, sagt sie. „Aber die erste halbe Stunde ist frei“, kommt der richtige Hinweis.

Gemeinsam sinnieren wir drei darüber, ob 30 Minuten für die jeweilig anstehenden Tätigkeiten wohl ausreichend sind. Inzwischen habe ich einen Euro gefunden. Die ältere Dame entscheidet sich für eine halbe Stunde, die dritte will ihr Glück probieren und in 30 Minuten wieder da sein. Schließlich verabschieden wir uns freundlich, jede geht mit einem Lächeln auf den Lippen seines Weges. Da sage noch einmal jemand, Parkgebühren hätten nichts Gutes.