13. Budo-Gala

TV Eiche zeigt sein gesamtes Kampfkunst-Repertoire

Früh übt sich: bei der Budo-Gala des TV Eiche.

BAD HONNEF. Es geht alles so schnell, dass das ungeschulte Auge kaum mithalten kann: Gerade noch läuft der Angreifer mit erhobenem Schlagstock auf sein Opfer zu, im nächsten Moment windet er sich hilflos am Boden, den Arm schmerzhaft hinter dem Rücken verdreht.

Er hat sich ohne Zweifel mit der Falschen angelegt. Übte die Attackierte nicht bereits seit elf Jahren Judo, wäre der Überfall wahrscheinlich anders ausgegangen; so jedoch hatte der Täter nicht einmal den Hauch einer Chance. Es war zwar bloß eine Demonstration - dennoch hielten die Zuschauer den Atem an.

Fit bleiben, Spaß haben und gegen Gefahren gewappnet sein - dass japanische Kampfkünste ("Budo") für jeden etwas zu bieten haben, zeigte der TV Eiche am vergangenen Wochenende bei seiner nunmehr 13. Budo-Gala in der neuen Sibi-Sporthalle.

Auf dem Programm standen neben Judo und Kung Fu Dju Su auch Ji Jutsu und Taiji Quan. Während die kleinen Besucher stolz ihren Eltern vorführten, was sie bereits alles gelernt hatten, durften diese beim "Stierkampf", einer kleinen Übung im Ringen, ebenfalls in die Welt des waffenlosen Kämpfens hineinschnuppern. Es war eine gemütliche Veranstaltung - frei nach dem Motto: Hauptsache, Spaß.

Das Tolle an Budo: Voraussetzungen gibt es keine. "Man muss nur bei der Sache bleiben", erklärte Selbstverteidigungstrainerin Lucie Prinz. Denn das Erlernen der verschiedenen Techniken, hunderte an der Zahl, sei ein langwieriger Prozess: "Man muss immer und immer wieder üben, bis die Bewegungen irgendwann automatisiert ablaufen."

Immerhin habe man in einer echten Notwehrsituation keine Zeit, die genauen Abläufe gedanklich durchzugehen - das müsse wie von selbst funktionieren, so Prinz. Habe man seine Techniken aber erst einmal perfektioniert, sei man im Idealfall so schnell, dass der Angreifer keine Chance mehr zur Gegenwehr habe. Als Budoka kenne man die Schwachstellen des Körpers genau und mache sich diese zunutze. Der Kraftaufwand sei dabei minimal, man versuche stattdessen, den Gegner mit Hebeln, gezielten Tritten und Haltegriffen außer Gefecht zu setzen.

Bei den erwachsenen Trainern ging dies in Windeseile - obwohl die Vorführungen teils sehr rabiat wirkten, kam selbstverständlich niemand zu Schaden. So flüssig wie bei den Großen lief es bei den "Minis" zwar nicht, aber schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Freude hatten die Kleinen jedoch allemal: Mit strahlenden Augen tollten sie in ihren Judo-Anzügen auf den Matten herum und bewiesen sich gegenseitig, dass sie es faustdick hinter den Ohren haben. Verlierer gab es bei dem kleinen Wettbewerb keine: Jeder erhielt zur Belohnung eine Urkunde samt Medaille. Und nach all der Anstrengung stand dann für die Kleinen noch ein abschließendes Highlight an: über das reich gedeckte Kuchenbüffet herzufallen.