Zum 143. Geburtstag von Konrad Adenauer

Stilles Gedenken in Rhöndorf an einen großen Staatsmann

Kranzniederlegung am Grab: Auf dem Waldfriedhof in Rhöndorf wurde Konrad Adenauer 1967 beigesetzt.

Kranzniederlegung am Grab: Auf dem Waldfriedhof in Rhöndorf wurde Konrad Adenauer 1967 beigesetzt.

RHÖNDORF. Familienmitglieder und zahlreiche Gäste aus der Politik würdigen den ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer anlässlich dessen 143. Geburtstags. Auch die Rhöndorfer Schützen stehen auf dem Waldfriedhof Spalier.

Kein spektakuläres, kein rundes Altersjubiläum. Aber der 143. Geburtstag Konrad Adenauers, des ersten Kanzlers der Bundesrepublik Deutschland, war nicht nur für die Familie, sondern auch für zahlreiche Vertreter des politischen und öffentlichen Lebens Anlass, an sein Grab auf dem Rhöndorfer Waldfriedhof zu treten.

Familiensprecher und Kanzler-Enkel Konrad Adenauer stimmte mit den Besuchern ein gemeinsames Gebet an. Er dankte den Gästen, dass sie die Erinnerung an seinen Großvater aufrechterhalten und zeigte sich erfreut, „dass auch so viele wichtige Persönlichkeiten gekommen sind, um seiner zu gedenken“. So waren etwa Bundestagspräsident a.D. Norbert Lammert vertreten und Ministerpräsident und Bundesminister a.D. Jürgen Rüttgers, die Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen und Elisabeth Winkelmeier-Becker sowie Landtagsmitglied Bodo Löttgen.

Die stille Zeremonie wurde durch eine kleine Abordnung der Sankt Hubertus-Schützen-Gesellschaft um König Hans Linden ergänzt. Zweiter Fähnrich Bernd Humpert senkte die Fahne über dem Grab; ihr Präsident Peter Profittlich war in Zivil als Vizebürgermeister Bad Honnefs dabei. Die Rhöndorfer Schützen hatten sich einst auf Wunsch der Familie am Eingang zum Waldfriedhof formiert, um den Sarg ihres Ehrenmitglieds von Offizieren der Bundeswehr zu übernehmen, denn hier hatte das Staatsbegräbnis geendet. Seit jenem Tag im April 1967 sind die Rhöndorfer Schützen bei allen feierlichen Anlässen präsent.

Grabstein vom Melaten-Friedhof in Köln geholt

Adenauer, der am 19. April 1967 starb, hatte seine letzte Ruhestätte selbst ausgewählt und den Grabstein 1948 vom Melaten-Friedhof in Köln nach Rhöndorf geholt, nachdem damals seine zweite Frau Gussie verstorben war. Die Inschrift erinnert auch an Adenauers erste Frau Emma sowie an den nur vier Tage alt gewordenen ersten Sohn Ferdinand aus zweiter Ehe Adenauers. Elf Kränze schmückten das Grab. Das üppige Gebinde mit den roten Rosen war wie immer der Familie Adenauer vorbehalten.

Der Kranz der Bundes-CDU trug erstmals den Namenszug ihrer neugewählten Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, die sich selbst bei der CSU-Klausur im Kloster Seeon aufhielt. Die Christdemokraten der Bundestagsfraktion und der Landtagsfraktion, die CDU Bonns und Kölns, die Rhein-Sieg-CDU, aber auch der Ministerpräsident, der Landrat und natürlich die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus hatten mit Kränzen ihre Verehrung des ersten Bundeskanzlers und großen Europäers ausgedrückt. Das polnische Generalkonsulat gedachte seiner mit Blumenschmuck. Und die Ungarn lassen ihren Kranz stets bereits zu Allerseelen aufs Grab legen.

Eine Vase stand noch leer zwischen grünen Tannenzweigen, als die Besucher am Grab vorbeidefilierten. Sie war für einen kleinen Herrn vorbereitet worden, der jedes Jahr als Letzter dieser Prozession still und bescheiden zur Ruhestätte geht, um sich zu verbeugen: Yasno Inadome, der wie immer einen Strauß mit weißen Rosen abstellte.

Der Japaner hat deutsche Geschichte studiert und ist ein großer Verehrer Konrad Adenauers, der seiner Meinung nach größten Persönlichkeit in der deutschen Historie.