Wettbewerb business@school

Sibi-Schüler aus Bad Honnef fahren zum Regionalentscheid

Eines von drei Sibi-Teams: Die Gruppe „Happy Hands“ stellt ihre Geschäftsidee für ein besonderes Handwaschprodukt der Business@school-Jury vor.

Eines von drei Sibi-Teams: Die Gruppe „Happy Hands“ stellt ihre Geschäftsidee für ein besonderes Handwaschprodukt der Business@school-Jury vor.

BAD HONNEF. Toilettenpapier aus Gras: Das überzeugte die Jury von business@school. Und mit dieser Geschäftsidee wird das Team aus der Jahrgangsstufe 11 des städtischen Sibi Bad Honnef Regionalwettbewerb in Köln teilnehmen.

„GrasSwipe“ haben die Schüler ihr Produkt genannt, ein Toilettenpapier, das nicht aus Frischholzfasern oder recyceltem Papier hergestellt würde, das Bisphenol – ein krebserregendes Gift – enthalten könnte. Stattdessen wäre Gras der Grundstoff, wie Joana Baumann (17) im Namen ihrer Gruppe erklärte. Ihr Team war eines von drei des Sibi, die ihre Ideen in dieser Wettbewerbsphase in der Bonner Telekom-Zentrale vorstellten.

Neben Religion seien wirtschaftliche Macht und Erfolg wohl die häufigsten Gründe für Auseinandersetzungen bis hin zu Kriegen, sagte Balasz Szathmary, promovierter Unternehmensberater und Betreuer des Schulwettbewerbs, an dem sich seit fünfzehn Jahren Sibi-Schüler beteiligen. Und Theorien behaupteten, dass die Macht der Wirtschaft die Entscheidungskompetenz souveräner Staaten übertreffe.

Um so erstaunlicher sei es, dass dem Fach Wirtschaft an Schulen generell so wenig Zeit eingeräumt werde, meinte Szathmary. Mit Genugtuung verfolgten die Sibi-Teams seine Worte. Schulleiter Joachim Nowak hatte bereits mit einigen Zitaten berühmter Persönlichkeiten auf ihre Präsentationen vorbereitet. Er wisse, dass es nicht einfach sei, nach monatelanger Vorbereitung die umfangreichen Projekte in nur wenigen Minuten vorzustellen, sagte er.

Die Schüler erarbeiteten zunächst die professionelle Analyse eines Groß- und eines Kleinunternehmens und entwickelten eine eigene Geschäftsidee inklusive Businessplan. Unterstützt wurden sie durch ihre Lehrer sowie Betreuern aus der Praxis. „Es war nicht einfach, bis hierhin zu kommen“, sagte Samuel Bergmann (17), der mit fünf Mitschülern „Happy Hands“ entwickelte. Dabei handelt es sich um ein Handwaschprodukt, das als Gemisch von Desinfektionsmittel und Fluoriszensfarbstoff anzeigen kann, welche Stellen auf der Haut schlecht gereinigt wurden.

Die Katze eines Freundes, die beim Umherstreunen überfahren wurde, hatte das dritte Team um Lars Uphove (17) auf seine Geschäftsidee gebracht. Sie entwickelten „PetGuard“, ein Katzengeschirr mit GPS-Tracker. Per App können Katzenbesitzer sehen, wo sich ihr Tier gerade befindet. Eine mit Ökonomen und Geschäftsleuten besetzte fünfköpfige Jury beurteilte die Geschäftsideen der Teams und entschied sich für „GrasSwipe“. Die Gruppe stellt das Produkt in Köln vor – und hat die Chance zur Endausscheidung in München zu fahren.

20 Jahre business@school

Die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) rief 1998 die Bildungsinitiative business@school ins Leben. Ziele: eine bessere ökonomische Bildung, das Erlernen von Schlüsselqualifikationen wie Teamarbeit, Zeitmanagement oder Präsentationsfähigkeit. 1998 an Pilotschulen in Daun in der Eifel und Hockenheim gestartet, beteiligen sich inzwischen jedes Jahr 90 Schulen aus Deutschland, Europa und den USA an dem Wettbewerb.

Die Organisation und Koordination des gesamten Projektjahres erfolgt durch das BCG-business@school-Team. Als Projektbüro ist es die wichtigste Anlaufstelle für alle Beteiligten – Schüler, Lehrer und Unternehmensvertreter, die die Schülerteams beraten. Jedes Jahr gehen rund 1500 Schüler auf Forschungsreise, erarbeiten sich wirtschaftliche Grundbegriffe, unterhalten sich mit Firmengründern und Experten ihres Fachs, um zu verstehen, wie Wirtschaft funktioniert, was sie leisten kann und was wir alle davon haben.

Die jungen Teilnehmer durchlaufen dabei auch eine große persönliche Entwicklung und präsentieren am Ende des Schuljahres ihre eigene Geschäftsidee.