Letzte Etappe bei historischem Rundgang

Schlussspurt beim Geschichtsweg in Aegidienberg

AEGIDIENBERG. Vier Geschichtswege hat der Heimat- und Geschichtsverein Herrschaft Löwenburg bereits im Bad Honnefer Tal konzipiert. Derzeit laufen die Arbeiten für die letzte Etappe - und die führt durch Aegidienberg.

Vielleicht wird es das Weihnachtsgeschenk für die Aegidienberger, eventuell wird der Geschichtsweg im Bergbereich der Stadt aber auch erst im Frühjahr eröffnet. „Wenn wir mehr Zeit brauchen, dann nehmen wir sie uns“, sagte Hans Peter Mensing vom Heimat- und Geschichtsverein Herrschaft Löwenburg, unter dessen Regie bereits die vier Geschichtswege im Talbereich der Stadt entstanden sind.

In den Gasthof Kappels hatte der Arbeitskreis Geschichtsweg Aegidienberg Bürger eingeladen, um die bisherigen Planungen vorzustellen und weitere Ideen zu sammeln. Vorschläge aus dem – obwohl überschaubaren – Interessentenkreis wurden in den Themenkatalog integriert.

Die Stelen und Tafeln für Aegidienberg erhalten durch einen erforderlichen Auftragnehmerwechsel ein etwas anderes Aussehen. Stahlplatten werden mit Text-Folien beklebt und mit Plexiglas überdeckt. Sie sind dadurch etwas robuster gegen Vandalismus – und immer wieder wurden ja Tafeln zerstört – und preiswerter, hieß es. „Deshalb können wir auch eine Stele mehr aufstellen als ursprünglich kalkuliert“, so Mensing.

Als SFA-Chef Claus Elbert Rottbitze und den stark frequentierten Parkplatz in der Nähe des Sportplatzes ins Spiel brachte, waren die Mitglieder des Arbeitskreises – Altbürgermeisterin Wally Feiden, Bürgervereinsvorsitzender Bernhard Fiebig, der ehemalige Feuerwehr-Löschgruppenchef Werner Hoffmann und Autor Wolfgang Flume – sofort dafür.

Es war ja nicht leicht für die Gruppe, im weitläufigen Stadtbezirk mit 13 Ortschaften die Entscheidung zu treffen, wo Hinweistafeln auf die Historie angebracht werden sollen. Auch die Kosten waren zu beachten bei dem Projekt, das von der Bürgerstiftung Bad Honnef finanziert wird und dessen Vollendung sich der frühere Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse und der Bürgerstiftung, Hellmuth Buhr, zu seiner Verabschiedung gewünscht hatte.

„Das Geld für den letzten Bereich in unserer Stadt ist in dieser Woche eingegangen“, so Mensing. Bis zur Vollendung ist noch einiges zu tun. Die Texte für die Tafeln und den Flyer, der erneut von Thomas Bock gestaltet wird, müssen geschrieben werden. Mensing: „Auf der Internetseite www.geschichtsweg-bad-honnef.de werden ausführlichere Erläuterungen erscheinen.“

Hinweis auf Krummöls

Rottbitze schafft es nun also auch noch auf eine Stele. Elbert: „Hier war früher eine Pferdewechselstation.“ Das RAD-Lager und die einstige Linie der Bröltalbahn sollen nun auch mit auf die eigene Rottbitzer Tafel. Elbert: „Der Himberger See war früher Badeanstalt mit eigener Bude.“ Der Butterweg sollte nicht vergessen werden. Für die Tafel an der Kirche wünschte er sich einen Hinweis auf Krummöls; viele Vertriebene aus dem schlesischen Ort hatten in Aegidienberg eine neue Heimat gefunden.

Eine Einzelstele soll auch das Kloster Sankt Josef erhalten, schlug Feiden vor. „Dessen Geschichte hat mich sehr berührt.“ Auffällig ist, dass in Aegidienberg neben der Pfarrkirche nur drei Wohnhäuser unter Denkmalschutz stehen. Vor allem Kreuze befinden sich auf der Denkmalliste. Und der Backes in Wülscheid, der auch Bestandteil der Wülscheider Doppelstele sein wird. Dort wird auch neben der Ortsgeschichte von Wülscheid und Orscheid auf das ehemalige Munitionsdepot, den Segelflugplatz und den Mitbürger Carlo Schmid, ein Fachwerkhaus sowie die ehemalige Schule hingewiesen.

Weitere Standorte sind der Aegidiusplatz, die Pfarrkirche Sankt Aegidius und die Friedenskirche, Himberg, Hövel, Brüngsberg, die Dachsbergkapelle, wo auch der Steinbruch, die Bahn und die Wasserquelle an der Wülscheider Straße Aufnahme finden sollen, die Servatiuskapelle mit Hinweisen auf das geplante Separatistenabwehr-Denkmal auf dem Himmerich, auf ehemalige Bergwerke und die Försterei. Die Autoren wurden bereits ausgewählt. Elmar Scheuren, Chef des Siebengebirgsmuseums, liefert den Part über die Separatistenkämpfe, Arbeitskreismitglied Karl-Heinz Piel jenen über die Kirche.

Christian Kies soll für das Thema Bergbau gewonnen werden. Mensing erledigt den organisatorischen Teil. „Ich werde außerdem mit Elmar Heinen, unserem Siebengebirgs-Papst, alle Texte durchgehen.“ Noch mehr Geschichtliches: Wolfgang Flume ist mit seinem Buch über Aegidienberg fast fertig. „In zwei Monaten etwa wird es erscheinen.“