So Gesehen einer Hundebesitzerin

Schlitzohr auf dem Kanapee

Legt sich gerne zur Ruhe - wahlweise auf dem Sofa oder auf dem Bett.

Legt sich gerne zur Ruhe - wahlweise auf dem Sofa oder auf dem Bett.

Siebengebirge. Eigentlich ist der Hund von GA-Redakteurin Claudia Sülzen ein Prachtexemplar: Ein treuer Begleiter, ein aufmerksamer Wachhund, ein liebevoller Spielgefährte. Und er ist pfiffig: Ziemlich schnell hat er nämlich herausgefunden, wo es sich besonders bequem liegt.

Wir haben Glück mit unserem Vierbeiner. Na ja, zumindest in den meisten Fällen. Etwa wenn es darum geht, das Haus zu hüten. Nie verlässt er seinen Posten und harrt gelassen aller Dinge, die da kommen. Auf dass sich niemand widerrechtlich Zutritt verschafft. Bis endlich der Rest der Familie wieder eintrudelt und mit dem verdienten Spaziergang den Arbeitstag als Wachhund auch in seinem Sinne perfekt ausklingen lässt.

Der Neid von Frauchen und Herrchen ist dem Hund gewiss. Wer würde nicht gerne mal einen ganzen Tag dösen, um sich am Nachmittag mit verknautschtem Gesicht den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zu widmen? Dass dabei manches Mal ein Tabu gebrochen und das Sofa erobert wird – davon zeugen nur zerwühlte Decken und ein Abdruck im Polster.

Denn sobald die vermeintlichen Respektspersonen den Schlüssel ins Schloss stecken, wird der Astralkörper sanft vom Kanapee gewälzt und der Hund steht im Hauseingang Gewehr bei Fuß.

Dass es eine absolute Verbotszone gibt, versteht sich von selbst. Sie ahnen es: das Bett. Weshalb die Familie schon peinlich genau nach Indizien Ausschau hielt, ob sich der Racker an das eindringliche „Nein“ hält, das jeweils erklingt, wenn er nur in dessen Richtung schielt. An Verdachtsmomenten mangelte es nicht. Mehr als einmal näherte sich das Tier schon aus Richtung Schlafzimmer statt guter Stube zum Begrüßungsritual.

Also flugs die Treppe rauf, die Hand aufs Kissen gelegt: Ob da noch ein Rest Körperwärme zu spüren ist? Den Nachweis für seinen Frevel erbrachte unser Hausgenosse ganz und gar unfreiwillig frei Haus. Nicht ahnend, was gleichmäßiger Druck auf eine Fernbedienung, die mitten auf dem Bett vergessen worden war, so anrichten kann.

Und so war der laut plärrende Fernseher der schlagende Beweis fürs verbotene Sch(l)äferstündchen. Mal schauen, wie lange das Schlitzohr braucht, bis es auch die Tür öffnen kann. Denn die bleibt jetzt erst mal – zu.